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. Tätige Menschenliebe ist eine Silhouette von Gott, dem Herrn. Der Anblick des Glücklichen macht froh, das Bewusstsein, einen glücklich gemacht zu haben, macht selig. Tat ist das Mass der Zeit; Tod und Sünde ist eins. Die personificirte Bosheitssünde ist der Tod, das, was wir gemeinhin Tod nennen, ist nicht der Tod. Ich bin der festen Hoffnung, es sei Geburtsschmerz, was wir Tod nennen, und gebären nicht die schwächlichsten Werkzeuge unter den Menschen?

Gutes tun, heisst Leben. Auch der Niedrigste hat seinen Geburtsbrief (seinen Taufschein würde ein Christ sagen) von Gott. Lasst uns die Mutterhand der natur küssen, welche uns einige unserer Brüder und Schwestern, so voll Zutrauens, zur Aufsicht und Pflege überlässt, die uns die ihr zustehende natürliche Vormundschaft abtritt; lasst uns dieser so gütigen Mutter nachahmen, Gutes zu tun nicht müde werden und durch so unzählige mittlere Zwecke hindurch zu einem einzigen, letzten, grossen Endzweck arbeiten, das heisst, die höchste nur mögliche Wohlfahrt des ganzen menschlichen Geschlechts befördern. Vorwärts ist Bahn! – Gesetzt, wir erreichten nicht das Ziel; ihm nahekommen heisst: es erreichen. Das Aergste, was wir zu fürchten haben, ist, dass wir im Tun bleiben; das ist besser als in der Lehre. Man sollte allen Subtilitätenkrämern das Handwerk legen, es sind die ärgsten Zeitverderber in der Welt; sie gewinnen uns die Zeit ab, wie die falschen Spieler das Geld.

Strebt der Sonne entgegen, Freunde, damit das Heil des menschlichen Geschlechts bald reif werde! Was wollen die hindernden Blätter, was die Aeste? – Schlagt euch durch zur Sonne, und ermüdet ihr, auch gut, desto besser lässt sich schlafen.

Eine wohlgesetzte Rede ist nie zum Behalten eingerichtet, man will sie ganz, und hat nichts; es ist ein regelmässiger Garten, wo es recht hübsch und fein aussieht, allein was kannst zu heimführen? Blumen? Blumen in der Hand, von der Wurzel gerissen, was sollen die? Nimm den ganzen Garten mit, was hast du? Ein ganz richtig gerechnetes Exempel zusammt der probe. Wildniss, Berg und Tal, aus dem Vollen gehauene Gänge, Parke, die machen Eindruck und lassen ihn auch. So vortrefflich unordentlich war diese Rede. Es war kein Kunst-, sondern ein Naturstück, und was ist, pflegte mein Vater zu sagen, was ist es denn, das die künstlich gezogene Wortschleusse und die daherrauschenden Fluten des Redners, die alle an seinen Text schlagen, erzeugen? Schaum, und wenn auch eine Venus daraus würde; nicht jedem ist mit dieser Schaumgöttin gedient. – Was ich meinen Lesern von der Wildnissrede gegeben, sollte eine Nachfolge des Originals sein; ich wollte nicht den Hauch der natur von der Pflaume wegwischen, sondern so wie sie da ist, mit diesem Naturatem, der mir wie ein Heiligenschein vorkommt, wollt' ich sieda ist die rotbackige Birne ungeschält, die Baumwolle auf der Pfirsich, der Sammt auf der Aprikose, Blatt und Stengel obenein. – Was meint ihr, Freunde, hätt' ich besser getan, alles in Ordnung zu stellen und zu nehmen und zu geben, mit Allerseits anzuheben, mit Dixi zu schliessen? – Ich mag nicht, sagte mein Vater, freie Gedanken in die Festung bringen, obgleich er ein Königscher, ein Monarchenfreund war. – Doch ich bin ausser dieser Rede noch eine reine Lehre schuldig. Und freilich hätt' ich diesen Pfirsichen-, Aprikosenund rotbackigen Birnennachtisch weit füglicher bis ans Ende versparen und da erst zum Besten geben können und sollen; wer kann sich aber helfen? dafür werde' ich auch nichts nach diesem christlichen Exercitio exploratorio abkanzeln, noch eine Kinderlehre für die Kunstrichter anstellen.

Es trat ein Mädchen auf. Allerliebst! Nicht mit fliegendem Haar, als ständen sie ihr zu Berge, nicht mit einem Gewande, als wär' es vor dem Winde nicht sicher, nicht mit einer hin- und herfahrenden, vorspiegelnden Hand, mit Augen, als wollte sie einfädeln, um uns nur etwas aufzuheftensondern mit einem fest an den Leib gegossenen weissen Kleide, einem schwarzen Kranze vor der Brustihr Haupt mit einem Schleier bedeckt, zwar auch fest, doch liess er zuweilen nach. Das Auge schweifte nicht aus, allein es blickte inbrünstig gegen Himmel und zufrieden auf Gottes Erde. Die hände, die meiste Zeit gefalten, oft aus Herz gelegt, das aus Empfindung in die Höhe kam und sich zu Gott wölbte.

Das Ende krönet das Werk und zeigt den Unterschied dessen, der Christum angezogen hat, und dessen, der im blossen geblieben und höchstens einen Regenschirm für allerlei Wind und Wetter in seine Rechte genommen, welcher aber zur Zeit der Trübsale gemeinhin die Flügel sinken lässt und abfällt. Nur Christus hat Leben und unsterbliches Wesen an das Licht gebracht, die Dunkelheiten der Weisen zerstreut und selbst die finstere Nacht des Grabes ins helle Licht des Evangeliums gesetzt. In ihm war das Leben und das Licht der Menschen. Der Tod ist für den christlichen David der Riese Goliat; er geht ihm nicht mit Schwert, Spiess und Stange, mit weltweisem Panzer und blank geputzter glänzender Rüstung, mit spitzigen Sentenzen und kriegslistigen fragen, sondern mit kleinen Steinen entgegen, und, wenn er ihn glücklich geschleudert hat, nimmt er sein Haupt gefangen, und es heisst von ihm: Wenn Sokrates tausend geschlagen, der Christ habe zehntausend überwunden und das Feld behalten. Halleluja! Tod,