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im Begriff, eine sehr hitzige Antwort zu geben, wenn ihn der Ratsherr Meidias nicht gebeten hätte, ruhig zu sein, und die Herren schreien zu lassen. Wenn sie alles gesagt haben werden, flüsterte er ihm zu, so werden sie nichts mehr zu sagen haben, und dann müssen sie wohl von selbst aufhören.

Dies war auch was geschah. Die Herren lärmten, krähten und fochten mit den Händen, bis sie es müde waren; und da sie endlich merkten, dass ihnen niemand zuhörte, setzten sie sich brummend wieder hin, wischten den Schweiss von der Stirne und das Gutachten wurde verlesen.

Wir kennen die Art der Abderiten, so schnell wie man die Hand umdreht vom Tragischen zum Komischen überzugehen, und über der kleinsten gelegenheit zum lachen die ernstafte Seite eines Dinges gänzlich aus den Augen zu verlieren. Kaum war der dritte teil des Gutachtens gelesen, so zeigte sich schon die wirkung dieser jovialischen Laune sogar bei denjenigen, die kurz zuvor so laut dagegen geschrieen hatten. Das nenn ich doch beweisen, sagte einer der Ratsherren zu seinem Nachbar, während dass Pyrops innhielt, um nach damaliger Gewohnheit eine Prise Nieswurz zu nehmen. Man muss gestehen, sagte ein andrer, das Ding ist meisterhaft geschrieben. Ich will gerne sehen, sagte ein dritter, was man gegen den Beweis, dass Frösche am Ende doch nur Frösche sind, wird einwenden können. Ich habe schon lange so was gemerkt, sagte ein vierter mit einer schlauen Miene, aber es ist doch angenehm, wenn man sieht, dass gelehrte Leute mit uns einer Meinung sind.

Nur weiter, Herr Stadtschreiber, sagte Meidias, denn das Beste muss noch erst kommen.

Pyrops las fort. Die Ratsherren lachten dass sie die Bäuche halten mussten über die Berechnung der Kleinheit der Keime des Priesters Stilbon; wurden aber auf einmal wieder ernstaft, da die traurige Alternative vorkam, und sie sich vorstellten, was für ein Jammer das wäre, wenn sie in Corpore, den regierenden Archon an der Spitze, nach dem Latonentempel ziehen und sichs noch zur besonderen Gnade anrechnen lassen müssten, in Frösche verwandelt zu werden. Sie reckten die dicken Hälse und schnappten nach Odem, bei dem blossen Gedanken, wie ihnen bei einer solchen Katastrophe zu Mute sein würde, und waren von Herzen geneigt, jedes Mittel gut zu heissen, wodurch ein solches Unglück verhütet werden könnte.

Aber wie das Geheimnis nun heraus war; wie sie hörten, dass die Akademie kein ander Mittel vorzuschlagen hätte, als die Frösche, deren sie einen Augenblick zuvor um jeden Preis los zu werden gewünscht hatten, zu essen – – welche Zunge vermöchte das Gemisch von Erstaunen, Entsetzen, und Verdruss über fehlgeschlagene Erwartung zu beschreiben, das sich auf einmal in den verzerrten Gesichtern der alten Ratsherren malte, welche beinahe die Hälfte des Senats ausmachten? Die Leute sahen nicht anders aus, als ob man ihnen zugemutet hätte, ihre eignen leiblichen Kinder in kleine Pastetchen hacken zu lassen. Auf einmal von der unbegreiflichen Macht des Vorurteils überwältigt, fuhren sie alle mit Entsetzen auf und erklärten: dass sie nichts weiter hören wollten, und dass sie sich einer solchen Gottlosigkeit zu der Akademie nimmermehr versehen hätten.

Sie hören aber ja, dass es nur gemeine natürliche Frösche sind die wir essen sollen, rief der Ratsherr Meidias. Essen wir doch Pfauen und Tauben und Gänse, ungeachtet jene der Juno und Venus, und diese dem Priapus selbst heilig sind. Bekömmt uns denn etwa das Rindfleisch schlechter, weil die Prinzessin Io in eine Kuh verwandelt worden? Oder machen wir uns das mindeste Bedenken, alle Arten von Fischen zu essen, ungeachtet sie unter dem Schutze aller Wassergötter stehen?

Aber die Rede ist weder von Gänsen noch Fischen, sondern von Fröschen, schrieen die alten Ratsherren und Zunftmeister; das ist ganz was anders. Gerechte Götter! die Frösche der Latona zu essen! Wie kann ein Mensch von gesundem kopf sich so etwas nur zu Sinne kommen lassen?

So fassen Sie sich doch, meine Herren, schrie ihnen der Ratsherr Stentor entgegen; Sie werden doch nicht solche Batrachosebisten sein wollen.

Lieber Batrachosebisten als Batrachophagen, rief der Nomophylax, der diesen glücklichen Augenblick nicht entwischen lassen wollte, sich zum Haupt einer Partei aufzuwerfen, auf deren Schultern er sich in kurzem zum Archontat erhoben zu sehen hoffte.

Lieber alles in der Welt als Batrachophagen, schrieen die Ratsherren von der Minorität, und ein Paar graubärtige Zunftmeister, die sich zu ihnen schlugen.

"Meine Herren, sagte der Archon Onokradias, indem er mit einiger Hitze von seinem elfenbeinernen Stuhl auffuhr, da die Batrachosebisten so laut zu schreien anfingen, dass ihm um sein Gehör bange wurde; ein Vorschlag der Akademie ist noch kein Ratsschluss. Setzen Sie sich und hören Sie Vernunft an, wenn Sie können! Ich will nicht hoffen, dass hier jemand ist, der sich einbildet, dass mir so viel daran gelegen sei, Frösche zu essen. Auch werde' ich noch wohl Rat zu schaffen wissen, dass sie mich nicht fressen sollen. Aber die Akademie, die aus den gelehrtesten Leuten in Abdera besteht, muss doch wohl wissen was sie sagt

(Nicht immer, murmelte Meidias zwischen den Zähnen.)

Und da das gemeine Beste allem vorgeht, und nicht billig ist, dass die Frösche den Menschendass die Menschen, sage ich, den Fröschen aufgeopfert werden, wie die Akademie sehr wohl erwiesen hat: so ist meine Meinungdass das Gutachten ohne weiters der ehrwürdigen Latonenpriesterschaft communiciert