wäre überwunden worden (ex Macedoniae Imperatore Darii satrapem factum).
Bei dieser gelegenheit indessen, und vorzüglich weil Darius seine Gemahlin so sehr, wie Hans seine Grete geliebt, sah ich seine und des Alexander und des Königs Salomo Kebsweiber für Lexika an, die man, um ein Wort nachzuschlagen, nötig hat.
Ausser den Soldat- und Sprachabsichten hatte mein Vater auch eine moralische, woran ihn sein Priesterkleid auch bei einer heidnischen geschichte erinnerte. Es ward oft mitten in der Schlacht ein Porisma ober ein Komma gemacht, womit ich aber meine Leser nicht belästigen, mir selbst aber nicht in die Rede fallen will.
Die Geschwindigkeit, z.E. in der Ausführung, ist für jeden Alexander eine Haupteigenschaft. Ist's möglich, nimm Postpferde, sagte er, wenn du t h u s t – allein d e n k erst! Kannst du Courierpferde haben, desto besser! Was geschwind geschieht, vergeht geschwind, kann nur von Planen verstanden werden, oder über die ganze Regel, wie über viele, ein Schwamm! Wer bald gibt, gibt doppelt, und wer schnell tut, ahmt Gott nach, der sprach und es ward.
Unter anderem behauptete er auch, dass Aristoteles durch den Alexander und Alexander durch den Aristoteles so gross geworden, als sie's wirklich waren. Mali corvi malum ovum! Einer war stolz auf den andern; wie er denn auch der Meinung war, dass solche ausserordentliche Leute, wie Alexander, an dem nichts mittelmässig als seine Gestalt war, und der unter den Grossen der Flügelmann ist, nicht vierzig Jahre alt würden, und dass grosse Eigenschaften auch grosse Laster, oder wenigstens grosse Fehler zu ihren Waffenträgern hätten.
Alexander, sagte er, täte alles der ateniensischen Avisen wegen, allein er nehme mir nicht übel, dass ich ihm nicht beitreten kann. Er, welcher die ganze Welt für eine Festung ansah, wo ihm nur verstattet worden, auf den Wällen herumzugehen, sollte des Wandsbekker Boten wegen in Aten? – – – Nein, die späteste Nachwelt war sein Ziel; unser Dorf, wo Er gespielt wurde, war seine Aussicht, und wahrlich, wir sind nicht die ersten Kinder, und werden auch nicht die letzten sein, die den Alexander spielen. Diese geschichte hat viel Unheil in der Welt angerichtet, vom Brudermörder Caracalla an bis auf den heutigen Tag wird sie ins Grosse und ins Kleine gespielt, allein es geht, leider! dabei nicht so ruhig zu, wie in – und in unserm dorf, wo Gottlob! kein Blut vergossen wird.
Und ich? warum vergiess' ich Tinte, warum ergreif' ich die Feder? warum bin ich Alexander und Q. Curtius Rufus in einer person? Das ist ein gordianischer Knoten im ganz besonderen Sinne! Einer wird sagen, um in der – gelobt oder (wie ich vorlaut bin!) recensirt zu werden, ein anderer, um über tausend Jahre den Jungen im dorf zum Marionettenspiele zu dienen, ein anderer – die Zeit wird's lehren.
Schon vor vierzehn Tagen sagte ich ü b e r m o r g e n ! und legte also eine schriftliche Zusage ab, an diesem Uebermorgen meinen Lesern den Zeitpunkt zu bestimmen, wenn mein Vater den zweiten Diskant rühmlichst mitzusingen angefangen, um sie in diesem Sinne nicht länger absque die et consule zu lassen. Ich hätte keine Stundung ober Tagung vonnöten gehabt, wenn nicht ein guter Freund, der nach Gastrecht zu behandeln war, diesen Aufschub veranlasset. Heute will ich meine Schuld abtragen, wenn ich zuvor meinem guten Freunde eine glückliche Reise gewünscht habe.
Damit ich alles siguire, war's in meinem vierzehnten Jahre, da ich ohne Hoffnung krank darnieder lag. Mein Vater konnte nicht begreifen wie's zuging. Bei einer solchen Bewegung an Leib und Seele, sagte er, wo kommt das Uebel her?
Vom betrübten Sündenfalle, half ihm meine Mutter aus, denn alles Böse war bei ihr ahnenreich und vielschildig.
Vom betrübten Sündenfalle, seufzte mein Vater, und meine Mutter sang aus vollen Seelen- und Leibeskräften:
heute' sind wir frisch, gesund und stark,
Sieh, morgen liegen wir im Sarg;
heute' blüh'n wir wie die Rosen rot,
Bald krank und tot,
Ist allentalben Müh und Not.
Mein Vater, der diesen Vers mit vieler Andacht gehört, doch aber noch nicht mitgesungen hatte, verfolgte seine Zweifel. Seine Meinung, um sie zu filtriren, war, dass ein Mensch, der der natur getreu wäre, und ihrem Fingerzeige folge – denn es ist Gottes Finger, setzte er hinzu – dass ein solcher Mensch, der seiner Seele und seinem Körper nicht zu viel, nicht zu wenig täte, nicht krank werden, und ehe er achtzig erreicht hätte und das Gewicht abgelaufen wäre, auch nicht sterben könne. Allein die Tiere, sagte meine Mutter, sind krank, Tut alles nichts zur Sache; Haustiere sind wie "Nur nicht in seiner Kindheit; selbst wenn er älter dafür hat ein Kind Vater und Mutter. Der Eltern "Aber wenn Vater und Mutter schon krank sind, Du hast Recht. Gottlob! aber wir sind frisch, ge"Indessen etwas fehlt einem jeden, und wenn er ein es erst zur natur reducirt werden. Da siehst du, wie ich deine Prose behalte. Ich habe noch in meinem Leben nicht so geistlich mit dir gesprochen, wie jetzt. Gott Lob für diesen Tag!"