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Rot und weiss.
Wann? (Ungewissheit.)
Wen sie bestohlen? (Finsterniss.)
Ob sie noch von den gestohlnen Sachen etwas bei sich hätte? Wo sie die andern Sachen angebracht?
Das Geld?
Wider die Amtmännin und ihre Schwester ist aller Verdacht der Mitwissenschaft. Das Verhör mit ihnen ist voller Mängel. Da Inculpatin erst geraden Weges mit diesen beiden feinen Zeisigen gehandelt, hätte der Nebenweg, den Inculpatin jetzt einschlug, sie zum Nachdenken bringen sollen, wenn sie anders nachdenken können.
Es frägt sich:
Ob Inculpatin der Amtmännin und ihrer Schwester angezeigt, dass es gestohlene Sachen?
Ob der Kopfputz, den Inculpatin der Amtmännin und ihrer Schwester verkauft, auch gestohlen Gut?
Was es für andere Stücke gewesen, welche Inculpatin der Amtmännin und ihrer Schwester verhandelt?
(Andere Stücke, wie unbestimmt!)
Sie hat flüchtigen Fuss gesetzt.
Wer ihr behülflich gewesen?
Wer der junge Mensch sei, mit dem sie im unregelmässigen Verkehr gestanden?
(Ein tiefes Schweigen im Protokoll.)
Wie sie geflohen, ob zu Fuss oder wie sonst?
Sie hat zum Morde aufgefordert.
Gott sei ihrer Seele gnädig!
(Beim ersten Ueberblick nahm ich schon die Sache der Inculpatin; allein, alles genau genommen, ist sie nicht zu retten, um alles nicht.)
Die starke Mannsperson.
Schwarzes Haar.
Grosse Augen von der nämlichen Farbe.
Spott und Hohn.
Kräftiger gang.
Heuchlerin und Spitzbübin von haus aus.
Hauptpunkte:
Sie hat ihre Mutter ins Grab gebracht. Ungehorsam, verstockt gegen ihren Vater. Sie hat sich wider seine Heirat empört. Warum? Kinder müssen auch wunderlichen Eltern gehorchen; ihr Vater hat zu ihrem wahren Heil an eine zweite Heirat gedacht. Vielleicht weniger um eine Frau für sich, als eine Mutter für sie zu haben. Er ist achtundfünfzig Jahre. Ein schönes Alter! Der Vater hat sie im hof angebracht; sie ist aus dem Contrakt gelaufen. In welcher Qualität und Gestalt sie im hof angebracht worden.
(Es ist hiervon in der Schrift mit keinem Jota
gedacht, und sollte doch. Ohne Zweifel als
Kammerjungfer, Ausgeberin oder so etwas.)
Warum sie diese guten Absichten vereitelt und dem Herrn v. E. in seiner Wohlmeinung widerstanden, der doch die L i e b e s e l b s t sei und der, wenn sie ausgedient, sie gewiss zu seiner Zeit unter die Haube gebracht haben würde?
S i e h a t a n d e r e a u f g e w i e g e l t ? (Dunkelheit.)
Sie hat Verschiedenheiten und Z w i s t i m H a u s e e r r e g t . (Auch dunkel. Die Brödlinge sagen es zwar aus, Gott weiss aber, wer und warum?)
Sie hat gestohlen?
Was sie gestohlen? (Unzulänglichkeit.)
Der Schrei, als ein Notzeichen.
Warum Inculpatin sogar diesen Bösewicht, obgleich Martin Jakob Kegler sie bleiben lassen musste, Jakob genannt) zu verfolgen?
Ob dieser starke Kerl allein sie begleitet?
Ob noch sonst jemand?
Wer ihn zu diesem Mordgeschäft gedungen?
Noch vor dem Verhör d a s H a u s b e s e t z e n .
Den Wirt des Hauses an seinen des K ö n i g s Majestät geleisteten teueren Eid erinnern.
Alles im haus zu erinnern, o h n e E r l a u b n i ss mit der Inculpatin keine Gemeinschaft zu haben.
Die Inculpatin mit einer kurzen Anrede der Wache zu überliefern:
Da seht Ihr nun die traurigen Folgen Eures Ungehorsams! Diese königlichen Soldaten, nicht wie die Engel bereit, zum Dienst derer, die ererben sollen die Seligkeit, sondern fertig, Bosheit zu bestrafen und Frevler zu bewachen, sollen Euch vorerst an Händen und Füssen geschlossen in feste Hand nehmen und in engere Verwahrung bringen, damit Ihr, nach eingezogenen nähern Verhaltungsbefehlen, nach M e m e l gebracht und von dort aus den Abgeschickten Eures so gnädigen Brodherrn, des v. E., überreicht werden könnet. Wollte der Himmel, dass Euch Eure so groben Verbrechen das Herz durchbohren und Ihr, noch ehe Ihr dort, dort Eure Mutter vor Gottes Richterstuhl erblickt, Euch mit ihrem Schatten aussöhnen möchtet! Wollte der Himmel, dass Eure verfälschte, unlautere Seele noch gerettet und Ihr wenigstens die Hoffnungen auf die andere Welt nicht aufgeben dürftet, da in dieser für Euch kein Ort abzusehen, wo Ihr vor Vorwürfen Eures Gewissens und anderer ehrlichen Leute werdet sicher sein können. Eure Flucht nach Preussen ist Euch geglückt; allein Euch selbst und den Augen der Rechtschaffenen könnet Ihr nicht entfliehen! – Geht hin zu Eurem gnädigen Herrn, werfet Euch vor ihm auf die Knie. Ein gutes Wort findet ein gutes Herz! Vielleicht, dass er Euch seine gnädige, alles verzeihende Hand zureicht und Eure Strafe nicht ganz genau mit Eurem Frevel abmisst. Geht zu Eurem leiblichen Vater. Ob verlorner Sohn oder verlorne Tochter, gleich viel! Wenn Ihr von ganzem Herzen sagt: Ich habe gesündigt im Himmel und vor dir, und bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Kind und des Herrn v. E. Magd heisse! so wird er vielleicht so sehr durch Reue, durch Eure ganze Buss- und Beichtandacht erweicht, als ihn testantibus actis Eure Bosheit und Gottesvergessenheit erweicht hat. Sein Fürwort wird den Herrn v. E., der die Liebe selbst sein soll, völlig