Kupferstich, wo ich ihn auch mit Hörnern gesehen! – Sie dient, ich diene. Mein adelicher Herr kann ihre Jungfer leiden, und – was soll ich läugnen? – ich sie! Wenn ich sie nur ein wenig hart zur Hand nahm, gleich ein Schrei! und dann wieder: bringen Sie mich nicht zum Ende! Sie werden Unheil anrichten! und so weiter. Kam ich Sonntags, las sie: die in Gott andächtige Jungfer mit ihren Morgens und Abends zu Gott erhabenen Händen, an Sonn- und Festtagen, sowohl durch auserlesene Sprüche der heiligen Schrift, andächtige Gebete und geistliche Lieder vorgestellet, als in beigefügten saubern Kupferbildern entw o r f e n v o n M. Nicolao Haas, Pastore Primario u n d Inspectore d e r e v a n g e l i s c h e n Kirchen und schulen zu Budissin.
Stade, druckt's und verlegt's Caspar Holwein. Im Jahr 1717.
Was mir diese Andacht durchs Herz ging, kann ich nicht sagen. Den Titel abzuschreiben, hat mir, wie Ew. Wohlehrwürden leicht denken können, viel Mühe gemacht; aber ich tat es mit Freuden, um Ew. Wohlehrwürden diese Freude zu machen. Weiss nicht, ob Ew. Wohlehrwürden diesen H a a s , diesen C a s p a r H o l w e i n und d i e i n G o t t a n d ä c h t i g e J u n g f e r kennen. Sollte mir herzlich lieb sein, wenn es wäre! Der Name H a a s ist freilich etwas anstössig; wer kann aber für den Namen? Die Kupferstiche sind sauber. Wo ich ein andächtiges Weibsbild auf Knien fand, dachte' ich, Lieschen war' es auf ihrem Herzensknie. Das Büchelchen war mit Silber beschlagen. Können sich Ew. Wohlehrwürden von dieser in Gott andächtigen Jungfer mit ihren Morgens und Abends zu Gott erhabenen Händen an Sonn- und Festtagen vorstellen, dass sie vor vierzehn Tagen ein Söhnchen taufen lassen? Da wär' ich angekommen, wenn ich es mit ihr zu Ende gebracht! Ich habe gar viel Spott darüber von Freund und Feind erlitten, weil man nichts anders glauben wollte, als dass ich Hähnchen im Korbe gewesen! – Der Täter soll ein liederlicher Bursch sein, der durchs Gebetbuch gewiss nicht angelockt worden. Hab' ich doch um das Mädel geweint, wie ihr kleines Kind. Da war sie in Angst und Not wegen ihres Kindes, und wollt' ich wohl oder übel, musste schon in einen sauern Apfel beissen und das Kind ernähren. Der Apfel ist eben so sauer nicht. Geht schon in den vierten monat, dass ich das Kind erhalte. Ward mir indessen vom J o h a n n , der sich auf so etwas versteht, angeraten, zum Richter zu gehen und über das alles ein Protokoll zu lösen, damit ich nicht zu Kind und Kegel käme, wozu hier zu land die Unschuldigsten am ersten kommen. Ist ein braver Mann der Richter, nahm kein Geld für die Schrift; wohl aber musst' ich den Stempelbogen bezahlen, weiss nicht, warum? Besser wäre es gewesen, das Kind hätte das Geld dafür aufgepappt.
Was das wunderlichste dabei ist, so tut die in Gott andächtige Jungfer, als wäre die ganze sache' eine Kleinigkeit! – Wie man es nimmt, freilich eine Kleinigkeit. Der Stempelbogen ärgert mich am meisten! – Wozu ist denn ein Stempelbogen nötig, wenn man ein Kind einer in Gott andächtigen Jungfer, Stade druckt's und verlegt's Caspar Holwein, erziehen will? Johann sagt, ob Rose oder Knöspchen. Weiss nicht. Liese soll sich haben verlauten lassen: Wer wieder aufstehen kann, was tut dem der Fall? Ich denke, tut viel, und wär' es auch nur, dass alle Leute drob lachten, wenn man fällt. Sollte man glauben, Lieschen liest wieder die in Gott andächtige Jungfer, als wäre nichts vorgewesen. Mit der Zeit, merk' ich, ist man allen kleinen Kindern gut. Vater sein oder nicht, macht nichts zur Sache. Ew. Wohlehrwürden würden dem Knäbchen selbst gut sein, wenn Sie es sehen sollten. Ist ein feines, sauberes Kind, wie die Kupferbilder! Zwar sagt die arge, böse Welt, dass es mir ähnlich wäre; allein was sagt die nicht? Ist nur gut, dass ich das Protokoll auf Stempelpapier habe, um der argen, bösen Welt das Maul zu stopfen; zu so etwas ist ein Stempelbogen gut.
Ew. Wohlehrwürden Herr Sohn wird von allen Menschen geliebt. Ich wette, wenn er Geld lehnen wollte, Juden und Christen würden ihm leihen auf sein blank Angesicht. Sonst gibt man den Studenten kein Geld, sie studiren weltlich oder g e i s t l i c h ! Warum denn nicht? – Sein gerader Weg macht ihm Credit überall. Wenn was zu sehen ist und es ist Wache ausgestellt, Er kommt, gleich ist die Pforte offen, ich hinterher, wie Ew. Wohlehrwürden leicht denken können. Jeder Vater, der ihn ansieht, möchte ihm seine Tochter geben, und jede Tochter, das wollte ich wetten, möchte ihn auch gerne mit Herzen, Mund und Händen! Das lässt er aber bleiben. Er wird sich durch keine in Gott andächtige Jungfer anstecken lassen; ob er aber ohne Protokoll abkommen wird, zweifle sehr