, und ein gross Vermögen. Ihr sagt, dass ihr ihn lieb habt; wenn das ist, so muss euch auch sein Glück lieb sein. Nun seht ihr wohl, dass der junge Mensch anders nicht vergnügt leben kann, als wenn er seine Regine zum Weib bekommt. Es muss ihm Ernst mit seiner Liebe sein, weil er es so drauf ankommen läst, dass er lieber euer Haus meiden, und sein Vermögen verlieren will, als das Mädchen lassen. Junge Leute kommen freilich oft so aneinander, sie wissen selbst nicht, wie? und wären dann froh, wenn sie sich bald wieder los werden könnten. So aber ist es, wie mir deucht, bei eurem Sohn nicht, da er es schon über ein Jahr treibt, und noch immer am Mädchen hängt. Er ist ein braver Mensch, und sie auch, wie ihr selber sagt. Glaubt mir, Franz, in dergleichen Sachen lässt sich nicht viel spielen. Euer Sohn könnt sich das zu Gemüte ziehen, und ich habe schon viel Schwermütige gekannt, die's aus Liebe geworden sind; solchen Leuten ist dann schwerlich mehr zu helfen, auch wenn man ihnen hinterdrein das Mädchen geben wollte. Warum wollt ihrs denn nicht tun? Gesteht mir es nur, dass sich viel Eigensinn und Geiz mit einmischt! Beides sind gar grobe Laster. Wer sein ganzes Glück auf Geld und Gut setzt, der vergisst zuletzt seine Seele drüber. Ihr habt ein schön Vermögen, mehr als ihr braucht, wenn ihr auch hundert Jahr alt werdet. Sie hat auch ihre 6 bis 700 Gulden. Wenn die Leutchen nun zusammen kommen und fleissig arbeiten, so kanns ihnen nicht wohl fehlen. Sie werden zusammen leben wie die Engel, still und friedlich; werden euch ihr Lebelang ihr Glück verdanken, und euch Freude machen. Was hilfts, wenn euer Sohn ein reicheres Weib nimmt, das er nicht lieb haben kann? Ich hab solche Ehen schon gesehen; da leben sie zusammen, wie die Hunde und die Katzen; wenn das eine dahinaus will, will das andre dort hinaus. Da gibts ewigen Unfried, Zank und Schläge und eines wird des andern Teufel. Wollt ihr euren Sohn glücklich sehen, und ihm eine solche Hölle zubereiten? Einigkeit ist das erste Glück der Ehe, und erhält ein Haus allein aufrecht. Ich will mit eurem Sohn reden, Franz, aber ich versprech euch nicht, dass ich viel ausrichten werde. Wenn ihr wollt, so lasst ihn hereinkommen! Aber, wenn mein Zureden nichts über ihn vermag, dann müsst ihr mir versprechen, dass ihr nachgeben wollt. Sonst mag ich mit der ganzen Sache nichts zu tun haben. Durch mein Zutun soll kein Mensch auf Erden unglücklich werden, weder ihr, noch euer Sohn. Uberlegts wohl!
Franz. Ja ich will mich in Gottes Namen drein schicken, Herr! Ich sag immer, was der P. Anton will, das will ich auch. Er versteht die Sache besser, als unser eins. – Anne! (zu der Magd, die eben Bier und Wein brachte). Sag dem Sixt, er soll hereinkommen; der Herr Pater woll was mit ihm sprechen! – Sie wissen einem das Herz im Leib so weich zu machen, Ihr Wohlehrwürd! Es ist mir schon ganz anders zu Mute, und schier kommt mir es vor, als ob ich bisher Unrecht gehabt hätte. Ja, ja, wie Gott, und der Herr Pater will, pfleg ich so zu sagen. Da kommt er schon! – Sixt, der Wohlehrwürdige Herr will dich etwas fragen. Komm nur näher her! Darfst dich nicht fürchten.
P. Anton. Sixt, ich hab gehört, ihr habt ein Mädel hier im dorf?
Sixt. Ja, Herr!
P. Anton. Und wollt nicht von ihr ablassen?
Sixt. Ach ich kann nicht, Wohlehrwürdiger Herr! (und hier schossen ihm die Tränen in die Augen.)
P. Anton. Und warum denn nicht? Da's doch euer Vater nicht gut heisst?
Sixt. Ja, Herr Pater, das ist so eine eigne Sache; wenn man schon will, man kann nicht. Ich hab schon hundertmal drüber geweint, und allerlei im Sinn gehabt; aber wenn ich wieder an sie denke, und an den Eid, den ich ihr getan habe, und dass sie so brav und gottsfürchtig ist, und mich so von Herzen lieb hat, dass sie drüber zu Grund gehen würde; dann ist es, als ob ich mit hundert Haken wieder zu ihr hin gezogen würde, und sie in Zeit und Ewigkeit nicht lassen könnte. – Nein, bei Gott, ich kanns nicht! Bei allen Heiligen will ichs schwören, dass es kein Eigensinn ist! Ich tu sonst so willig, was mein Vater will; er muss es selber sagen. Aber wenn ich meine Regine nicht haben soll, das hiess mir Gift geben, da will ich mich lieber lebendig braten lassen. Jedermann muss mir's zeugnis geben, dass nichts an ihr auszusetzen ist, und dass wir nie nichts Unrechtes miteinander vorgehabt haben. Sehen Sie nur, Herr Pater, es ist ein engelschönes Mädel, frisch und rasch, zu aller Arbeit aufgelegt; ihre Eltern sind auch brave leute, die sie christlich und wohl erzogen haben. Sie versieht das ganze Hauswesen, seit die Mutter krank ist; den ganzen Tag sieht sie bei der Arbeit nicht auf,