y c h o B r a h e , der leider! unter seinem stand heiratete, und v e r d a m m e nicht die natur: sie leidets nicht. Plaudere nicht bei der Musik, denn predigen und singen hat seine Zeit. Die behagliche Genügsamkeit ist reich ohne Mühe. Den Edelstein fasse in Gold, und beim Wein s i n g e . Gib fröhlich, was du gibst. Ein Geber, der nachdenkt über das, was er geben soll, gibt's nicht von Herzen, sondern vom Verstand. Wenn du den Weg nicht kennst, nimm einen Wegweiser. Ehre im Menschen das Bild Gottes. Diene mit Rat und Tat. Ehrliche Einfalt ist besser als spitzbübischer Witz. Man sagt von Geistlichen: Kinder und Bücher. Dein Vater und ich haben einen Sohn, wie Abraham den Isaac, und der sei dem Herrn geopfert! Ein junger Mensch muss sich so in Gesellschaft der Alten führen, als einer, dem Geld zugezählt wird. Gehe nicht um mit Uebermütigen. Was soll dir der irdene Topf bei dem ehernen? denn wo sie an einander stossen, zerbricht jener. Wächst wohl Schilf, wo es nicht feucht ist? und wer hat gegen einen Grossen einen Zeugen? Ein Wolf und ein Schaf ist wie der Reiche und der arme. Ein Gottloser, wenn er arm ist, redet viel Böses; ein Frommer hat immer Schätze. Schicke keinen Hund nach Fleisch, und verpfände nicht das Lamm beim Wolfe; der Mensch verschiesst wie ein Kleid, und wenn man alt ist, kann man nicht geniessen, was man gesammelt hat. Darum freue dich in dem Herrn, und abermal sag' ich dir, freue dich! denke an den Armen, wenn du deinen Geburtstag feierst, und lass ihm seine Wunden von deinem Barbier verbinden. Sprich nicht zum Goldklumpen: mein Trost, und zum sechslötigen Silber: meine hülfe. Ein Armer geniesst selbst dieses Leben mehr als ein Reicher; denn ein Glücklicher und ein Reicher lebt bloss des Gedankens wegen nicht: M e n s c h , d u m u ss t s t e r b e n . Wer täglich stirbt, hat den Tod lieb gewonnen, wie man ein hässliches Gesicht mit der Zeit gewohnt wird. Der Reiche zieht seine Zinsen in dieser Welt, und die meiste Zeit mehr, als die landüblichen. Der arme hebt in diesem Leben die Zinsen nicht, sondern lässt sie beim lieben Gott stehen, der ihm sicher ist, und der ihm seine Zinsen fein zum Capital schlägt, für die andere Welt. Jeder Reiche fühlt, dass der arme, wenn er stirbt, reich wird, es stehen ihm die Haare hiebei zu Berge, und wenn es so anginge, würde' er dem Armen wohl zehntausend Taler Albertus leihen, um einen Wechsel auf ihn im Himmel zu haben. Allein bedenke, Reicher! dein Tod ist ein Bankerott. – Mein Sohn! teile in dieser Gnadenzeit den Leckerbissen mit dem Dürftigen. Das beste Mittel, gut zu verdauen, ist einen Armen essen sehen! Wirf deine Magentropfen zum Fenster hinaus, und brauche dieses Mittel. D e i n V a t e r . Wenn dir ein Unglück begegnet, greift die Seele nach einem Geländer, wie der Körper nach einem Stab. Schilt im Podagra auf den Wein, beim üblen Wetter auf's schlechte Steinpflaster, im tod auf's Leben. Was ist der Mensch, wenn er nicht unsterblich ist? Unser Leben währt siebenzig Jahr, wenn's hoch kommt, sind's achtzig Jahr, wenn's köstlich gewesen, ist's Mühe und Arbeit gewesen; denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon. Wir bringen unsere Jahre zu, wie ein Geschwätz. Hüte dich, Hiobsposten zu bringen; man hasst den Verräter, und liebt die Verräterei. Wer heute ein Spiel gewinnt, verliert morgen siebenfältig, und mancher gibt mit einem Auge, und mit sieben sieht er, was er wieder erhalte. Wem das Glück wohl will, den macht's zum Narren. Die Narren haben ihr Herz im mund; aber die Weisen haben ihren Mund im Herzen. Wer mit einem Narren redet, redet mit einem Mondsüchtigen. Hüte dich vor dem, d e r s i c h s e l b s t g e z e i c h n e t h a t . über einen toten trauert man, denn er hat das Licht nicht mehr; aber über einen Narren sollte man trauern, weil ihm das Lämpchen im Verstände, wie den fünf törichten Jungfrauen, ausgegangen. Der Schweiss eines Aussätzigen ist besser, als der Ambra eines Narren. Gin gelehrter Mann ist in Gesellschaft wie der Mond, bald voll, bald halb, bald ein Vierteil; in seinem haus ist er immer eine Sonne. Lerne selbst, ehe du lehrst, und ahme nicht die ärzte nach, die wie Schneider den Schnitt am fremden Tuch lernen. Kühle dein Mütlein nicht, wie deine liebe Grossmutter, an Vater, Tochter oder Köchin, sondern lerne von deiner Mutter, auch ohne Schläge, dem Zorn ein Opfer bringen. Diene wieder deinem Knecht, der dir dient. Die Biene ist ein klein Vögelein, und gibt doch die allersüsseste Frucht. Wenn dir's wohl geht, denke, dass dir's übel gehen könne, und wenn dir's übel geht, denke, dass dir'