ich dir gönne (er wandte sich zu mir). Ihr Atem göttlich, Bruder! Wen sie anhaucht, von dem könnt' es heissen: A l s o ward der Mensch eine lebendige S e e l e ! Sie spielt eine Laute, Bruder! Des Abends im Sommer, wenn sie am Fenster diesem Instrumente die Zunge löst – Zephyrs, die eben der Hitze halber Mittagsruhe gehalten – denn es ist im Sommer hier sehr heiss – flatterten ganz frisch und munter herum und brachten mir alles, bis auf die geheimste Bebung zu. Auf Ehre, in jedem Finger hat sie eine Seele! und wenn alle diese Seelen eine Ton herausbrächten – Bruder, da ist die Nachtigall ein Kind! – lebe' wohl, A m a l i a ! lebe' wohl! Ich lass dir einen braven Jungen zurück, der auch Bebungen versteht. Schau, wie sie die Laute hält und wie sie das Ordensband sich so leicht umhängt, als flöss' es, Bruder! – Die Laute ist an sich ein so guterziges Instrument. Amalia trauerte jüngst, und da kam die Weisse ihres Arms aus der Dunkelheit so abstechend hervor, dass ich sitzen blieb wie vom Schlage gerührt. Hast du bemerkt, wenn das Hemd auf dem Busen eines Dorfmädchens sich einen Finger breit verschiebt, und bei dem sonnenschwarzen Busen den weissen Fleck verrät? – Das, sagte Herr v. G., hab' ich bemerkt; meine Leser wissen, wo?
Die, sagte unser Maler zum Herrn v. G., die in diesem haus, Bruder! schwarzes Haar, wie Ebenholz! Ein Auge, das immer drei Schritt weiter ging als meines, so stark auch meines zudrang. – Ein Busen, zehntausend Liebesgötter tanzten darauf. – Pfui, sagte Herr v. G., was muss das für ein Busen sein! Unser Reisender hatte Mühe, ihn mit dem Busen und den Liebesgöttern auszusöhnen, die er auf zehn reducirte, wobei sich am Ende Herr v. G. zufrieden gab. Bei deiner lebt man, bei des – – (auf mich) stirbt man. Bei deiner hält man sich gerade, denn sie ist eine Göttin. Man sieht gegen Himmel. – Bei deiner (wieder auf mich) legt man den Kopf von einer zur andern Seite, denn sie ist eine Schäferin! O die schönen Schäferstunden! Ich hab' noch vergessen, fuhr er zu mir fort, ihr Busen wallt so wie eine Laute, er bebt nur herauf, und, Bruder! ihre stimme, wenn sie singt – sie tut es selten; sie hat eine blonde stimme, du wirst mich verstehen; sie stiehlt das Herz, deine Brünette (zum Herrn v. O.) nimmt es mit Gewalt! sie raubt! – Sie kommt nicht mit vollen Segeln! Sie ist stolz und scheint sich wenig aus einem Siege zu machen, denn sie ist sich bewusst, dass sie Herzen wie Fliegen zu fangen im stand ist. Jene streichelt, diese schlägt; allein wenn sich diese Königin herablässt, ist's auch so, als wenn die Sonne aufgeht. Man hat sich besoffen, wenn man sie liebt, und einen Jesuiterrausch, wenn es die mit der blonden stimme gilt. – Diese spielt kein Instrument. Die Orgel würde sie spielen, allein wenn sie singt – das tut sie oft, Bruder, so prächtig wie ein Donnerwetter! – D i e s e b e i d e n A u s e r w ä h l t e n empfehl' ich euch zu Gemahlinnen, d i e a n d e r n – zur linken Hand und so neben an, zum Spiel. – Noch eine Warnungsanzeige, eh' ich von hinnen gehe. – D i e b e i d e n waren freilich die Hauptpersonen und meine Gemahlinnen, allein auch unter den andern gibt's Dingerchen zum Rasendwerden! Sie waren gleich in den ersten acht Tagen alle mein. Ich meine mit den Augen; und nun hielt da unten zu – ein Kaufmann Hochzeit, der die ganze Gegend und mich mit bat. Ich kam zum erstenmal mit all' diesen angeangelten Mädchen zusammen; jedes Auge forderte Rechenschaft. Da ward ich, wie Cäsar, mit dreiundzwanzig Wunden erstochen. – Sah ich eine an, so waren die andern wie Tiger auf mich und forderten Antwort über meine Untreue. O, wer da mehr Augen gehabt hätte als zwei! Ich musste nicht aus noch ein – bis ich endlich Mut zum Entschluss fasste und mich zu vieren bekannte, und in Rücksicht der andern die A u g e n e h e n aufhob und diess Band trennte. Diese vier halfen mir selbst die andern abfertigen – und diesen vieren bin ich auch so treu geblieben als möglich. Sie haben sich bis an mein ende' in meinem Gewahrsam befunden. Seht, d a ist es am hellsten! Es blieb nicht bei den Augen in Rücksicht dieser vier, indessen dürft ihr nichts von mir fürchten.
Mich müsste der Teufel plagen, setzte der Abschiedsredner fort, ein Mädchen in Königsberg zu heiraten, wo Curländer gerad' über logirt haben! – Ihr werdet Wunder sehen und glauben! – Schaut die andern selbst, von denen ich mich, nach dem fatalen Gefechte, scheiden musste; auch die noch Licht! – Wenn es angeht, schränke sich jeder auf zwei ein, damit kann man bestehen und bei Ehren bleiben