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Schäfer gewesen sein, sich jemals in so fatalen Umständen befunden habe, als diejenige waren, worin wir unsern Helden zu Ende des vorigen buches verlassen mussten.

Es ist wahr, andre Feen-Helden haben auch ihre Anfechtungen; sie müssen sich oft mit Drachen, Meerwundern und blauen Centauren herum schlagen, sie kommen in Gefahr von Popanzen gefressen zu werden, sie werden von alten zahnlosen Feen entführt, die ihre Tugend auf die gefährlichsten Proben setzen, und am Ende sie oft gar in Papagaien, Kater oder Grillen verwandeln. Aber dass jemals eine so ausserordentliche person wie der Günstling einer Königin der Salamander und der Liebhaber eines bezauberten Schmetterlings ist, von Gras-Menschern zerkratzt, und von Bauerjungen wäre abgeprügelt worden, davon wird man in der vollständigsten Sammlung aller Geschichten die sich mit Es war einmal anfangen, vergebens ein Beispiel suchen.

Der geneigte Leser wird hieraus die Folge ziehen, und weil er es vielleicht nicht tun möchte, so nimmt der Autor die Freiheit, es ihm hiemit zu verstehen zu geben, dass diese merkliche Verschiedenheit, die sich zwischen der geschichte des Don Sylvio und andern Feen-Märchen findet, ein überaus günstiges Vorurteil für die historische Treue und Wahrhaftigkeit des Autors erwecken müsse. Hätten wir unsern Helden in einem Wagen von Saphir mit Paradies-Vögeln bespannt reisen und alle Abend in einem bezauberten Palast absteigen lassen, hätten wir ihm das rote Hütchen des Prinzen Kobolt, den Pantoffel der Fee Moustasche, den Ring des Gyges, oder die Zauberrute der königlichen Fee Trusio gegeben, um sich aus allen Nöten heraus zu helfen; so hätte ein jedes Mädchen von zehen Jahren gemerkt, dass man ihm nur ein Märchen erzähle. Aber ungeachtet unsre geschichte so seltsam und wunderbar ist als irgend eine von denen, mit deren Anhörung sich der weise Sultan von Indien, Schach Baham, die Zeit zu vertreiben geruhte, so wird man uns doch nicht vorwerfen können, dass wir unserm Helden jemals ein Abenteuer aufstossen lassen, welches nicht vollkommen mit dem ordentlichen Lauf der natur überein stimme, und dergleichen nicht alle Tage zu begegnen pflegen oder doch begegnen könnten, wie z. Ex. dass ein Frosch in Gefahr komme von einem Storchen verschlungen zu werden, oder dass einer ein Kleinod mit einem Bildnis finde, welches vermutlich jemand anderer vorher verloren hat. Wir haben ihn zu Fuss reisen lassen, und nicht einmal sorge getragen, ihn vor Sümpfen und Froschgräben zu bewahren; wenn er schlief, so war es auf der harten Erde, oder in einem elenden Dorf-wirtshaus, wo ihm die Flöhe keine Ruhe liessen. An statt dass Rosenarmichte Nymphen oder Sylphen mit goldnen Flügeln ihm am blumichten rand crystallner Brunnen, Nectar und Ambrosia hätten auf tragen sollen, haben wir ihn aus dem Zwerch-Sack des Pedrillo bedient, und ganz neuer Dingen haben wir ihn nicht etwa von Riesen oder bezauberten Mohren, sondern von gemeinen Bauer-Jungen abpläuen lassen.

Wir hoffen, das sind Beweise, die für sich selbst reden, und wir wünschten, dass man von vielen berühmten Geschichtschreibern mit eben so gutem Fug sagen könnte, dass sie von der betrügerischen Neigung, ihre Gemälde und Charactere zu verschönern, oder ihren begebenheiten einen Firniss von Wunderbarem zu geben, so entfernt gewesen sein möchten, als wir, die wir uns bei Bekanntmachung dieser wahrhaften und glaubwürdigen geschichte nicht etwa (wie junge, leichtsinnige Schwindelköpfe sich einbilden möchten) eine eitle Belustigung, sondern das gemeine Beste, und die Beförderung der Gesundheit unsrer geliebten Leser an Leib und Gemüt zum Endzweck vorgesetzt haben.

Vielleicht werden einige, deren Scharfsinn nicht tiefer als in die äussere Schale der Dinge einzudringen pflegt, nicht begreifen, wie die geschichte des Don Sylvio zu einem so heilsamen Zweck sollte dienen können. Nun wär es uns zwar ein leichtes, sie aus den Schriften grosser Ärzte und Naturkündiger zu belehren, dass es ein gewisses Fieber gibt, dem die menschliche Seele vom vierzehenten Jahr ihres Alters bis zum grossen Stufen-Jahre häufig ausgesetzt ist, welches durch keine andere Arznei-Mittel sichrer vertrieben werden kann, als durch solche, die das Zwerchfell erschüttern, das Blut verdünnern, und die Lebensgeister aufmuntern, eben so wie der giftige Biss der Taranteln durch nichts anders als durch die sympatetische Kraft gewisser Tänze, die dem Kranken vorgespielt werden, geheilt werden kann. Wir könnten ihnen auch gar leicht mit vielen Gründen beweisen, dass die vorgedachten heilsamen Kräfte in dieser geschichte verborgen liegen. Allein, da diese gedoppelte Bemühung, uns zum Missvergnügen aller unsrer übrigen Leser zu lange von der Fortsetzung der begebenheiten unsers Helden entfernen würde; so müssen wir es für diesmal zwar eines jeden eigenem Belieben überlassen, was er hievon denken wolle; allein bei einer zweiten Ausgabe (wozu uns, ohne Ruhm zu melden, der gute Geschmack des Publici Hoffnung macht) werden wir nicht unterlassen, ein medicinisches Gutachten über diese Materie, welches völlig zu unserm Vorteil ausfallen wird, beidrucken zu lassen, und zu dessen besserer Bestätigung ein Verzeichnis verschiedener merkwürdiger Curen beizufügen, die einige Ärzte von unserer Bekanntschaft mit unserm buch gemacht haben.

Inzwischen wünschten wir, dass irgend eine Europäische Academie, und wenn es auch nur die zu Pau in Bearn wäre, sich belieben lassen möchte, einen Preis von fünfzig dukaten auf die Untersuchung des manchfaltigen physicalischen, moralischen und politischen Nutzens zu setzen, welchen die menschliche Gesellschaft von Schriften, die (auf eine erlaubte Art) zu lachen machen, ziehen könnte; besonders auf die gründliche Erörterung der Frage: Ob es nicht dem gemeinen Besten so