. W. Von ungefähr hab' ich manches erfahren, und ich läugne es nicht, es gibt gewisse an sich r o t h e T a g e , im staates- und Hof-, so wie im Hauskalender, als da ist der einunddreissigste Julius. HERR v. G. Darf ich – HERR v. W. Benedictus I., der LXII. römische Papst, starb an diesem Tage, und auch Ignatius Lojola im fünfundsechzigsten Jahre seines Alters. Mein Grossvater ist am nämlichen Tage, gleichmässig im fünfundsechzigsten, meine Mutter am nämlichen Tage im zweiundsechzigsten Jahre verstorben. HERR v. G. Das ist ja ein rechter Pesttag. HERR v. W. Nicht genug. Mein Sohn Casimir bekam am nämlichen Tage die ersten Zahnsprossen, und starb acht Tage nach diesen Todeskeimen. Meiner Mutter Bruder brach ein Bein, und – HERR v. G. Spare deinen Zinnober, schon rot über rot! – Zweiundsechzig und fünfundsechzig! Du sprachst die Zahlen so feierlich, so gross aus, dass ich ordentlich römische Zahlen hörte – ich kondolire von Herzen. An dem Tage wohl ganz tiefe Trauer? HERR v. W. Du willst spotten – allein man lebt nur durch dergleichen Kunstgriffe, sonst betrügt man sich um das Leben. Kleider sind das, was Ceremonien in der Kirche sind. HERR v. G. Das letzte mag sein, das erste nicht also. Du, hochzuverehrender Herr Bruder, du! du selbst bist der grösste Lebensbetrüger, den ich kenne, du lebst die vorige Zeit so vielmal, du wiederholst dich selbst so oft – HERR v. W. Ich mische wasser und Wein, Herr Bruder, das Vergangene und das Gegenwärtige. HERMANN. wasser macht weise, und fröhlich der Wein. HERR v. G. Wer weise ist, Herr! ist auch fröhlich. – Weg mit diesen Zusammenfügungen, die die natur nicht selbst veranstaltet, mit diesen elenden Kupplereien. wasser allein, Wein allein. HERMANN. Aber mit Ew. Hochwohlgebornen Er
laubniss –
Hier ist wieder etwas ausserhalb der Linie. Diess
Etwas gehört auf die Rechnung der Frau v. G. Sie
winkte mir, um mir einige Festfragen wegen meiner
Predigt der Frau v. W. zur Lehre und Trost
vorzulegen. Meine Leser haben über diese Predigt
schon mehr als eine Predigt gehört. Ich antwortete
der Frau v. G., bückte mich gegen die aufs Wort
merkende Frau v. W., und gern hätt' ich dieses
Predigtwasser mit dem weinreichen Gespräch des
Herrn v. G. gemischt, wer hat aber Cäsars
Fähigkeit? der lesen, schreiben und seine sieben
Sachen diktiren konnte. So viel weiss ich, dass Herr
Hermann zum förmlichen Waffenträger des Herrn
v. W. installirt wurde. – Herr v. G. war Brabevta.
Um in der obigen Figur zu bleiben, muss ich es eine
Taufe nennen. Jetzt sitz' ich wieder, meinen Lesern
zu dienen, an Ort und Stelle.
HERR v. G. Einen Tag, Herr Bruder, will ich dir noch aus der geschichte zum Geschenk machen. Wenn ich nur, so wie du, römische Zahlen aussprechen könnte. D e n a c h t z e h n t e n A p r i l – ICH. Ist Alexander Magnus gestorben. HERR v. G. Und wer mehr? ICH. Diogenes aus Sinope, der Cyniker, dem Alexander, obgleich Alexander klein war, doch schon zu viel Schatten machte. Diogenes ist Alexander unter den Philosophen. HERMANN. Und auch der Tempel zu Ephesus wurde an diesem Tage eingeäschert. HERR v. G. Ei! Ei! Herr Hermann, das war ein Patenpfennig von der Göttin Diana, da Alexander geboren ward.
Man lachte allgemein über Herrn Hermann.
HERMANN. Ich bitte tausendmal um Verzeihung. HERR v. G. Warum das? Sie haben das Feuer nicht angelegt. HERR v. W. und FRAU v. W. Zusammen. Der achtzehnte April! unsrer Kleinen Geburtstag. HERR v. G. Damit ans ihr ein Alexander stamme! Es war eine Gesundheit. FRAU v. G. Und sie einen Alexander heirate! Ein allgemeiner Gläseranstoss. HERR v. W. Du weisst, Herr Bruder, für wen ich sie bestimmt habe Auf den Herrn v. G. den jünger zeigend. FRAU v. G. zur Frau v. W. Auch ich habe es die Ehre, zu wissen. FRAU v. W. zur Frau v. G. Warum die Ehre? HERR v. G. Dann heiratet sie keinen Alexander, der Himmel erfülle also meine Gesundheit. HERR v. W. Das würde mir ein fest sein! HERR v. G. Das Myrten- oder das Wiegenfest? HERR v. W. Beide! beide! HERMANN. Ew. Hochwohlgeboren nehme mir die erlaubnis, meine aufrichtigsten Glückwünsche – HERR v. G. Alle guten Dinge, nur kein Glückwunsch.
Eine Gesundheit.
Zusammen: a l l e g u t e D i n g e ! HERR v. W. Diesen guten Tag muss ein Kleid bezeichnen, d a s g e f a l l e n s o l l . Du spottest über meine Kleider, Herr Bruder! Alles, was Augen hat, soll diesem Ehrenkleide den gegenwärtigen und den künftigen Alexander ansehen, und alles – HERR v. G. G e f a