und grosse Philosophen sind. Die letzteren reden mit sich selbst, und machen mit der rechten Hand eine Bewegung. Dichter pfeifen. D e i n V a t e r . Nationen, die singend reden, und deren Sprache so ist, als wenn die Orgel gestimmt wird, singen schlecht. A l l e s d e i n V a t e r . Auch hab' ich von ihm die deutsche Sprache, sei nicht also. Der selige Herr Dr. Martin Luter sagt, der Teufel ist ein Trauergeist und macht traurige Leute; daher flieht er die Musica, und bleibt nicht, wenn man singt. Das Loblied Moses, der Prophetin Debora und Barak, als Sissera geschlagen ward, der gottseligen Hanna, das Loblied Hiskia, als er wieder gesund geworden, und des Jonas, da er aus dem Wallsische angelandet war, beweisen, dass nicht nur Männer, sondern auch Weiber heilige Lieder gesungen, und im neuen Testament singt der Priester Zachariä und auch die heilige Jungfrau. Durch die Instrumentalmusik spricht ein Stummer. Der Kranke geneset, das Alter verjüngt sich. Durch die Stimmmusik zerteilen wir die Wolken und dringen zum Herrn. Nur die Engelstimmen gehen über Menschenstimmen. Wenn Barbaren, die kein Wort deutsch können, uns überfielen: singt! Wenn man eine Wagenburg schlägt, und euch an allen Orten ängstigt: singt! sag' ich, und abermals sag' ich's, singt! Gesang ist ein niederschlagendes Pulver, Cremor Tartari für die Seele. Mein Sohn, wenn auch ein anderer über diess S c h a t z k ä s t l e i n käme, er wüsste von jedem Worte, wessen Geistes Kind es sei, ob mein oder deines Vaters und deines Grossvaters. Bei vielen hab' ich gesagt: d e i n V a t e r , bei vielen hab' ich's gedacht. Dein Grossvater und Vater haben gepflanzt, ich habe begossen, Gott gebe das Gedeihen!
Plato und Pytagoras waren zwar blinde Heiden; indessen glaubten sie, dass der Lauf der Sterne ein Concert spiele. Lobe den, der sie in Melodie setzte. Alles was Odem hat, lobe den Herrn! Dein Vater sagt, wer dieses Sphärenconcert nicht hört, wenn er ein Loblied singt, ist ärger denn ein Heide. Die Traurigkeit macht feig; ein Lobgesang macht lustig. Durch den Gesang redet der Leib der Seele zu: Sei gutes Muts, kleine Närrin! Siehe die Lilien auf dem feld, sie säen nicht, sie spinnen nicht, Gott nährt sie doch; sind sie denn mehr wie du? Ich sing', indem ich schreibe, und will, dass du singest, indem du liesest.
Was den Odem holet,
Jauchze, preise, singe!
blick herauf und blicke nieder!
Er ist Gott,
Zebaot!
Er ist hoch zu loben,
Hier und ewig droben!
Wer Gott dankt, um ihn zu bestechen, der dankt sich selbst. Mit dem G e b e t kann man Gott nicht so schänden, als mit L o b o p f e r . Bete wie ein klein Kind: Abba, mein Vater! dank auch so. Ich grüsse euch, ihr englischen Sänger in der Stadt Gottes, wo alles lieblich zusammenstimmt! ich segne dich zweiHerz genommen, himmlisches Jerusalem, mit deiner Süssigkeit, und die Lieblichkeit der stimme des Vollendeten hat mich gefangen. Ich habe Lust zu singen ein Lied im höhern Chor, und den andern Diskant beim h e i l i g , h e i l i g , h e i l i g ! zu versuchen. Böse Gesellschaften verderben gute Sitten, und Buhlerblicke sind Pfeile, die die Seele verwunden, und da hilft nicht Kraut noch Pflaster. Hüte dich! die Buhlerin spielt dir dein Herz aus der tasche. Hier steht sie, dort liebäugelt sie. Betrug ist ihr Gespinnst und Gewinnsucht ihr Zeitvertreib. Sieh nicht an eine Dirne, die betrübt ist, und ihr Auge niedergeschlagen hat. Wie die Gelehrten ihr Auge von der Sonne nicht wenden, wenn sie verfinstert ist, so zieht auch eine verfinsterte Schönheit die Jugend an. Jugend hat keine Tugend, und gleich und gleich gesellt sich gern. Das Werk lobt den Meister. Wie der Regent ist, so sind auch seine Amtleute; wie der Rat, so die Bürger. Ein wüster König verdirbt Land und Leute, wenn aber die Gewaltigen klug sind, gedeiht die Stadt. So wie unser Herr und Meister mit Zöllnern und Sündergesellen zu Tische sass, vermeide es auch nicht, mit Grossen der Erde umzugehen. Ziele nach diesen Leuten, sonst trifft man sie nicht, und fleissige dich, den rechten Fleck zu treffen. Bücke dich, allein zerbrich nicht das Bein; sei höflich, allein nicht beschwerlich. Wende dich an die Frau, wenn du an den Mann ein Gesuch hast. Krieche nicht, denn du hast gesunde Füsse. Bete nicht an güldene Kälber der Erde.
Du bist ja ein Hauch aus Gott,
Und aus seinem Geist geboren:
Darum liege nicht in Kot;
Bist du nicht zum Reich erkoren?
Sprichst du mit einem König, denke, du bist ein geistlicher König; sprichst du mit einem grossen Gelehrten, du bist ein geistlicher Prophet, und mit dem Superintendenten in Curland, du bist ein geistlicher Priester. Dränge dich nicht nach oben, oder zur Rechten; allein verrichte auch nicht Lakaiendienste. Hüte dich