Psalmen in der heiligen Schrift, und wenn böse Buben auf die Bibel lästern, denke daran, dass es Gottes Schulbuch sei, woraus gross und klein, arm und reich, vornehm und gering, alt und jung, unterrichtet werden sollen, und dann lass den Lästerer ein Buch nennen, das so wie diess zu diesem Zweck eingerichtet, und für all zusammen und für jeden einzelnen ist. Gott lass dich nie vor Narren zum Spott werden, noch deinen rücken zur brücke, worüber jeder geht. Wachse wie ein Palmbaum am wasser, und dein Geruch sei süss vor dem Herrn, wie der Weihrauch im Studirstübchen deines Vaters. Er, der die Erde mit Schnee und Reif salzet, bereite dich zu seinem Knechte in seinem Weinberge: wenn aber das Salz dumm oder unkräftig wird, womit wird man salzen? Verrichte deine Andacht vor Gott und nicht vor Menschen. Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Himmlische Glorie umstrahle dein Haupt, wenn du auf der Kanzel bist, damit man's fühle, dass du nicht von dir selber redest. Ein roh Ei (wenn es angeht ein Kibitzei) hilft viel zur guten Predigt; wer wie ein Engel spräche und nicht verständlich wäre, fruchtet weniger als ein ausgelernter Staar, oder das Getöse der Glocken, das ich nie ohne Herzensschlag und Erbauung hören kann. Ich wünschte wohl, die Glocken, wenn ich begraben würde, hören zu können. Alte Kirchen haben dunkle Fenster, indessen weiss jeder seinen Stand. Ein Prediger dem die Zähne ausgefallen, muss sich nicht von einer andern Gemeinde vociren lassen. Man hat mir erzählt, dass D e m o s t h e n e s und C i c e r o von natur schlechte Stimmen gehabt; durch Kunst haben sie schön reden gelernt. Ich hätte sie nicht hören wollen. Mancher Pastor kann sich hören, mancher sich lesen lassen. Es kann also auch Redner geben, die stumm sind. Deine erste Predigt schlürftest du bei der probe in der Speisekammer, als wenn du weiche Eier ässest. In der Kirche ging's besser. Lerne deine Gemeinde so kennen, wie ein Gelehrter die Sprache, der bei jedem Worte das w a r u m und d a r u m weiss. Ein Pastor, der seine Gemeinde nicht kennt, und sich nicht wie der gemeine Mann ausdrücken kann, ist ein Mietling. Brauen und Backen gerät nicht immer. Allemal kanns nicht was Neues vom Jahr sein. Schneid an eine alte Predigt ein Zwiebelchen, lege Butter dazu, es ist eine frische Schüssel. Hunger ist der beste Koch. Ein Eierkuchen macht Appetit allen, die vorübergehen. Ein einzig faules Ei verdirbt die ganze Pastete. Wenn es mit deiner Predigt nicht fort will, und von drei bis in die Dämmerung gefischt und nichts gefangen ist, lass Licht anzünden, und es wird dir auch ein Licht aufgehen. Wenn du übern Tod predigst, mache deine Predigten nie am Tage, sondern des Abends. Predigst du vom Lobe Gottes, steh Morgens um vier auf. Wenn gleich das Andenken deiner Trübsal verwächst, suche eine Narbe zu behalten, damit du an Gottes hülfe denken, und ihn in deinem Kämmerlein und in der Gemeinde des Herrn preisen könnest. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott dem Vater ist der, die Waisen und Wittwen in ihrem Trübsal besuchen, und sich von der Welt unbefleckt behalten. In deinen Predigten lehre Himmel und Hölle; sei nicht bloss Brenn-, sondern auch Bauholz. Halte dir selbst Wort, mein Lieber! so wirst du auch andern es halten. Narren ins Fegfeuer, Gottlose in die Hölle. Weide die Heerde und siehe wohl zu, nicht gezwungen, sondern williglich, nicht um schändlichen Gewinnes willen, sondern von Herzensgrund; nicht, als die über das Volk herrschen, sondern werde' ein Vorbild der Heerde, so wirst du, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die unverwelkliche Krone der Ehren empfahen. – Siehe das übrige Taufwasser nicht als bloss gemeines wasser an, sondern mache die Verfügung, dass es auf einen besonderen oder heiligen Platz gegossen werde. Du wirst das Gras darauf sehen! im Paradiese könnt' es kaum grüner sein! der Kirchturm ist ein Finger, der gegen Himmel zeigt, denke, so oft du einen siehst, an den Finger Gottes, ohne den nichts geschieht, was geschieht, und durch den ist, was ist. Am Martinstage iss eine Gans; es ist ein alter wohlhergebrachter Gebrauch, und denke an den unglücklichen Bischof M a r t i n , der durch eine Gans verraten ward. Der Hahn ist der richtigste Kalender, und was die Sonnenuhr im Zeigen ist, das ist ein Hahn im Schlagen: das richtige Zeitmass. – Der Hahn, der zuerst kräht, ist Superintendent unter den Hähnen. Alles, was krähen kann, kräht ihm nach, so lahm und candidatenmässig es auch zuletzt herauskommt. Ein Hahn hilft oft zu Tränen. Dein seliger Grossvater hat eine Hu – auf diese Art zur Reue gebracht. Alle seine Ermahnungen waren vergebens; zum Glück krähte ein Hahn; diesen Umstand griff dein seliger Grossvater, und sie weinte bitterlich. Findest du mühlsteinerne Herzen, verzweifle nicht – Gott kann dir aus Steinen Kinder erwecken. Rufe getrost! schone nicht! Lerne recht fürchterlich: w e r d a ? schreien, wenn der Teufel herumgeht wie ein brüllender Löwe, und suchet, welchen er verschlinge. Wer bösen Leumund macht