s dir wohl deutlich machen kennen.
Johannes. Ich? – Na, ich will sehen! Hast du nicht bemerkt, dass das wasser in der Elbe zuweilen weiter aufs Land kömt, und denn nach einiger Zeit wieder zurückgeht, und dass man denn dahin gehen kan, wo vorher wasser war?
Frizchen. O ja, das hab' ich wohl gesehen!
Johannes. Na, wenn das wasser so anläuft, dass es über die Ufer kömt, so nent man das Flut; wen's aber wieder zurück trit und das Ufer trokken wird, so nent man's Ebbe.
Vater. Nun muss ich dir sagen, lieber Friz, dass das wasser im Weltmeer alle vier und zwanzig Stunden auf diese Weise zweimahl aufsteigt, und zweimahl wieder niedersinkt. sechs Stunden und etwas drüber schwilt es jedesmahl an, und sechs Stunden und etwas drüber sinkt es wieder. Jenes nent man die Zeit der Flut, dieses die Zeit der Ebbe. Verstehst du's nun?
Frizchen. O ja! Aber warum schwilt denn das Meer immer auf?
Gotlieb. O ich weiss wohl; das kömt vom Mond, der zieht das wasser an sich, dass es in die Höhe steigen muss!
Nikolas. O das haben wir ja schon so oft gehört! Lasst doch Vater weiter erzälen!
Vater. Ein andermahl, Frizchen, will ich mehr davon mit dir reden.
Robinson war ausser sich vor Freuden, dass er etwas gefunden hatte, womit er seinen nagenden Hunger ein wenig stillen konte. Die Austern, die er fand, reichten zwar nicht zu, ihn ganz zu sätigen, aber er war zufrieden, dass er nur etwas hatte.
jetzt war seine grösste sorge, wo er nun künftig wohnen sollte, um vor wilden Menschen und vor wilden Tieren gesichert zu sein? Sein erstes Nachtlager hatte so viel Unbequemlichkeiten für ihn gehabt, dass er nicht ohne Schaudern daran denken konte, dass er seine künftigen Nächte alle auf eben diese Weise würde hinbringen müssen.
Gotlieb. O ich weiss wohl, was ich gemacht hätte!
Vater. Und was dan? Lass doch hören!
Gotlieb. Ja, ich hätte mir erst ein Haus gebaut mit so dikken Wänden! und mit dikken eisernen Türen. Und denn hätte ich einen Graben da herum gemacht mit einer Zugbrükke und die Zugbrükke hätte ich alle Abend aufgezogen, und denn sollten's die Wilden wohl bleiben lassen, dass sie mir was zu leide täten, wenn ich schliefe.
Vater. Das lässt sich hören! Schade, dass du nicht dabei warest; du hättest dem armen Robinson schon raten können! – Aber – mir fält doch was ein – hast du wohl schon recht genau zugesehen, wie die Zimmerleute und die Maurer es anfangen, wenn sie ein Haus bauen?
Gotlieb. O ja! schon so oft! Der Maurer macht erst Kalk zurechte und rührt Sand darunter. Denn legt er immer einen Stein auf den Andern und schmiert mit seiner Mauerkelle den Kit dazwischen, dass sie recht fest zusammen halten müssen. Denn kommen die Zimmerleute her, und behauen die Balken mit ihren Beilen und machen, dass sie so recht in einander passen. Darnach winden sie die Balken mit einer Winde oben auf die Mauer hinauf und nageln immer einen an den andern. Dann sägen sie auch Bretter und Latten, die sie auf die Sparren nageln, um die Dachziegel darauf zu legen. Und denn –
Vater. Ich sehe schon, du hast dir's recht gut gemerkt, wie sie's machen, ein Haus zu bauen. Aber der Maurer braucht doch Kalk und eine Mauerkelle und Baksteine oder Feldsteine, die erst behauen werden müssen: und die Zimmerleute müssen Beile, Sägen, Bohrer, Nagel, Winkelmass und Hammer haben. Wo hättest du denn die hernehmen wollen, wenn du in Robinsons Stelle gewesen wärest?
Gotlieb. Ja, das weiss ich nicht!
Vater. So ging es dem Robinson auch und deswegen muste er sich die Lust, ein ordentliches Haus zu bauen, wohl vergehen lassen. Er hatte kein einziges Werkzeug, als seine beiden hände, und damit allein kan man keine solche Häuser bauen, als wir haben.
Nikolas. I so hätte er sich ja nur eine Hütte machen können von Zweigen, die er von den Bäumen abbrechen konte!
Vater. Und hätte eine Hütte von Laubwerk ihn wohl schüzen können gegen Schlangen, Wölfe, Panter, Tieger, Löwen und andere solche wilde Tiere?
Johannes. Hu! – armer Robinson, wie wird dir's gehen!
Nikolas. Kont' er denn nicht schiessen?
Vater. Ja, wenn er nur eine Flinte und Pulver und Blei gehabt hätte! Aber der arme Schelm hatte ja nichts, wie wir wissen; nichts, gar nichts auf der Welt, als nur seine beiden hände!
Da er diesen seinen hilflosen Zustand überdachte, sank er auf einmal wieder in seine vorige Bekümmerniss zurück. Was hilft es mir, dachte er, dass ich dem tod des Hungers vor jetzt entgangen bin, da ich vielleicht diese Nacht von wilden Tieren werde zerrissen werden!
Es kam ihm ordentlich vor, als wenn schon ein grimmiger Tieger vor ihm stünde, seinen Rachen weit aufsperte, und ihm seine grossen scharfen Zähne zeigte. jetzt bildete er sich ein, er pakke ihn schon bei der Gurgel, tat einen lauten Schrei: »o meine armen Eltern!« – und sank kraftlos zu Boden.
Nachdem er eine Zeitlang