freut, das ist, wenn er lacht. – Jemanden mit weinenden Augen lachen sehen, ist ein schöner Anblick. – Ein Regenbogen ist's. – Schriftsteller, die Tränen mit dem lachen kämpfen lassen, so, dass keines die Oberherrschaft erhält, treffen das Leben eines Weisen. HERR v. G. Citronensaft mit Zucker. Ich für meinen teil liebe nichts Sauersüsses. Es lebe das fröhliche Herz. Ist das lachen gleich Widerspruch, auch da ist das Leben getroffen, wenn gleich nicht das weise Leben. Was ist in der Welt ohne Widerspruch? Sind doch bei uns im Sommer oft kalte Tage, regnet es doch, wenn wir ernten wollen, und doch ist diese Welt die beste! Wer mir selbst die heiligsten Sachen mit finsterer Stirne sagt, wird mein Herz nicht aufschliessen, und hat's nie aufgeschlossen. Daher denke' ich, mit Ew. Hochwohlehrwürden erlaubnis, richten die Herren Geistlichen so wenig aus. Der Pater von S a n c t a C l a r a hat mehr Gutes gestiftet, als zehn Kopfhänger. VATER. Er lächelte noch seinem Todesengel entgegen, der ihn zum Demokrit abholte. HERR v. G. Eine glückliche, glückliche Reise! VATER. Betrübniss kommt gemeinhin aus dem hohen Begriff, den sich der Mensch vom Leben macht. Beim Schmerz leidet der Leib, bei der Betrübniss die Seele, und wenn die herrschaft trauert, trauert der Bediente mit, nicht aber umgekehrt. HERR v. G. Ich denke' die Traurigkeit oder Betrübniss, oder was weiss ich, wie es recht heisst, kommt aus der gar zu grossen Ordnung, die man sich vorschreibt. VATER. Beide recht! Warum sagt man aber sein geheimnis lieber einem unordentlichen guten Jungen, als einem abgemesseneren nach Mass und Gewicht, oder nach grundsätzen, gut Handelnden? HERR v. G. Weil jedes Geheimnis etwas Unordentliches, etwas Unregelmässiges an sich hat. Ich hab' immer gedacht, geheimnis und Wunder sind mit einander verwandt. VATER. Warum wählt man den unordentlichen guten Jungen lieber zum Freunde? HERR v. G. Weil er ein Freund fürs geheimnis ist. VATER. Und warum eine Mutter just den wildesten, aufgewecktesten unter ihren Buben zum Liebling, der Vater den gesetztesten? HERR v. G. Die Weiber brauchen Leute, die sich balgen; die Männer Leute, die vernünftig eine Pfeife rauchen. VATER. Ich wollte fragen und antworten; allein meine fragen haben i h r e n M a n n gefunden. HERR v. G. Nun geb' ich Karten? was denken Sie von dem monarchischen Staat? – (dass dich! wie komm' ich auf den monarchischen Staat?) ich wollte sagen vom Despotismus der Empfindung? VATER. Wir empfinden nichts, was nicht sinnlich ist – wer es sich gemächlich als Philosoph machen will, nennt dunkle Vorstellungen: Empfindungen, und anstatt sie zu entwickeln, tut er seine Augen nicht auf, sondern schlägt an seine Brust, und spricht: ich empfinde! ICH. Gott sei dem Sünder gnädig – HERR v. G. Und barmherzig. VATER. Amen! HERR v. G. Solch ein Empfinder kann doch nicht mit Recht behaupten, ich soll ihm nachempfinden. VATER. Durch die Evidenz und öftere Wiederholung der Vernunftideen werden diese geläufiger, so, dass sie uns von selbst anwandeln. Wir kennen sie im Dunkeln. Diese Kette dunkler, hurtigfolgender Ideen nennen wir Empfindungen. HERR v. G. Das lass ich gelten – und Ordnung, lieber Pastor? VATER. Ordnung ist nur Mittel, an sich hat sie keinen Wert. Es ist das Schweisstuch, worin man das vergräbt, was man erhalten hat. Es ist ein Bücherschrank mit Glastüren. Weiber müssen ordentlich sein. Reinlichkeit und Ordnung, oder die Entfernung des Fremdartigen sind ihre Fächer. Die Weiberordnung muss aussehen wie gesucht, die Männerordnung wie in der Lotterie gewonnen, von selbst zugefallen. Ordnung ist übrigens bloss das Formale; daher kann man den grössten teil der Wissenschaften, ich hätte bald gesagt die ganze Philosophie, das Formale nennen. HERR v. G. Wie kommt's aber, dass die Menschen die Formen höher schätzen als die Materialien? VATER. Die Form gibt die Kunst, das Geschick, die Materialien die natur. Jedes Kind schätzt den Vater höher als die Mutter, und den, der regiert, höher als den, der ernährt. Den Verstand hält man höher als die Sinnlichkeit, ohne die doch der Verstand untätig wäre. HERR v. G. Aber das Genie? wer schätzt es nicht höher als den Fleiss? VATER. Fleiss und Kunst ist zweierlei. HERR v. G. Zur Kunst gehört Fleiss. VATER. Und Genie. Ein Verstand, der seine Erkenntnisse sinnlich zu machen weiss, ist für mich vorzüglicher Verstand; wenn er Sinnlichkeit den Verstandesbegriffen erteilt, macht er sie anschauend, und ein solcher Verstand heisst ein gesunder Verstand. HERR v. G. Und steht aus, wie alles, was frisch und gesund ist. Nicht wahr, er kennt keine Terminologie? VATER. Er kocht freilich nicht aus der philosophischen Speisekammer, sondern nimmt's aus der Welt. Er gibt nichts Geräuchertes; Früchte, Geküche trägt er auf. HERR v. G. Sinne sind die Bauern. Sie stehen zwar unter der Obrigkeit, indessen, wenn sie nicht wären? Ich ärgere mich, wenn man die Sinne wie das