konnte sich Herr v. G. anders helfen, als dass er sich drei Hunde zulegte, die er Argos hiess? Sie hatten andere Namen, er aber firmelte sie. Ich will nichts vom christlichen Namen Satan sagen, fing er an, wie kann aber ein Hund Packan heissen, wenn man in Königsberg vom Grossvater examinirt ist? Homer! ich kann dich anreden, denn du lebst, du bist unsterblich! – Wie ist's möglich, dir ein besseres Opfer, selbst in christlichen zeiten, zu bringen? Die dir angrenzende Nachwelt schlug sich deines Geburtsorts halber; ein curischer Edelmann nennt seine Hunde Argos! Wer es empfinden kann, wie schön es sei, dass ein Buch aufs Leben wirkt, was kehrt sich der an die P a c k a n s seiner Zeit!
In einem kleinen Garten kann füglich nicht natur
sein. Der Geschmack liebt Miniatur! – Er besteht in der Kunst, etwas aus dem Grossen ins Kleine zu bringen, um es übersehbar zu machen. Er ist so etwas Menschliches, als die natur Göttliches ist! – Und hiemit, löbliche Universitäten, lebt wohl, lebt wohl! Wir scheiden so, wie in diesem teil oft geschieden werden wird! – Ihr habt keine Autentica habita Cod. ne filius pro patre etc. nötig, keinen Kranz, kein Gnadenzeichen – die ganze Fülle der Gelehrsamkeit wohnt in euch leibhaftig!
In seinem ganzen Leben hatte mein Vater keinen
längern Brief geschrieben, als den ich auf meinen b e r l i n i s c h e n von ihm erhielt. Ein gross Compliment für König Friedrich, wenn er deutsch könnte. Mein Vater suchte Rinnen, um abzulaufen, so voll war er – s t e l l e n w e i s .
Ich habe zwar die Melodie noch behalten; allein den Text habe ich in diesem sogenannten freien land, dass sich Gott erbarm! vergessen. Ein Hutmacher macht Cardinäle; allein kein Juwelier ein König! – Ich will es nicht sagen, dass es dir wie manchen Malern gegangen, die das Pferd besser als den Reiter treffen; allein wie ungern fand ich hie und da einen Abbruch zur Unzeit! Reden kommt vom Reden; Tun vom Tun. Weiber essen sich trunken; Männer müssen Pokale haben, wenn sie warm an der Stirne werden sollen!
Auszug aus einem Briefe nach
Königsberg.
Gern sehe' ich, dass du den König sehen wirst! – Wenn er dich mit seinem auge' elektrisirt, fühl es, dass es ein königlicher Funke sei. Grüss den König von mir. Das heisst, sieh ihn für dich und für mich! Man glaubt gleich alles im Menschen zu finden, was der andere sagt. So kann man für gross und klein, klug und unklug gehalten werden, je nachdem man im Ruf ist. – Es ist gut, dass sich die Könige nur selten, und dann zu Pferde zeigen. Sie sind geborene Reiter. Wandelten sie unter uns, wie oft würde der alleruntertänigst treugehorsamste Knecht sein Uebergewicht empfinden!
Fortsetzung des vorigen Briefes
auf meine Epistel von Berlin.
Es gibt olympischen Neid oder Eifersucht; der steht einem Könige nicht übel, vielleicht ist er uns allen nützlich. Dieser Neid schadet dem andern nicht, sondern ist nur bemüht, sich nicht vorkommen zu lassen. Wir sind alle faul von natur und brauchen Leidenschaftenvorspann, um weiter zu kommen! König! Wo kommt's her? Von können? Kung, wie du weisst, heisst im Lettischen Herr. Nicht, als ob meine achtung für Könige eine Folge von der Meinung wäre, die ich für die person selbst habe. Meine achtung ist so rein nicht, als ein matematisches Problem; du kannst es nicht vergessen haben, dass ich von jeher des Dafürhaltens gewesen, der monarchische Staat würde uns in mancherlei Hinsicht zum Reiche Gottes führen. Wilde Bäume haben Stacheln, Ungezähmte Tiere fallen den Menschen, ihren Herrn an. Und lehrt's nicht die tägliche Erfahrung, dass sich ein freier Staat sehr bald in kleine, fingerlange Königreiche zergliedert? Hier und dort und da fängt sich ein Mensch zu verbreiten an! Da geht's ihm denn freilich wie dem menschlichen Körper, der, wenn er in gewisse Jahre kommt, an Grösse, in der Breite, mit dem Verlust der Kräfte und Wirksamkeit, zunimmt. Das Ganze leidet bei solchen Kleinkönigen; die Beilage hiezu ist Curland und Semgallen. Man lobsingt dem Alten, weil man im Wahn steht: die natur brauche sich ab, werde alt! – Nicht also; noch heute kann Eden werden, im Gedicht und im Original.
Ich nehme dem Könige Friedrich seine Schatzkammer nicht übel. Wo eine Qualität ist, da lass ich auch eine Quantität gelten. Das Geld ist beim Privatmann ein schönes Piedestal, und ein König, der so wie er denkt, muss entweder alle Augenblicke Schätzungen ausschreiben, oder es machen, wie Friedrich – was ist besser?
Die Farbe des Verdienstes ist die Farbe der Schamröte, so, dass auch alle rote Farbe von ihr ein fast allgemeines Ansehen erhalten hat. Sie ist von ihr ins Geschrei gebracht. Purpur ist die Schamröte auf einer braunen Wange! – Unser guter Hermann reisst beim letzten Vers des Liedes alle Züge seines Positives auf, und die gewöhnlichen Redner und Schreiber suchen mit einem epigrammatischen Gedanken zu schliessen. Mich schmerzt so was. Stich ist Stich. – Dein Brief schliesst B . R . W . mit