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er im Begriff war gefangen zu werden.

Dieses Spiel daurte so lange, bis Don Sylvio endlich merkte, dass er in eine ihm ganz unbekannte Gegend verirrt war.

Jetzt reuete es ihn, dass er sich einem Schmetterling zu lieb so weit eingelassen hatte: allein, da es nun einmal geschehen war, so wollte er doch so viele Mühe nicht umsonst gehabt haben, und liess nicht nach, bis er endlich so glücklich war den Papilion zu erhaschen, der ihm mehr Mühe gemacht hatte, als jemals eine Spröde, seit dem es Spröden gibt, ihrem Liebhaber gemacht hat.

Seine Freude war ungemein, und in der Tat konnte man keinen schönern Sommer-Vogel sehen. Er betrachtete ihn lange mit einem desto lebhaftern Vergnügen, je mehr er ihm Mühe gekostet hatte, und er war jetzt im Begriff ihn in ein kleines Käficht zu stekken, so er zu diesem Ende bei sich trug, als es ihn deuchte, als ob der gefangne Schmetterling ihn mit einer flehenden Mine und gesenkten Flügeln anschaue. Er bildete sich so gar ein, (denn Einbildungen kosteten ihn nichts) dass er so laut geseufzt habe, als ein Papilion nur immer seufzen kann.

Mehr brauchte es nicht, um ihn auf seine gewöhnliche Grille zu bringen, und es kam ihm ganz wahrscheinlich vor, dass es vielleicht eine Fee oder eine verwandelte prinzessin sein möchte.

Denn, dachte er, ist die prinzessin Burzeline eine Heuschrecke gewesen, so kann eine andre eben so gut ein Sommer-Vogel sein. Er besann sich also keinen Augenblick ihm die Freiheit wieder zu schenken, um die er ihn so beweglich zu bitten geschienen hatte.

Der erledigte Sommer-Vogel flatterte fröhlich davon; und Don Sylvio ging ihm nach, voll Erwartung, was daraus werden möchte, als er ein paar Schritte vor sich etwas im Grase blinken sah, welches seine Aufmerksamkeit an sich zog. Er hob es auf, und fand, dass es eine Art von Kleinod war, mit grossen Brillianten besetzt, und an einer Schnur der feinsten Perlen befestiget. Er betrachtete es auf allen Seiten, aber wie gross war sein Erstaunen, als er, von einem ungefähren Druck auf eine Feder, die er nicht bemerkt hatte, einen grossen Türkis in der Mitte auf die Seite springen, und ein kleines sehr künstlich auf Email gemachtes Brustbild entdecken sah, welches eine junge Schäferin von ungemeiner Schönheit vorstellte.

Er stunde etliche Augenblicke unbeweglich, und wusste nicht, ob er seinen Augen trauen sollte; Er besah und befühlte es immer wieder von neuem, um sich zu überzeugen, dass es keine Einbildung sei, und je mehr er es betrachtete, desto mehr beredete er sich, dass es das Bildnis einer Göttin, oder doch zum wenigsten der Allerschönsten Sterblichen sei, die jemals gewesen, oder künftig sein werde.

Unsre schönen Leserinnen werden ihm dieses übereilte Urteil desto eher zu gut halten, wann sie bedenken, dass er von seiner Tante, die aus bekannten Ursachen sehr wenig Gesellschaft sah, in einer so strengen Einsamkeit erzogen worden war, dass er ausser ihrer eignen angenehmen person, ihrer Kammerfrau, der Witwe eines Sennor Scudero, welche bereits fünf und dreissig Jahr eingestand, der dicken Maritorne, und den Bauerweibern im dorf in seinem Leben nichts gesehen hatte, was auch nur im uneigentlichen Verstand zum schönen Geschlecht hätte gerechnet werden können. Denn seine Schwester, die in der Tat ein hübsches kleines Mädchen gewesen war, hatte sich schon in einem Alter von drei Jahren verloren, und man vermutete, dass sie von einer Zigeunerin gestohlen worden sei, welche jemand um dieselbe Zeit nicht weit vom schloss angetroffen haben wollte.

Don Sylvio musste also notwendig von der Schönheit dieser Schäferin ausserordentlich gerührt werden, da sie unter den Figuren, an die er seine Augen hatte gewöhnen müssen, nicht anders ausgesehen hätte, als wie Latona unter den Einwohnern von Delos, als sie in Frösche verwandlt, ihr am Ufer entgegen quäkten. Kurz, es deuchte ihn unmöglich, dass Gracieuse, Bellebelle, die Schöne mit den goldnen Haaren, oder Venus selbst so schön gewesen sein könnten, und er wurde vom ersten Anblick an so verliebt in dieses Bildnis, als es jemals ein irrender Ritter, oder ein Arcadischer Schäfer in seine Dulcinea oder Amyrillis gewesen ist.

Endlich, rief er in seiner Entzückung aus, endlich hab ich sie gefunden, sie, die ich mit ahnender sehnsucht überall suchte, die ich zu lieben bestimmt bin, und o! dass keine zu kühne Hoffnung mich täusche! sie, die mein glückliches Schicksal bestimmt hat, mich durch ihre Liebe den Göttern an Wonne gleich zu machen. O! gütige Fee, die du meiner dich annimmst, wer du auch seist, dir allein dank ich dieses überraschende Glück! Wer anders als du legte in dieser öden Wildnis, die vielleicht vor mir keines Menschen Fuss betreten hat, dieses himmlische Bildnis in meinen Weg? O! vollende deine Wohltat, zeige dich mir, und lass zu deinen Füssen mich hören, wo ich sie finden kann, sie, deren Schattenbild schon genug ist, eine unauslöschliche Liebe in meiner Brust anzuzünden. Denn das schwöre ich bei allen Göttern, die der Liebe günstig sind, und wenn ich sie auch am Quecksilber-See, mitten unter den Ungeheuern der Fee Lionne, im Ringe des Saturnus, ja selbst in der grossen Aquavit-Flasche der Feen suchen müsste, bis ich sie gefunden habe, soll kein ruhiger Schlaf auf meine Augen sich senken! Also sagt