person, sondern auf die Sache, und dann blickt euch um! Gehts anders in der Welt? Sind wir die Einzigen, die einen Pold verloren haben?
Beim Sonnenlicht besehen, was hat die ganze weite Welt, so lange der Mensch noch nicht auf seine eigene Hand lebt? Ohne durchs Schlüsselloch Entdeckungen zu machen, fragt den besternten Hofmann, wenn er des Tages Last und Hitze getragen, und gekrümmt nach haus kommt, ob alles Gold sei, was man für Gold ausgibt? Der Würgengel geht keine Tür vorbei. Er hat den Auftrag, sich überall an der Erstgeburt, am Markt des Lebens zu halten. – Vielleicht ist es noch am besten, den Exorcismus gebrauchen, den allgemeinen Klagen und allen Uebeln des Lebens durch eine Tollkühnheit widerstehen, den lieben Gott zu Gevatter bitten und Krippenreiten. Als ob die Spekulation etwas anderes wäre, als wenn ein Gevatterstand, den man dem lieben Gott ansinnt! – Wahrlich ein Krippenritt!
L. 3. Inst. quibus ex caus. manum. non lic. saepe de facultatibus suis amplius, quam in his est, sperant homines! – Lasst sie doch, die armen Menschen, wenn sie sich durch Selbstbetrug weiter bringen können; – ob so, oder anders!
Ehemals wirkte das Bewusstsein der Mühseligkeiten dieses Lebens den Entschluss, der Welt zu entsagen, welcher noch bis jetzt in einer Kirche, wiewohl nur in den meisten Fällen pro forma, Stich gehalten, bei mir wirkt er das Gegenteil. Nachdem ich mich anders bedacht, fand ich mein Zoar, meine Bücherstube, der Lage nicht angemessen, in die ich versetzt war. Gibt es denn mit Zoars und Sodoms und Gomorras in der Welt? – So wie die Welt jetzt ist, was meint ihr? scheint sie uns nicht noch am allererträglichsten, wenn wir näher auf sie zugehen, und durch Wandel ohne Krümme ihr ein Beispiel zeigen, nachzufolgen unsern Fussstapfen?
Studium, wenn es Trost des Lebens sein soll, kann nicht in einem platonischen optischen Kasten, oder in einer bessern Melodie auf den nämlichen alten Text bestehen. Und ist die Spekulation etwas anderes? Lasst euch doch nicht durch den Schall betören! Der Text ist immer derselbe. Die Stoiker liessen sich, ihrer Philosophie unbeschadet, zu Weltgeschäften brauchen.
Christus war nur vierzig Tage und vierzig Nachts in einer Wüste, und nie wagte sich der Satan an den Heiligen als eben hier! Fleisch und Blut ist in der Einsamkeit so laut, als es die Torheit in der Welt ist. – Wer kann mit Spekulation und wer mit Weisheit zu Ende kommen? Mit Geschäften aber kommt man zum Ende. Und welch eine Freude, zum Ende zu kommen! Wer sich selbst arbeiten auflegt, dispensirt sich auch selbst, färbt, ehe man sichs versieht, einen ganzen monat rot im Kalender, und hat alle Augenblicke einen Heiligen, dem er nicht die Messe abschlagen kann.
Geschäften ist bei dem Uebergewicht des Menschen zur Trägheit nichts besser als ein Muss! – Wenn es schon auf Kunst angesehen ist, warum soll man nicht zu diesem kunstreichen Muss greifen? Wenn die Dienstjahre nur nicht länger als sechs Jahre dauern. Jakob diente sieben und sein Lohn war eine Lea. – Wie man schläft, wenn man was beendigt hat, ist unaussprechlich! Man ruht, man stirbt, man aufersteht wie neugeboren! Dem Pastor schmeckts am Sonntag am besten, dem Junker am Ernteschluss und dem Kaufmann am Posttage.
Ich überlegte alles mit meinem weib und sie fand es wie ich. Was findet diess Mariengesicht nicht so?
Sehet, wir gehen hinauf gegen Jerus a l e m , sagten wir einander, und ich entschloss mich, noch einmal mich in Geschäfte einzulassen, wozu ich mich so wenig gedrängt hatte, dass vielmehr die dringendsten Anträge mich zuerst auf den Gedanken brachten. Diese Stelle ist sechsjährig, sie ist wohltätig für andere, und ohne alle andern Einkünfte als Diäten, zu denen ich noch einmal so viel legen muss, um in – – zu leben, wo alles kostbar ist.
Mein Weib, wünschte ich, möchte' einen Victualienzettel beilegen. Warum aber Beilage D, zu der ich mich nicht verbindlich gemacht? So muss man geschäftig sein, wenn uns Geschäfte zerstreuen und hülfliche Hand leisten sollen! Wenn diese Capitulationsjahre geendigt sind, bin ich gegen fünfzig, und wer drüber geschäftig ist, glaubt nicht, was Herr v. G. herzlich mitsingen wollte und nicht mehr konnte, was meine selige Mine mir noch zu guter Letzt schrieb:
Nach diesem Elend
ist uns bereit
dort ein Leben in Ewigkeit.
E i n V e r s u c h ! werden viele meine Leser sagen, und mein lieber – s dessgleichen. Freilich ein V e r s u c h , allein ein misslungener Process in der Chemie brachte das Porzellan aus Tageslicht, welches zwar zerbrechlich ist, indessen doch schön aussieht. Das Berliner hat eine schönere Malerei als Porzellan anderer Orte! Ein Baum ohne Zweige, ohne Kinder und Erben, schiesst in die Höhe! Das will und werde' ich nicht. Mein Mut ist nicht zum Himmelstürmen und das ich mich auf die gütige, milde Ausspannung aus dem Jahre der Standesrücksichten und gewisser Etiketten, ohne die kein Amt ist, und die mir schon seit der kurzen Zeit, da ich eingespannt bin, so drückend sind! – Bei Geschäften, falls sie köstlich gewesen, ist alles eine autonianische Chrie, wenn es noch so unpedantisch aussieht. – Auch