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e K ö n i g regiert, an diess fest aller Heiligen erinnerten, wo eitel Güte und Wahrheit herrschen wird, wo nicht steinerne Herzen und steinerne Gesetztafeln, sondern fleischerne Herzen sein werden, und Leben für und für? Gott verhelf' uns allen dahin, wo Freude die Fülle und liebliches Wesen ist immerdar! – So lang aber diess göttlich-väterliche Königreich nicht kommt, ist's wahrlich das beste, einen König zu haben, der es im Geist und in der Wahrheit ist.

Der König von Preussen hat viele Räte; allein er ziehet keinen zu Rat.

N o c h m e h r v o m K ö n i g e . Gern! Sowohl der Engländer, als ich, sind zu mehr bereit. Junker Gottard wird sehen, wie es fällt.

Der König schreibt, trotz allen Wörterbüchern, Federic, obgleich Friederich Frederic heisst.

Ich habe schon bemerkt, dass er sich nur angekleidet sehen lässt. Ein Held ist wie eine Uhr; sie muss aufgezogen sein, wenn sie gehen soll. Sollte man diess nicht auch von einem Könige sagen können?

Der Engländer sagte: Finden Sie es nicht auch, dass Preussen so lange gross bleiben werde, als es immer Schach bietet?

A l e x a n d e r d e r G r o ss e fürchtete sich bekanntlich vor dem a t h e n i e n s i s c h e n C z a r P e t e r , vor den h o l l ä n d i s c h e n Z e i t u n g e n . A r e t i n machte sich alle europäische Höfe zinsbar; K ö n i g F r i e d r i c h ist darüber weg. Man sagt: er habe bei gelegenheit, dass eine unschickliche Schrift, die wider ihn gerichtet war, sehr hoch hing, bloss verfüget, s i e s o l l t e e t w a s t i e f e r geschlagen werden.

Was ich gern Prinzen sehe! sagte mein Engländer; ich sehe in ihnen ein ganzes Land. Hunderttausend in Einem. –

Der König sieht jeden an; allein er will nicht, dass man ihn wieder so dreist ansehe. Wer kann in die Sonne sehen?

Man sagt: der König habe blöde Augen, und eben daher sein blick, sein grosses Auge! Kann sein! Seinem blick ist es nicht anzusehen. Er hat alles an sich, Der König hält den Soldaten für seinen Freund, den Der König will einen gewissen Esprit de corps in Wie kommt's, fragte der Engländer, dass beim Exerselbst des Todes Bitterkeit ist d a m i t z u v e r t r e i b e n . – Es ist eine monarchische Kur, sagte der Engländer, und Gottard trat bei. I c h w e i ss , d a ss v i e l e K r a n k h e i t e n hiedurch curirt sind! – Man verbeisst sie!

Bei allem, was der König öffentlich tut, ist die Uhr aufgezogen. Tun die Menschen, sagte der Engländer, denen der König die Parole gibt, doch so, als wenn sie den König Salomo urteln gehört!

Der König hat in gewissen Dingen keine Proportion. "Da geb' Er doch den beiden Mädchen drei Friedrichsd'or." Es sind viere, Ew. Majestät, die gesungen haben! "So geb' Er dreihundert," das heisst: geb' Er ihnen eine kammer oder ein Schloss!

Der König (wahrlich das ist gross) wird so wenig im Krieg als im Frieden bewacht. Man sieht offenbar ein, er sei unbesorgt, er sei ruhig! – Wenn das ein König sein kann, so hat er's weit gebracht!

Noch etwas, das dem Engländer das Herz stahl! Alles ist gleich weit vom Trone. Der Bediente des Königs ist ein Bedienter.

Warum beschreibt er nur eine Seite? Und warum muss alles was an ihn gebracht wird, auf einer Seite Platz haben?

Er liebt nicht Registraturen und Canzleien. Herzog Friedrich der Weise, Kurfürst zu Sachsen, nannte die Alexander der Grosse ärgerte sich, da Aristoteles Was ist besser: wenn die Fürsten philosophiren

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w i l l i c h z u r L i n k e n , obgleich er den Deutschen die Ehre tat, sich mit ihnen wider die Franzosen in Bündniss einzulassen. Ich liess es mir merken (bitten hätt' ich ihn um vieles nicht können; kein Engländer lässt sich bitten), dass ich es gern sehen würde, wenn er noch acht Tage bliebe, wie ich. – Den andern Morgen war er weg und, um ganz englisch zu sein, ohne Abschied. Unfehlbar, stand in seinem Reisekalender: G e h ' i c h a b , und da hätt' ihn keine Observation der Venus durch die Sonne gehalten. Gott geleit' ihn, den guten Jungen! Ich wünschte wohl, wenn er seinen Lebenslauf schriebe, dass er an mich dächte. In dieser Welt glaube' ich, werde' ich ihn so wenig wiedersehen, als den Alten mit dem einen Handschuh, der auf ein sanftes Ende mit dem Herrn v. G. trank, und der nur höchstens noch acht Tage zu leben hatte, da er