Das ist eine Demonstration, die so gut ist als die beste im Euclides.
Ich verstehe mich nichts auf eure Remonstration, Herr Don Sylvio, erwiderte Pedrillo, aber was ich gesehen habe, das hab ich gesehen, und wenn der Pabst euer Vetter wäre, so könntet ihr mir nicht übel nehmen, dass ich meinen Augen mehr glaube als euren Schlüssen. Wenn ich einen Zwiebel vor mir habe, und es stünden alle Bacularii und Licentiaten von Salamanca, ja alle Patriarchen, Exarchen und Monarchen der ganzen Christenheit da, und bewiesen mir, dass es eine Schöps-Keule sei, so würde ich doch glauben, dass ein Zwiebel ein Zwiebel sei, und warum das? Weil meine Augen meine Augen sind, und weil niemand in der Welt besser wissen kann als ich selbst, ob ich sehe was ich sehe. Kurz und gut, Euer Gnaden kann hievon glauben was ihr beliebt, es wird sich seiner Zeit schon zeigen wer recht hat, das ist mein Trost; denn die Fee, sie mag auch sein, wer sie will, wird es, denke ich, bei diesem ersten Besuch nicht bewenden lassen. Sie machte mir, beim Velten! eine Mine, ob sie nicht viel Gutes im Sinn habe, und es deuchte mich, sie hörte es gar nicht gern, dass ihr in einen bezauberten Sommer-Vogel verliebt seid.
Hast du ihr denn das gesagt, Pedrillo?
Wenn ich es nicht hätte sagen sollen, antwortete Pedrillo ein wenig erschrocken, so bitte ich Eu. Gnaden tausendmal um Vergebung; ich weiss selbst nicht, wie mir geschah, aber die kleine Hexe, ihr Mädchen machte mich so treuherzig, dass sie mir immer eins nach dem andern heraus lockte; ich muss bezaubert gewesen sein; und zudem dachte ich, wenn sie eine Fee ist, so weisst sie das alles ohnehin, und es würde sie nur ungehalten machen, wenn ich auf ihre fragen nicht die rechten Antworten gäbe.
Sie fragte dich also aus, und du sagtest ihr alles?
Ja, gnädiger Herr, aber nur überhaupt, und so verblümt, dass sie nichts hätte davon verstehen können, wenn sie keine Fee gewesen wäre. Aber wie ich sagte, die Kleine sah mir aus, als ob sie alles schon vorher besser wisse als ich selbst; ich wollte gleich wetten; sie fragte mich nur, um zu sehen, was ich ihr antworten würde.
Und was sagte denn diejenige dazu, die du für die Fee ansahst?
Nichts sonderliches; denn sie eilte gar gewaltig fort; wir müssen gehen, sagte sie, und machte ein ziemlich verdriessliches Gesicht dazu, was wird mein Bruder denken, wenn wir so spät nach haus kommen?
O Himmel! rief hier Don Sylvio aus, und wurde so blass wie ein weisses Tuch; jetzt geht mir auf einmal ein schreckenvolles Licht auf Wie wenn es die Schwester des grünen Zwergs – –
Potz Gift! gnädiger Herr, schrie Pedrillo, was ihr da für einen Einfall habt! der Himmel gehe, dass ihrs nicht erraten haben möget. Aber jetzt erinnert ihr mich wieder daran, sie hatte in der Tat einen grünen Unterrock und eine grüne Westen an, mit Golde gestickt. Mein Seele! was ich für ein Dumfkopf bin! Ich dachte an nichts Böses! Aber das verzweifelte kleine Mädchen – –
Je mehr ich alle Umstände deiner Erzählung überlege, fuhr Don Sylvio fort, desto mehr find ich mich in meiner Vermutung bestärkt. Es ist nichts gewissers als dass es diese verhasste Donna Mergelina war – –
Aber die Fee war so schön wie ein Frühlingstag, und Donna Schmergelina ist, mit Respect vor Eu. Gnaden, der garstigste Sausödel, den ich in meinem Leben gesehen habe. Wie reimt sich das?
Die Fee, ihre Tante, hat Macht genug, ihr, was für eine Gestalt sie will, zu geben, und es ist gewiss nicht ohne ursache, dass sie, wie du behauptest, eine Ähnlichkeit mit meiner geliebten prinzessin hatte.
Das hatte sie, gnädiger Herr; aber beim Element! wenn sie nun wählen kann, was für eine Gestalt sie annehmen will, so war sie eine grosse Närrin, dass sie sich euch nicht lieber anfangs in einer schönen zeigte. Sapperment! sie muss gewaltig in ihren Buckel und in ihren breiten Busen verliebt sein.
Das alles hat seine Ursachen, erwiderte Don Sylvio. Meinst du, diese Zwergin, so abscheulich sie ist, schmeichle sich nicht, eine der liebenswürdigsten Personen ihres Geschlechts zu sein? Oder glaubst du, sie würde meiner prinzessin nur den kleinsten Vorzug vor ihr eingestehen? Die Eigenliebe ist die grösste unter allen Feen, sie braucht weder Zauberstab noch Talismanne, um die seltsamste Verwandlungen zu machen. Wenn ich mich dessen, was mir in den Gärten der Fee Radiante begegnet ist, und des neuerlichen Abenteuers mit der Sylphide erinnere, so besorge ich sehr – –
Wohl dann, gnädiger Herr, fiel ihm Pedrillo wieder ein, wenn die schöne Dame, die euch so aufmerksam betrachtete, Donna Schmergelina ist, so kann ich nichts dazu, ich muss es geschehen lassen; Aber für die Kleine will ich gebeten haben; ich weiss nicht wie es kommt, aber mein Herz sagt mir, dass die Gestalt, die sie hatte, ihre eigne war; ich will mir die Ohren abschneiden lassen, wenn ihr in der ganzen weiten Welt ein paar Augen, oder eine Nase, oder ein kleines Maul findet, die ihr besser