Hätt' ich einen göttlichen Beruf gehabt, Soldat zu werden, zum ersten Schlage würde' ich nicht sein, allein zum zweiten Herr v. – wie der Donner auf den Blitz. Hätte mein Vaterland den ersten Schlag erhalten, wär' ich verbunden gewesen, es zu freien – und zu Kopf, zu Händen und zu Füssen hätte der Mut heraus gewollt. – Im gemeinen Leben muss man oft erweichende Mittel brauchen; im Kriege würde man uns darüber als Narren auskrähen, wenn wir die Segel streichen liessen. Der Feind heisst Legion; ihrer sind viele. HERR v. G. Ich schiesse nichts, was nicht vor den Schuss läuft. ICH. Das sind Jägergrundsätze; ein laufender Feind ist keinen Schuss Pulver wert. Im Kriege muss man schiessen, was steht. HERR v. G. Das liess' ich brav bleiben! ich würde das Spiel durchsehen, fänd' ich es zweifelhaft, was ist natürlicher, als die Karten zusammen zu legen. ICH. Das heisst l a u f e n . HERR v. G. Mag es doch. ICH. Ich würde kein Menschenjäger, sondern Soldat, Held, wenn Sie wollen, würde' ich sein. In der Hölle muss man nicht Waffenstillstand machen, sondern auf den letzten Mann steuern und wehren. Wäre noch ein Mittel, den Teufel zu bekehren, wär' es diess; ich habe Krieg gespielt, aber nach dem Leben. HERR v. G. Und ich bin wirklich auf der Jagd gewesen, und habe manchen Wildbraten bereitet. – Lasst uns Brüderschaft machen! ICH. Wir dienen nicht Einer Fahne – unsere Herzen schlagen nicht einerlei Wirbel; indess auf's näher kennen, Bruder! – HERR v. G. Bruder! ICH. Die Hand! HERR v. G. Die Hand! – Mich dünkt, ich werde Soldat, ICH. Ich nicht Jäger. HERR v. G. Ich fühl' Herz! Mich sollte wer anheulen. ICH. Du rede'st vom Wolf, Bruder! HERR v. G. Beleidigen, wollt' ich sagen! ich wollt' ihn! – Herr Bruder, du wirst mich nicht verlassen. ICH. Ich merk's, noch hab' ich dir nicht Mut genug in die Hand geschlagen. HERR v. G. Auf einmal kann's nicht kommen. ICH. Das Herz immer auf einmal. Das weiss ich, Bruder! – Ich hab' zwar nicht von unten auf gedient; allein ich hab' mich von unten auf gedacht, und als Alexander oft gemeine Dienste getan. Wenn ein Feldherr nicht gemeiner Kerl sein kann, ist er nicht des Ordens wert. – Er wird nicht wie ein Ruderknecht schreien, nicht betäuben; allem er wird ein gemeiner Kerl zum Malen werden. Er wird ihn allerliebst machen; es sein, darf er nicht. HERR v. G. Ich hab' gehört, dass ein General, der schon im feld gewesen, nicht mehr so viel Herz habe. – Junge sollen die besten sein. ICH. Junge kennen vielleicht die Gefahr nicht, und da sie schon Heldenphysiognomien kennen, so verzagen sie, sobald sie Züge davon entdecken. Blindhereinhauen ist ein Kunstwort, und ein wahres Wort. HERR v. G. Eine Jagd, Herr Bruder, müssen wir noch zusammen machen, lieber heute' wie morgen! Es wird dir gefallen. ICH. Ich zweifle. Mir gefällt zweierlei: Kühe und Rinder auf einer Wiese. Das ist der edle Friede, und eine Wiese voll wiehernder Pferde, das ist der edle Krieg. HERR v. G. Zur probe, Herr Bruder! ICH. Meinetwegen. Herr lass weg – bei Bruder schickt es sich nicht. Ich werde dich so nicht nennen; Bruder ist kein Herr; Herr Bruder ist halb Bruder. Pfui! über halb! –
Die Gesellschaft hatte sich während dieser Zeit in
den Garten verfügt, und ging an uns paarweise
vorbei.
Der Herr v. W. und mein Vater.
Der Herr v. G. und Hermann.
Ich kann also nur wieder erzählen, was ich
beigehend vernommen. Mein Vater pflegte zu sagen:
Man hört im Sitzen besser, man sieht im Stehen
schärfer, im Gehen ist Ohr und Auge nicht
zuverlässig.
DER JÜNGERE HERR v. G. Wann, Bruder? ICH. Auch heute Nachmittag. – Du kommandirst bei der Jagd. DER JÜNGERE HERR v. G. Du bist Gast. HERR v. W. Ehre dem Ehre gebührt. PASTOR. Wenn man nur nicht am Ende glaubt, ein verbindliches Wort sei die Tat selbst. Wünsche müssen kommen, wenn unser Vermögen zu helfen aufhört. – toten muss man wünschen. HERR v. W. Warum soll man aber nicht Canel auf die Grütze streuen, und seine helfende Hand mit einem weissen Handschuhe bekleiden, den Wein mit Zucker und Pomeranzen veredeln, und Butter aufs Brod streichen. ICH. Wo ist denn dein Hofmeister? DER JÜNGERE HERR v. G. Unbeschwert, sag' gewesener. ICH. Vater bleibt Vater. DER JÜNGERE HERR v. G. Bruder, du würdest doch nicht leiden, dass dein Fibelrektor dich bis an dein Lebensende meistern sollte? ICH. Das tut auch kein Vater einem Sohne, der in gewissen Jahren ist. HERMANN. Und stellte in aller Einfalt und Kürze, "Gott gebe," setzt' er hinzu, "zu