E r . Der Monarch liebt die Jagd.
I c h . A u g u s t d e r S c h ö n e , König von Polen, liebte die Jagd rasend, und der Original-König Friedrich, liebt er sie?
Schon habe ich bemerkt, dass die Frau v. G. ihrem Sohne die Trauer sehr pünktlich vorgezeichnet. Herr v. W. hätte nicht genauer sein können, wenn von ihm ein Trauergutachten auf Ehre und Reputation wäre abgefordert worden. Wer aller dieser Trauergesetzgebung ungeachtet nicht trauerte, war Junker Gottard!
Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen, sagte er; dem Vater mehr als der Mutter.
Herr v. G., der Selige, declamirte, nach der Relation des Junkers Gottard, unaufhörlich wider alle Trauer. Jedes, sagte dieser Naturmann, hat seine Tracht. Die Erde grün, die Sonne Gold! Grün und Gold ist Erde und Sonne!
Bruder! sagte ich, man siehts dir nicht an. (Diess war seine Uniform, wie wir alle wissen.)
Ihr Gelehrten habt alle kein Auge, erwiderte er.
Aber die Jagd, Bruder! verbot sie der Selige nicht?
Er selbst war Jäger; bin ich denn noch Student?
An der Taube hast du den Erb- und Gerichtsherrn von – gesehen, nicht wahr? in Lebensgrösse! Sei immer eine Taube, lieber Gottard!
Der Zeitpunkt kam, den ihm die besorgte Mutter bezielt hatte, und nun schieden wir an einem regnichten Tage, nach Mittag, weil es eine weite Reise war, von einander.
Es ist in diesem buch schon so oft Abschied genommen worden, und begnüge ich mich also zu bemerken, dass der unsrige kurz und gut war, wie vieles in diesem Buch ist. Ginge ich zu Fuss, würde ich behaupten, ich ginge mit einem Springstock. – Gottfried hatte etwas Schriftliches aufgesetzt, das er mit einer Art behändigte, die nicht zu beschreiben ist.
Der Jüngling, fing Gottard an, lehrt den Mann, der Mann den Greis. Der Grund, die Folge, pflegtest du zu sagen, lieber Bruder! Du sollst Freude an mir erleben! – Gott segne dich, lieber Gottard, sagte ich.
E r . Du wirst dein Lebtag nicht Pastor werden.
Nach einem kleinen Wortwechsel mit dem Postillon wegen der drei Hunde brachte Junker Gottard es in einem Augenblick durch Geld und gute Worte dahin, dass der Postillon diesen dreien Argos selbst ein Lager legte! Und nun liess Junker Gottard über und über blasen! R e i s e g l ü c k l i c h !
Zum erstenmal empfand ich die Glückseligkeit, a l l e i n zu sein! Dass Leute in gewissen Jahren zum Traualtar so schwer zu bringen sind, kommt wahrlich daher, weil sie die Süssigkeiten des Einsiedlerstandes gekostet haben! – Luter sagt, wo ich nicht i r r e : wo reiche Leute sind, ist Teurung; wo Menschenhülfe aufhört, da sängt Gotteshülfe an! und gewiss, keinen hat Gott und die natur verlassen! – Wahrlich, Freunde, es ist keine unrichtige Behauptung, dass der ehelose, der einsame Stand nach der jetzigen Eheweise unendlich viel zum göttlichen Leben beiträgt; dass eine gewisse Kirche die Ehelosen begünstigt, ist es Wunder? R u s s e n ! K r i e g ! T ü r k e n ! das waren die drei Worte, bei denen ich stehen blieb, und mich ausruhte. Auch ich war fertig, nach dem Ableben meiner Mutter, wie aus der Pistole. Preussen vermied ich wohlbedächtig, ich wollte stark sein, und wahrlich, das heilige Grab hatte mich geschwächt!
* * *
Ich kam ins r u s s i s c h e Lager zu einer teuren Zeit. Die Türken hatten alle Lebensmittel aus der Moldau aufgeräumt, um uns das Bahnmachen, das Vorrücken zu behindern! – Solche Zäune sind im Kriege die gefährlichsten.
Fürst G a l l i z i n (sein Name sei in der geschichte ehrwürdig!) liess zwei Brücken über den Dniester schlagen und brach auf mit uns. – Die Hauptmaxime des Krieges ist freier Kopf und freie Füsse. Sich den Feind vom leib halten, ist im Grossen und Kleinen ein wichtiges Glück.
Wer von mir Ulysseische Wanderungen erwartet, dem gebe ich eine gültige Anweisung auf den H o m e r , und wenn er will, auf den Professor Grossvater, der dem Homer neben der Bibel ein Räumlein vergönnt hatte! – Wer nach einer Abhandlung wider den Soldatenstand dürstet, gehe zum Antagonisten des Reiters, dem Professor – Klein-Vater hätte ich bei einem Haar geschrieben.
Freunde! um euch nicht ganz im blossen zu lassen: Es ist alles in der Welt nur ein Spiel! Der Soldatenstand, wie der akademische, der Feldherr, Professor, die Stabs- und andere Offiziere, Magistrati, Baccalaurei, Licentiaten, Candidaten, Fussvolk und Reiterei, Studenten, im vollen Mond, im halben, im Viertel: nur mit dem kleinen Unterschiede, dass der Pedantismus mehr im Soldaten, als im akademischen stand herrscht.
Ich bitte, mein Herr Obrister, diess für keinen Druckfehler zu halten. Tausendmal habe ich gedacht, nur neue Dekorationen, das Stück ist das nämliche. Wenden Sie Ihre Zeit gut an, sagt der General und der Professor, und wenn sie Pietisten sind, setzen sie hinzu: Gott segne Ihre Unternehmungen! Ich dachte