. Wer Gottes Wort verkündigt, erntet in Ewigkeit. Heil dir! du hast beim lieben Gott offene Tafel, du wirst einst vom Altar leben, und hier gedeihen, wie' 's am Tage ist. Brosamen sind besser als Leckerbissen an den Tafeln der Abgötter, deren Bauch ihr Gott ist. Du bedarfst keines Teils in Israel; der Herr ist dein teil und Erbe! Das Land Gottes trägt mehr als du bedarfst. Brich aber dem Hungrigen dein Brod, so wird es dir gehen wie der O e l w i t t w e . Wer den Armen segnet, spottet sein, wenn er diesen Segen nicht selbst in Erfüllung zu setzen anfängt. Dieser Unmensch will Gott Lehren geben. Erinnere dich, was man vor kurzem vom Herrn v. – erzählt, und erzähl' es deinen Kindeskindern, auf deinem Schooss, damit sie segnen lernen, wie Gott sein Volk segnet, der seine Fenster öffnet, und Frühund Spatregen gibt, und in dem wir leben, weben und sind. Es strandete ein H o l l ä n d e r (wäre es nicht ein Holländer gewesen, wie viel mehr leid würde' es mir getan haben; H o l l a n d ist der Strand von Europa), und der Herr v. –, der das Recht der Seestrassenräuberei hat, nahm ihm alles, was er hatte, bis auf einen holländischen Käse (der Herr v. – hatte oft Steinschmerzen) und liess den geplünderten Holländer ziehen seine Strasse, wie Hr. v. – sich ausdrückte, f r ö h l i c h ; denn er schrieb ihm folgendes Certificat, das er einen c h r i s t l i c h e n o f f e n e n W e c h s e l nannte: "Da der C l a s – – das Unglück gehabt zu stranden, und alles werte Seinige einzubüssen, so wird ihm nicht nur Gottessegen zu seinem künftigen Fortkommen von mir herzlich gegönnt, sondern auch jeder, dem dieser offene Brief vorgezeigt wird, ersucht, ihm christlich fortzuhelfen und ihm, so viel er kann, unter die arme zu greifen, wohl bedenkend, dass, wer dem Armen hilft, dem Herrn leihe, der es ihm zu wasser oder land verdoppeln kann und wird, als welches ich dem armen Clas – aus christlicher Liebe anwünsche." Den Herrn v. – möchte' ich f l u c h e n hören, sagte C l a s – und sah seinen Käse an. Der Holländer hatte keinen Steinschmerz. – Wer sich als abgebrannt und beraubt angibt, um Leute warmherzig zu machen, und sie zum Mitleiden zu beEin Mensch, der keine stimme hat, muss nicht den a u s d e m S t a m m e J u d a , predigen gehört. Es gibt Diskant-, es gibt Basspredigten. Ein Geistlicher muss Gedächtniss haben. Wenn er liest, steht's aus, als ob er die Predigt auf drei Viertelstunden geliehen hätte. Auch Gras muss ein Pastor wachsen hören.
Ein Geistlicher sprach, da er zum zweiten teil überging, indem er die Kanzelsanduhr, welche mehr als andere Sanduhren ein Sinnbild unsers Lebens ist, umkehrte: N o c h e i n G l ä s c h e n , m e i n e G e l i e b t e n ! und man nannte ihn, wie einen faulen Käse: Bierbruder.
Man kann zwar auch hiebei erbauliche Gedanken haben; indessen hatte der Pastor L – nicht Gras wachsen gehört, da er die Frau v. – auf ihrem Krieg und Siegbette besuchte, und ihr die Worte Mattäi im einundzwanzigsten Capitel, im zweiten Vers, ins Herz schob: l ö s e s i e a u f u n d f ü h r e s i e z u m i r . Noch grösser ist's Uebel, wenn der Geistliche satyrisch auf der Kanzel sein will; er verliert alsdann den Stachel, wie die Biene, wenn sie sticht.
Wenn du einen Umstand lange suchen müssen, fang ihn an: Wem ist's nicht bekannt; dadurch bestrafst du den Umstand, dass er sich versteckt hatte, und kein Mensch glaubt, dass du so lange gesucht hast. Dein Vater würde sagen: Windbeutelei, faul Holz statt Licht; allein klimpern gehört zum Handwerk. Einem Geistlichen steht's am wenigsten an, zu sagen, ich will diess und das tun. Er steht in Gottes Dienst. Sage also, zu reden aus Jakobi im vierten Capitel und fünfzehnten Vers: S o d e r H e r r w i l l und ich lebe, will ich diess oder j e n e s t h u n . Fliehe die vergängliche Lust der Welt; denn nur hiedurch wirst du teilhaftig werden der göttlichen natur. Um eines faulen Astes willen reiss nicht Stamm und Wurzel aus. Jeder Mensch hat was Gutes. Lege auf die Fingerspitze, wo der verdorbene Saft aus der Hand sich hingezogen, und wo er schwärt, Kraut und Pflaster, so behältst du die Hand. Brich hervor wie ein Feuer, und dein Wort brenne wie ein Kirchenlicht (ein Wachsstock ist nur eine Pfeife zu entzünden). Tröste den Bussfertigen, und lass über ihn aufgehen den Regenbogen mit seinen schönen Farben. Wenn dich eine Kälte im Ausdruck überfällt, wärme dich an ein paar