dergleichen. Nun brauchte nur ein Abderite in der Gesellschaft zu sein, so können wir sicher darauf rechnen, dass er es als eine grosse Ungereimteit, die dem Philosophen entfahren sei, nach seiner eignen Art wieder erzählt haben werde; und wenn gleich Aristophanes klug genug war, zu begreifen, dass Sokrates etwas kluges gesagt hatte, so war es doch für einen Mann von seiner Profession und zu seiner Absicht, den Philosophen lächerlich zu machen, schon genug, dass man diesem Einfall eine Wendung geben konnte, wodurch er geschickt wurde, die Zwerchfelle der Atenienser, welche (den Geschmack und den Witz abgerechnet) ziemlich Abderiten waren, einen Augenblick zu erschüttern. 35 Perpetuo risu pulmonem agitare solebat Democritus. – Juvenal. Sat. X. 33. 36 De Tranquill. animi c. 15. 37 Bei allem dem erklärt sich doch Seneca bald darauf, dass es noch besser und einem weisen mann anständiger sei, die herrschenden Sitten und Fehler der Menschen sanft und gleichmütig zu ertragen, als darüber zu lachen oder zu weinen. Mich dünkt, er hätte mit wenig Mühe finden können, dass es – noch was bessers gibt als dies Bessere. Warum immer lachen, immer weinen, immer zürnen, oder immer gleichgültig sein? Es gibt Torheiten, welche belachenswert sind; es gibt andere, die ernstaft genug sind, um dem Menschenfreund Seufzer auszupressen; andre, die einen Heiligen zum Unwillen reizen könnten; endlich noch andre, die man der menschlichen Schwachheit zu gut halten soll. Ein weiser und guter Mann (nisi pituita molesta est, wie Horaz weislich ausbedingt,) lacht oder lächelt, bedaurt oder beweint, entschuldigt oder verzeiht, je nach dem es Personen und Sachen, Ort und Zeit mit sich bringen. Denn lachen und weinen, lieben und hassen, züchtigen und loslassen, hat seine Zeit, sagt Salomo, welcher älter, klüger und besser war als Seneca mit allen seinen Antitesen. 40 Apolog. C. 46. 41 Memorab. Socrat. Lib. 1. Cap. 3. Num. 14. 42 Brucker; vom Magnenus, der den Demokritus nach seiner eignen Phantasie raisonnieren und deraisonnieren lässt, nichts zu sagen! 43 Bruck. Histor. Crit. Philos. T. 1. p. 1190. 44 Hier scheint sich eine Unrichtigkeit in den Text eingeschlichen zu haben. Der Pfau war vor Alexanders Eroberung des persischen Reiches ein unbekannter Vogel in Griechenland. Und da er nachmals aus Asien nach Europa überging, war er anfangs so selten, dass man ihn zu Aten um Geld sehen liess. Jedoch wurde er in kurzer Zeit (nach dem Ausdruck des Komödienschreibers Antiphanes) so gemein als die Wachteln. In der üppigen Epoche von Rom wurde deren eine unendliche Menge daselbst erzogen, und der Pfau machte ein vorzügliches Gerichte auf den römischen Tafeln aus. Woher der Herr von Büffon genommen hat, dass die Griechen keine Pfauen gegessen, weiss ich nicht; das Gegenteil hätte ihm eine Stelle aus dem Poeten Alexis beim Atenäus beweisen können. Indessen wäre doch, wenn es vor Alexandern keine Pfauen in Europa gegeben hätte, gewiss, dass Demokritus dem Priester Strobylus keinen gebratnen Pfauen hätte schicken können; man müsste denn voraussetzen, dass dieser Naturforscher unter andern Seltenheiten sollte man dies nicht voraussetzen können? Im Notfall könnten uns auch die alten samischen Münzen, auf denen man neben der Juno einen Pfau abgebildet sieht, aus der Schwierigkeit helfen – wenn es der Mühe wert wäre. 45 Eine persische Goldmünze, die von Cyaxares 11, oder Darius aus Medien, nach der Eroberung Babylons zuerst soll geschlagen worden sein. 46 Wie ungleich sich doch das nämliche Factum erzählen lässt. Von eben dieser Tat, die unser Sykophant für den vollständigsten Beweis eines verrückten Gehirnes hält, spricht Plinius als von einer höchst edlen und der Philosophie Ehre machenden Handlung. Demokritus war viel zu guterzig, um sich auf Unkosten andrer, die nicht so viel entbehren konnten wie er, bereichern zu wollen. Ihre ängstliche Unruhe und Verzweiflung, einen so grossen Gewinnst verfehlt zu haben, rührte ihn; er gab ihnen ihr Öl, oder das daraus gelöste Geld zurück, und begnügte sich, den Abderiten gezeigt zu haben, dass es nur von ihm abhange, Reichtümer zu erwerben, wenn er es für der Mühe wert hielte. In diesem Lichte sieht Plinius die Sache an; und in der Tat muss man ein Abderite, ein Sykophant, und ein Schurke zugleich sein, um so wie unser Sykophant davon zu sprechen. 47 Es befindet sich noch etwas unter dieser Rubrik in den Ausgaben der Werke des Hippokrates. Es ist aber ohne allen Zweifel untergeschoben, und die Arbeit irgend eines schalen Gräculus späterer zeiten; so wie die ganze Erzählung von der Zusammenkunft dieses Arztes mit dem Demokritus in einem der unechten Briefe, die den Namen des erstern führen. 48 Denen, welche sich etwa hierüber verwundern möchten, dienet zur Nachricht, dass die Lorgnetten damals noch nicht erfunden waren. 49 Zum Unglück sind alle seine Werke verloren gegangen. V. Recherches sur Hecatée de Milet, Tom. IX. des Mém. de Litterat. 50 Ovid. Metamorph. L. V, v. 218. 52 Es nannte sich Eugamia, oder die vierfache Braut. Eugamia war von ihrem Vater an einen, von der Mutter an den andern, und von einer Tante, an deren Erbschaft ihr gelegen war, an den dritten Mann versprochen worden. Am Ende kam heraus, dass das voreilige Mädchen sich selbst