gelobet!
Und gebenedeiet! Kurz und gut, lieber Professor! gesetz ohne Vollstreckung sind Professores ohne Studenten!
Zur Vollstreckung sind hundert Mann genug.
Nachdem die Untertanen sind, viel oder wenig, ruhig oder unruhig.
Man weiss nicht, ob Julian die Christen, oder die Christen den Julian verfolgt. Die Sterbescene an seinen Ort gestellt, da Julian eine Handvoll Menschenblut mit den Worten gegen Himmel warf: Endlich hast du, Galiläer, doch überwunden!
I c h . Julian? –
Die wenigsten Untertanen lassen es bis zur Execution –
Und die Nachbaren?
Müssen denken wie wir!
Müssen? Und wenn nicht?
Greift der Bürger nach seinen Waffen.
Der Professor nach dem Studentendegen.
Hat es denn nicht militiam civicam gegeben?
Schneider zum Beispiele.
Fleischer, Schlosser, Schmiede, unsere Fuhrleute
Gänse zur Leibwache fürs Capitolium –
Was ich bei dieser Unterredung für vernünftige, lautere Milch in Absicht meines Entschlusses eingesogen, wird jeder selbst einsehen. So lange die Welt so ist, wie sie ist, scheint der Soldatenstand so etwas Männliches, so etwas Rüstiges an sich zu tragen, dass ich keinem jungen Menschen, falls er nicht eine M i n e hat, verarge, wenn er dem Kalbfell folgt, so wenig wie dem Sokrates, dass er zwei Schlachten pro patria et gloria übernommen. Der Gebrauch, dass man das Kind die Semmel erst mit einem Pfeile treffen liess, ehe man ihm solche bewilligte, hat er nicht sein Gutes? Und wer kann meinem Vater das Alexanderspiel vorrücken? Man sieht den Krieg als einen Staatsaderlass an, und vielleicht nicht ohne Grund. Der Professor war der Meinung, so wie es alle Schulmänner sind, der Peditatus, das Fussvolk, sei der Kern, die Phalanx der Armee. Weil die Alten dafür gewesen, sagte der Officier, und weil die Schulofficiere selbst alle Peripatetiker, Spaziergänger sind. Der Officier war ein Reiter. Ein Pferd ist freilich ein geborner Soldat unter den Tieren, und kann es vom Reiter mit Recht heissen: doppelte Schnur reisst nicht; indessen war ich mit dem Professor sehr fürs Fussvolk. Kein Wunder, da ich Student war. Ich blieb aber auch dieser Meinung, weil ich in der Jugend schon bei der Infanterie gedient und einen rühmlichen Abschied als Alexander erfochten. Fusssoldaten sind die Richter, die das Urteil aussprechen; die Reiter vollstrecken es nur.
Dass doch der gütige Himmel diess Kränzchen beim königlichen Rat in Frieden erhalten wolle! Nach meinem letzten Briefe aus Königsberg lebt er noch, der Präsident desselben, dieser Mann mit einer offenen, weit offenen Stirn, schwarzem Haar und einem Auge, in dem man ihn im Kleinen, allein doch ganz sah, dieser Mann, der in den Mond und auf ein Grab sehen und weinen konnte.
Es gehört, sagte der königliche Rat, Minister und General zum Kriege; einer, der das Pulver erfindet, und ein anderer, der es braucht; und diess kam dem Professor wie gerufen. Was will denn der Soldatenstand? sing er an. Erfand nicht ein Geistlicher das Pulver? Und hat nicht Daniel einen Traktat von der Cavallerie geschrieben? Der Officier hätte, das sah man ihm an, den guten Mann nicht ohne ein W e r d a ? gehen lassen, wenn nicht Daniel eben von der C a v a l l e r i e geschrieben. Das brachte ihn durch.
über die fremden Worte beim Exerciren war der Officier am verlegensten. Die Herren, sagte der Professor, sind alle deutsche Briefe mit französischen Aufschriften. Für ausbrechen, fortgehen, sagen sie marschiren, für Schlacht Bataille, für Rittmeister kapitän, für Rottmeister Corporal, für Feldwebel Sergeant. – Warum denn nicht Feldherr, sondern General? Von den Polen können wir deutsch lernen; da gibt's allein Gross- und Unterfeldherrn. Zwar, fuhr der Professor fort, haben die Herren freilich auch ihre deutschen Kunstwörter. So heisst z.B. der Teufel hat ihn geholt, in unserer Sprache: er ist sanft und selig im Herrn entschlafen! aber – W e r a n d e r e j a g t , fiel der Officier ein, w i r d s e l b s t m ü d e ; und der Professor wie ein Kanonenschuss: Man muss sein Geld nicht in einen Kasten werfen, wozu man den Schlüssel nicht hat.
Ausser in den Gotteskasten, sagte der königliche Rat.
S o l d a t ! aber wo? eigentlich ist man Soldat fürs Vaterland. Da Curland indessen kein Vaterland ist, oder da Curland keine Soldaten hält, so war mir die ganze Welt offen. W o ? dachte ich. Der gute Officier, ohne zu wissen, was ich dachte, sprach ohne Ende und Ziel von der überwiegenden Würde eines preussischen Soldaten. Ueberzeugt, dass er mit drei Mann dreitausend schlagen könnte, so dass kein Gebein von ihnen auf dem andern bleiben sollte, war ihm Alexander nicht gross. Alexander nicht? Der Professor sagte an einem tapfern Tage: Gewiss hat ein preussischer Trompeter die Mauern von Jericho zu Schanden geblasen. Unser Reiter lächelte. Wissen Sie, Freund! fuhr er fort, die Unterredung des grossen Alexander mit dem Seeräuber, der sich so nahm, als wären sie Kriegscameraden? Der Reiter lächelte. Als Alcibiades, sagte der Reiter, erfuhr, dass die Atenienser ein Todesurteil über ihn ausgesprochen, sagte er, lasst uns ein Lebensurteil eröffnen, und diess Urteil in Rechtskraft setzen