τοιουτη συνων σωματι, τινα, ηγουμε α, ε’χε ψυχην.
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Hüte dich vor dem, den Gott gezeichnet hat, ist freilich eine apokryphische Regel; aber können wir denn die Sinnlichkeit ablegen, und trauen wir wohl einer Seele, die so schlecht wähnt, Geschmack zu –? Niemand hat uns Christi Gestalt rein und lauter beschrieben, Weber Lukas, noch die heilige Veronika, und ich ärgere mich, wenn die Maler und Zeichenmeister sich um die Wette bemühen, einen Christus-Kopf darzustellen. Den werdet ihr nicht treffen, liebe Leutlein! Ein Marien-Gesicht, das lass' ich gelten, da wollte ich schwören, dass mein Weib einen Zug von ihr hat. Mein Sohn lag in seinem vierzehnten Jahre ohne Hoffnung darnieder, und mein Weib, wie Maria des Herrn Mutter: ich bin des Herrn Magd, mir geschehe wie du gesagt hast. – Ich ehre den Sokrates.
Nicht so, wie ich!
Kann sein, weil ich ein Christ bin.
Und wenn es Sokrates auch gewesen? Christus war er nicht; warum wollen Sie ihm aber den christlichen Glauben absprechen? Weil sie ihm die Hand nicht auf seinen Mondkalbskopf gelegt –
Sie spötteln.
Und Sie predigen!
Das tat Sokrates auch.
Und schrieb nicht, so wie wir alle beide. Da sind wir wieder zusammen wie Mann und Weib!
Nur noch lange nicht eine Seele! Freilich besass Sokrates etwas, das die Weisen seiner Zeit nicht hatten, was man einen Dämon, einen sokratischen Schutzengel nannte, und was nichts weiter als ein philosophisches Genie war. Genie und Dämon ist nicht viel auseinander.
Pastor! den Rabatt lass' ich mir nicht gefallen; kann denn nicht wirklich eine unsichtbare Gestalt –? Wusste denn nicht Sokrates Zukünftigkeiten?
Wie Sie und ich.
* * *
Zu Christo kam Nikodemus des Nachts; zu Sokrates der Euklides.
Aber Nikodemus, ein ehrbarer Ratsherr, maskirte sich nicht in Weibertracht.
Wie Sokrates starb!
Ist die Frage.
Gross, Pastor!
Kann sein.
Stehen Sie etwa des Hahns wegen an? kommt denn nicht auch ein Hahn in der Passionsgeschichte vor?
Da Petrus Christum verläugnete.
Eben krähete auch jetzt ein Hahn, und Herr v. G. war still, kam aus dem Zusammenhang und machte ein Gesicht, als wollte er sagen: du hättest auch nicht krähen dürfen.
Mein Vater tat, obgleich es schien, dass er wider den Sokrates war, ihm die bündigste Ehrenerklärung, sobald Herr v. G. nur nicht auf Kosten des christentum dem Sokrates lobredete. Es war unmöglich, dass Sokrates und mein Vater nicht gute Freunde sein sollten.
Cicero, sagte er, nannte ihn den Adam der Philosophie, den Vater der Weisen, und das mit Recht, weil er die Sophisten seiner Zeit, die mit einem Wortkram von Scholastik geziert waren, so trefflich durch gemeines Leben, durch edle Einfalt in die Enge trieb. Geht's denn unsern Philosophen anders? Sind denn nicht die meisten, den P r o f e s s o r G r o ss v a t e r nicht ausgenommen, in Wortsünden empfangen und geboren? Haben sie nicht alle sophistische Erbsünde? Sokrates war ein Volksphilosoph, und so ist die Einfalt zu nehmen, die er frei von sich bekannte. Er fing nicht Fliegen in einem Spinnengewebe von Feinheit. Aus Hausmannskost bestand seine Mahlzeit. Was nützen denn Definitionen, wenn man das Wort versteht, und was hat man denn, wenn man ein ganzes Geschlechtsregister eines Worts gelernt hat? Tun die Philosophen viel mehr, als jener Landgeistliche, der seinen Bauern bei gelegenheit des Evangelii vom reichen Fischzuge erklärte, was ein Netz sei. Das Dorf hatte grosse Fischerei.
Die Standrede, die Diogenes auf den Sokrates hielt, verhält sich freilich zu der des Hauptmanns unterm Kreuze wie beide Erblasste gegen einander. Er ist ein frommer Mensch und Sohn Gottes gewesen! – Meine Frau sagt: da zog die Erde den Tremulanten, sie bebte! – Da wurde das Haus des Entschlafenen der Himmel, mit Trauertuch ausgeschlagen. Es ward eine Sonnenfinsterniss, und hat meine Maria nicht Recht?
Diogenes sagt: Πρωτος μετα το~ μα ητου ’Αισχινου ρητορευειν
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εδιδαξε, κα` πρωτος περ` βιου διελεχ η, κα` πρωτος ’ ′
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φιλοσοφων καταδικασ ε`ς ετελυτα.
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(Diogen. Laërt. I. 2. sect. 20.)
Herr v. G. verstand freilich kein Griechisch; wie konnte er aber auch verlangen, dass Diogenes seinetwegen deutsch oder lettisch lernen sollte? Beiläufig, sagte mein Vater, die drei Teile, in welche die Leichenrede des Diogenes zerlegt ist.
Sokrates war ein Herzensredner, ein Moralist und der erste philosophische Märtyrer.
Der erste? fragte Herr v. G. Der erste, antwortete mein Vater; denn wenn gleich in der Recension über diese Standrede bemerkt worden, dass Z e n o noch vor dem Sokrates ums Leben gekommen, so starb
Die Schacher litten, was ihre Taten wert waren. Z e n o , als General, in Sachen seines Vaterlandes wider den Tyrannen Nearchus. Sokrates starb und κα
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ταδικασ ε`ς, durch ein Criminalurtel unschuldig verdammt.
Teurer Sokrates, du wolltest die Menschen zur erkenntnis Gottes und seines Willens bringen; du wolltest die Menschen gehen lehren, die gegen Himmel sahen und darüber das Bein brachen. War das dein Lohn