, den Geiz und andere Schand und Laster erreget, auch sie ist aus der unversiegenden Quelle alles Guten. – Welch eine Fülle der Weisheit liegt in allem verborgen! Eine Welt mit diesem Bösen ist besser als eine ohne solches. O welch eine Tiefe des Reichtums, beide der Weisheit und der erkenntnis sind deine Gerichte und unerforschlich deine Wege! Denn wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen, oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten? Denn von ihm und durch ihn und in ihm sind alle Dinge! Ihm sei Ehre in Ewigkeit, Amen!
Was aus Gottes Händen kommt, ist eitel gut!
Ich nehme, wie er's giebet,
singt Ihre Frau, die anders rechnet als ich. In der Summe stimmen alle guten Menschen auf ein Haar! Toren! – Ihr wollt Gott den Herrn meistern? Ihr wollt sticken und flicken wie die Pastorin sagt? Es ist nicht völlig r e g e l m ä ss i g , glaubt ihr? Und wisst ihr denn, dass sogar alles was über die Regel wegragt, was der Regel über die Schulter sieht, g ö t t l i c h ist? – Man nennt das Geniezüge, die grösser als die gemeinen, bekannten Regeln sind, und sagt zuweilen von einem Stück, wo doch zuweilen nur ein einziger gewagter Strich vorfällt: Ueberaus schön! Unvergleichlich!
Ein Gesicht, ist es bloss regelmässig, kann es schön sein aber nicht drüber. So war das Gesicht der Jungfrau Maria schön. Christus, der Herr, hatte einen Zug, der göttlich, der nicht regelmässig war. – So und nicht anders seht die Welt an, und findet ihr dennoch
Was böse scheinet, ist Gewinn,
Der Tod selbst ist mein Leben!
Der Teufel selbst ist Gottes Staatsminister.
An die Vorsehung glauben, ist weit besser, als lauter gute Schicksale haben! Wir würden sonst gleichgültig gegen alles sein. – Du denkst nicht an Gott? Wer lange nicht an ihn gedacht hat, scheut sich, ihm nahe zu kommen. Er fürchtet sich vor ihm. U n g l ü c k ! Ist denn wirklich Unglück in der Welt? Die Künstelein, die Bedürfnisse, welche der Mensch so mühsam suchte, haben sein Unglück gemacht. Reichtum ist nichts Wesentliches. In der im Argen liegenden Welt sieht er zwar so aus, allein er ist es nicht. Gott der Herr würde ihn sonst nicht so verteilt haben. Wer hat denn den Reichtum? Gemeinhin Leute, mit denen wir nicht tauschen würden. Christus war ganz und gar nicht für den Reichtum, und da er wirklich an sich etwas Unnatürliches ist, wie schwer ist es, hier ein guter Amtmann Gottes zu sein. G o t t ! wende den Reichtum, wende ihn von mir, wenn ich die Buchhalterei nicht verstehe, die vor dir gilt!
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heisst das Salz der Erde sein, wodurch uns die Welt schmackhafter wird; das Reich oder den Stand der Gnaden beschleunigen, diesem Gnadenzeitpunkte Gewalt antun. Hab' ich nicht viel von Ihnen behalten, Pastor?
Einen sehr grossen teil ist dieser Gnadenpunkt durch die Erscheinung Christi ins Fleisch herangerückt! – Daher heissen auch die Tage von den ersten Weihnachten: diess ist die angenehme Zeit, diess ist der Tag des Heils! – Und es mag es gesungen haben, wer da will, wahr ist's, dass durch Christi Herabkunft Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen, und eben dadurch Ehre Gott in der Höhe entstanden!
Dess sollen wir alle froh sein,
singt die Frau Pastorin, und ich singe es mit. Was wollen Ew Wohlehrwürden mehr?
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Diess Singen und Singen bringt mich zur Behauptung, dass das alte Testament Poesie, das neue Prosa sei: so wie die Poesie eher als die Prosa gewesen. Garten, wie wir wissen, eher als Feld. Alles war im sogenannten alten Bunde Bild! Opfern ist ein sehr nawirklich etwas ab, und zwar eben dahin, von wo so viele gute und vollkommene Gaben herabkommen. Seht nur, wie im Junius die natur opfert! Das Opfer steigt hinauf, welches die Blumen dem himmlischen Vater bringen! Die Erstlinge des Frühlings! Wie natürlich die ersten Menschen aufs Opfer gekommen! Es ist viel Poesie beim Opfer, sagten Sie, Pastor! Wahr! Weg mit dem Rauch aus der Schachtel des Apotekers! Lasst die Blumen opfern; wir wollen im heiligen Leben wandeln! – das Alter ist nicht so empfindsam als die Jugend. Es scheint, dieses sei die Folge der Vernunft. Einer jungen Frucht drückt man alles ein. Wozu dienen aber junge, unreife Früchte? Freilich schmecken unreife Stachelbeeren mit jungen Hühnern nicht übel; – allein sie müssen versüsst werden, und reif bleibt doch reif.
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Christus brachte die Menschen auf die Akademie, nachdem sie vorher in der Schule gewesen und oft Schulläufer geworden. Nie legte er es darauf an, ein weltliches Reich zu stiften. Hätte er's getan, sagt selbst, wer kann es oft genug fragen, wäre es nicht gewesen, um das Reich Gottes näher zu bringen? Johannes und Jacobus liessen zwar durch ihrer Frau Mutter ein paar Plätze zur Rechten und Linken bestellen; allein Christus gab ihnen zur Resolution, ihr wisset nicht, was ihr bittet. Er war ein Jude, weil dieses Volk das einzige war, das mit so entsetzlicher