, dass er, wenn er noch glücklich genug sein sollte das Ziel seiner Wünsche zu erreichen, seine erste sorge sein lassen wollte, ihn für seine Treue und für alles Ungemach, so er ihm zuliebe ausgestanden, so reichlich zu belohnen, dass ihm nichts zu wünschen übrig bleiben sollte. Diese tröstlichen Versprechungen, so wenig auch die dermaligen Umstände zu ihrer Erfüllung Hoffnung machten, erfreuten den dankbaren Pedrillo so sehr, dass er der empfangnen Schläge auf einmal vergessen hätte, wenn sein rücken nicht so unhöflich gewesen wäre, ihn alle Augenblicke daran zu erinnern.
Indessen bot er doch allen seinen Kräften auf, um seinen Herrn wieder aufzumuntern, und nachdem er den schattigsten Platz am Flusse ausgesucht hatte, so wurde beschlossen, sich so lange da aufzuhalten, bis sie sich völlig erholt haben würden.
Don Sylvio fühlte den Schmerz das Bildnis seiner Geliebten verloren zu haben, allzustark, als dass er andre Schmerzen hätte fühlen können; er fing alle Augenblicke an, neue Klagen anzustimmen, und es währete ziemlich lang, bis ihn das Beispiel des Pedrillo und sein eigener Hunger vermögen konnten, den Vorrat aufzehren zu helfen, der sich noch im Zwerchsack fand. Es war unter anderm noch eine Flasche Malaga vorhanden, die ihnen in so betrübten Umständen sehr zu statten kam, und in kurzer Zeit den ehrlichen Pedrillo so guten Humors machte, dass er nicht leiden konnte, seinen Herrn mit einer so trostlosen Mine da sitzen zu sehen. Herr Don Sylvio, sagte er, im Unglück muss man Mut haben. Sapperment; Es ist keine Kunst zufrieden zu sein, wenn euch alles nach Wunsch und Willen geht.
Nur herzhaft, gnädiger Herr! Ein feiges Herz freit keine schöne Frau. Das Glück ist kugelrund; heute mir, morgen dir, heute Regen, Hagel und Prügelsuppen, morgen Sonnenschein, Freude und Wohlleben. Es ist die Welt, pflegte meine Grossmutter zu sagen, jeder Tag hat seine eigene Plage; aber es wird alles besser, wenn man nur der Zeit erwarten kann; Zeit bringt Rosen, und man redt so lange von der Kirmes, bis sie kommt. Es ist mir, ich sehe es schon, wie froh ihr sein werdet, wenn wir einmal unsere prinzessin haben, aber nicht mehr als einen elenden Schmetterling, versteht sich, sondern in Lebensgrösse, wie sie aus Mutterleibe gekommen ist, ich will sagen, als eine würkliche prinzessin, versteht ihr mich, mit einer reichen goldnen Krone auf dem Kopf und in einem langen Talar; über und über mit Perlen und Carfunkeln besetzt, dass sie wie die helle Sonne glänzen wird. Hei sa! da wirds zugehen! da wird der Himmel voller Geigen hangen, da werden wir alle Tage Feiertag haben, und essen und trinken, und tanzen und springen, und lachen und fröhlich sein, dass die Carabossen und Fanferlüschen vor Neid bersten möchten, wenn sie uns so lustig sehen. Nur gutes Muts, sag ich! Sapperment, wenn wir die prinzessin selbst haben, was bekümmern wir uns um ihr Bild. So dächte ich, wenn es meine Sache wäre. Zudem so wollt ich gleich schwören, dass der grüne Zwerg euer Kleinod so wenig gesehen hat, als die achtzigjährige Jungfer, der er die Zähne ausstochern soll. Ich hatte meine Augen weit genug offen, und ich sehe Gott Lob! noch wohl, dass eine Mistgabel kein Ohrlöffelchen ist. Die Nymphe war ein Grasmensch, gnädiger Herr, ein Kühmensch, das weiss ich so gewiss, als ob ich sie selbst gemacht hätte. Und wenn ihrs nicht glauben wollt, so ist bald ein Mittel da, hinter die Sache zu kommen, das Dorf kann nicht hundert Meilen von hier sein, wo sie zu haus ist. Wir wollen diesen Abend noch hingehen, und von Tür zu Tür suchen, bis wir sie gefunden haben; sie muss das Kleinod wieder heraus geben, oder es müsste keine Justiz mehr im land sein.
Aber wenn es so wäre, sagte Don Sylvio, woher käme die wunderbare Übereinstimmung zwischen dieser Begebenheit und meinem gestrigen Traum?
Gnädiger Herr, antwortete Pedrillo, ich erinnere mich euers Traums noch so wohl, als ob ich ihn selbst geträumet hätte; aber ich kann die Übereinstimmung nicht finden, die ihr darin seht. Wo ist denn hier die Sylphide, die euch erschien, und wo ist der Rosenwagen mit zwölf rubinenen Paradies-Vögeln, der euch in die bezauberte Insel führte? das ist doch ein HauptUmstand, der hier gänzlich mangelt. Und dann sagtet ihr, die Nymphe habe den blauen Schmetterling an einem goldnen Faden flattern lassen, das trifft wieder nicht ein, denn der Faden, den die Gras Nymphe dazu brauchte, war ein grober hanfener Faden, womit sie, denke ich, die Löcher in ihrem Hemde hatte stoppen wollen; und sie hätte meiner Six, wohl daran getan, denn die blosse Haut guckte ihr allentalben hervor; ich will nicht ehrlich sein, wenn sie nicht so schwarz wie Erde war, und ich habe doch mein Tage gehört, dass eine Nymphe lauter Lilien und Rosen ist. Doch sie mag gewesen sein was sie will, so viel weiss ich gewiss, dass wir die Schläge, die uns die groben Lümmels gaben, gewiss nicht im Traume gekriegt haben – doch, das ist nun vorbei, und zu geschehenen Dingen muss man das beste reden. Auf die Gesundheit der prinzessin, wo sie auch sein mag! Ich hoffe, sie wird es uns seiner Zeit auch entgelten