ihre Kriegskunst abstreiten? – Bücher sind nur ein Beweis für das, was in uns ist. Ihr Geist gibt zeugnis unserm geist, dass wir richtig wandeln. Wie leicht wird uns manches durch Umgang, was im buch so schwerfällig war. über den Fuss, auf dem ich mit diesen jungen Helden umging, waren sie ausgelassen. Mich sollte verlangen, fing der eine an, was er von meinem Aufsatz sagen wird! – Ich durfte nur überall natur hineinbringen! Alles war schwer von Kunst beschlagen. Ich brauchte nur den Kopf zu schütteln und alles ward glatt ausgelöscht. Gnade dem Gott, der sich unterstand, um den Deutschen zu verargen! Die Russen ziehen selten aus dem Kern etwas gross. Alles wird mit der Wurzel verpflanzt! – All' mein Lebtage denke ich an einen Vormittag, wo meines Vaters Geist auf mich fiel, und wo meine beiden Freunde ausnehmend zufrieden mit mir schienen.
Wir sprachen vom obersten Commando, wozu wir die gelegenheit nicht weit suchen durften. Nicht wahr, es sollte nach der Staatsform geformt werden? Ist die monarchisch, aristokratisch, demokratisch, so auch das Commando. Der hat sehr über den Soldaten gewonnen, der ihm einbilden kann, er wäre zu haus! – Die Maxime ist gar nicht unüberdacht, dass man den Soldaten das Heiraten verbietet. Da merken sie es gleich, dass sie nicht zu haus sind, wenn sie ihre Weiber nicht bei sich haben! Ein Weib und ein Schlafrock scheint einem Soldaten gleich unpassend.
Soll ein Prinz das Commando haben? Gustav Adolph und Karl der XII. scheinen fast auf ein Nein zu bringen; P e t e r d e r E r s t e , K ö n i g F r i e d r i c h würden es bejahen.
Zum Beschluss tranken wir dem Drosselpastor zu Ehren: Vivat Academia! Es lebe Romanzow!
Meine beiden Schüler waren jung und konnten nicht umhin, sehnlichst zu wünschen, dass Lustbarkeiten, Bälle und Teater im feld erlaubt wären! Ich schlug es ihnen rund ab. Nicht eines? Der keines, lieben Freunde! Der Kampf der Ehre und Liebe macht den fünften Actstod so schön, dass man mit Geschmack sterben will! – Im feld muss man den Tod nehmen, wie er kommt – da hilft keine Herz-Mutter! Diess brachte uns auf die lieben Franzosen, die ihren Feld-, Tanz- und Fechtboden, ihr Feldteater und andere Feldplaisirs mehr haben! – Feldbiblioteken ja nicht zu vergessen! – Die guten Herren! Da sie zu sich selbst kein sonderliches Zutrauen fassen können, haben sie Zutrauen zu Festungen! Ich bin für Soldaten von deutschem Schrot und Korn. Im feld muss man Flinten blitzen sehen, und Soldaten-Volkslieder singen hören. Ein Marsch, ein Feldgeschrei, das ist alles, was von Instrumental- und Vocalmusik erlaubt ist. Lasst den Schäfer ins weiche Bett des Grases sich legen, lasst ihn beiher die Nachtigall aus einem Blütenbaum schlagen hören! Wir haben vom Stoicismus Handgeld genommen. Wahrlich, die erhabenste philosophische Secte! Lasst uns mit der königlichen Frau Mutter so umgehen, wie Alexander mit Madame Darius, und ich mit der Babbe, welche zum Leidwesen meiner Mutter über der königlichen Würde die Grütze versalzte! Gute Mannszucht ist Empfehlung zur Huldigung! – Mannszucht ist Strenge! – wo die nicht ist, wie kann da Güte sein? Liebe ohne Gerechtigkeit ist ein Unding! – Welche Nation denn die tapferste wäre? – Die russische, sagten meine beiden Jünger. – Leute aus bergigen Orten, fiel ich ein, sie sind allen Elementen ausgesetzt, und wer die aushalten kann, was hat der seines Gleichen zu fürchten? Die Gallier jagten den Römern wegen ihrer Grösse Schrecken ein, und man sage, was man will, Friedrich Wilhelm hatte mit seinen Potsdamern in der Regel so recht, als sein Sohn, diese Riesen in alle Welt gehen zu lassen! Grosse Leute sind wie Mauern und Wälle. Zu ersteigen ist alles! Wie viel brechen aber darüber den Hals, ehe sie oben sind? Ich war von Jugend an sehr für Berge. Grosse Menschen sind Berge! Befehlshaber dürfen nicht nur nicht gross sein, sondern hier wird oft die Grösse schädlich. Höhere Wesen, wenn sie erscheinen sollten, würden sich in ein mittelmässiges Menschenkleid einkleiden. Kein grosses Genie hat Riesenhöhe! – Starke ausgewachsene Männer sind die bescheidensten! – Ich wollte mit der goldenen Regel schliessen: Ein weiser Mann ist stark und ein vernünftiger Mann ist mächtig an Kräften; allein man wollte noch mehr von der Furcht, dem Hauptfeinde des Soldaten.
Ich hatte geäussert, dass man durchaus retiriren lernen müsste; bei diesem einzigen müsste man im Kriege an strenge Regeln gebunden sein. Den Feind zu weit verfolgen, heisst ihn zur Verzweiflung bringen, und dann kehrt sich auch der Feigste als Held um. Konnte nicht ein so unbekannter Mensch, als Herostrat, den Tempel zu Ephesus anstecken? Mich ärgert, wenn man seinen Namen ausspricht. Das wollte er nur. Ein einziger Strahl, so macht der Flüchtling Halt! ist feuerfest – ist Mauerbrecher!
Man hat so viel, fing ich an, von der Furcht gesagt, dass gewiss der kleinste teil richtig sein kann! Die Deutschen gingen nie zum Rat, nie zum fest unbewaffnet. Sie schlugen auf ihre Waffen, das hiess Ja! Die Waffen waren ihr Sprachrohr. Diess alles nicht aus Furcht, sondern um mit den Waffen bekannt zu werden. Ordnung