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aufspielen! Fox pobulus, Fox Deus! Das ist immer mein Simplum gewesen, und soll es bleiben, so lange ich Zunftmeister Pfrieme heissen werde!"

Die Meisten traten auf des Zunftmeisters Seite. Der politische Ratsherr zuckte die Achseln, sprach Pro und Contra, und beschloss endlich: wenn der Nomophylax nichts dabei zu erinnern hätte, so glaubte er, man könnte für diesmal connivendo geschehen lassen, dass die Fremden auf dem Stadtteater spielten.

Der Nomophylax hatte bisher bloss die Nase gerümpft, gegrinst, seinen Knebelbart gestrichen, und einige abgebrochne Worte mit untermischtem , , , gemeckert. Er hätte nicht gerne dafür angesehen werden mögen, als ob ihm daran gelegen sei, die Sache zu hintertreiben. Allein je mehr er's verbergen wollte, desto stärker fiel's in die Augen. Er schwoll zusehends auf, wie ein Trutahn, dem man ein rotes Tuch vorhält, und endlich, da er entweder bersten oder reden musste, sagte er: "Die Herren mögen nun glauben was sie wollenaber ich bin wirklich der erste, der das neue Stück zu hören wünscht. Ohne Zweifel hat der Poet den Text und die Musik selbst gemacht, und da muss es ja wohl ein ganzes Wunderding sein. Indessen, weil er sich nicht aufhalten kann, wie man sagt, so sehe ich nicht, wie man mit den Decorationen wird fertig werden können. Und wenn wir zu den Chören unsre Leute hergeben sollen, wie zu vermuten ist: so bedaur ich, dass ich sagen muss, vor vierzehn Tagen wird nicht daran zu denken sein."

dafür lassen wir den Euripides sorgen, sagte einer von den Vätern, aus deren Sprachröhren die stimme der Dame Salabanda sprach; man wird ihm ohnehin Ehren halben die ganze Direction seines Schauspiels überlassen müssenDen Rechten eines zeitigen Nomophylax und der Teatercommission unpräjudicierlich, setzte der Archon hinzu.

"Ich bin alles zufrieden, sagte Gryllus; die Herren wollen was NeuesGut! Wünsche, dass es wohl bekomme! Bin selbst begierig, das Ding zu hören, wie gesagt. Es kommt freilich alles bloss darauf an, ob man Glauben an die Leute hatVerstehen Sie mich? – Indessen wird Recht Recht, und Musik Musik bleiben; und ich wette was die Herren wollen, die Terzen und Quinten und Octaven der Herren Atenienser werden just so klingen wie die unsrigen, , , , !"

Es ging also mit einem grossen Mehr durch, "dass den fremden Komödianten, semel pro semper und citra consequentiam, erlaubt sein sollte, eine Tragödie auf der Nationalschaubühne aufzuführen, und dass ihnen hiezu von Seiten der Teaterdeputation aller Vorschub getan und die Kosten von der Cassa bestritten werden sollten." Allein, weil der Ausdruck erlaubt sein sollte dem Euripides, der nichts verlangt hatte, sondern sich bloss erbitten lassen, hätte anstössig sein können: so veranstaltete Frau Salabanda, dass der Ratsschreiber, der ihr besonderer Freund und Diener war, im Bescheid die Worte erlaubt sein sollte in ersucht werden sollte, und die fremden Komödianten in den berühmten Euripides verwandelteAlles übrigens dem Ratschluss und der Kanzlei ohnpräjudicierlich und citra consequentiam!

So wie der Senat auseinander ging, begab sich der Nomophylax zum Euripides, überschüttete ihn mit Complimenten, bot ihm seine Dienste an, und versicherte ihn, dass ihm aller möglicher Vorschub getan werden sollte, um sein neues Stück recht bald aufführen zu können. Der Effect dieser Versicherung war, dass ihm, ohne dass jemand Schuld daran haben wollte, alle mögliche Hindernisse in den Weg gelegt wurden, und dass es immer an allem fehlte, was er nötig hatte. Beschwerte er sich, so wies ihn immer einer an den andernund jeder beteuerte seine Unschuld und seinen guten Willen, indem er ganz deutlich zu verstehen gab, dass der Fehler bloss an diesem oder jenem liege, der eine Viertelstunde zuvor seinen guten Willen eben so stark beteuert hatte.

Euripides fand die abderitische Art, allen möglichen Vorschub zu tun, so beschwerlich, dass er sich nicht entbrechen konnte, der Dame Salabanda am Morgen des dritten Tages zu erklären: seine Meinung sei, sich mit dem ersten Winde, woher er auch blasen möchte, wieder einzuschiffen, wofern sie nicht einen Ratschluss auswirkte, der den Herren von der Commission anbeföhle, ihm keinen Vorschub zu tun. Da der Archon, wie wohl eigentlich alle executive Gewalt von ihm abhing, kein Mann von Execution war, so war das einzige Mittel in dieser Not, den Zunftmeister Pfrieme und den Priester Strobylus, welche alles beim volk vermochten, in Bewegung zu setzen. Salabanda übernahm beides mit so guter wirkung, dass binnen Tag und Nacht alles, was von Seiten der Teatercommission besorgt werden musste, fertig und bereit war; welches um so leichter geschehen konnte, da Euripides seine eignen Decorationen bei sich hatte, und also beinahe nichts weiter zu tun war, als sie dem abderitischen Teater anzupassen.

Eilftes Kapitel

Die Andromeda des Euripides wird endlich, trotz

aller Hindernisse, von seiner

eignen truppe aufgeführt

Ausserordentliche Empfindsamkeit der Abderiten,

mit einer Digression, welche unter die lehrreichsten in diesem ganzen Werke gehört, und daher auch von

gar keinem Nutzen sein wird

Die Abderiten hatten ein neues Stück erwartet, und waren daher übel zufrieden, da sie hörten, da es eben die Andromeda war, die sie vor wenig Tagen schon gesehen zu haben glaubten. Noch weniger wollten ihnen Anfangs die fremden Schauspieler einleuchten, deren Ton und Action so natürlich