ist er, sagte Don Sylvio, indem er ihr, so sehr auch Pedrillo murrte, den dukaten auf seiner Hand darbot.
Eine hübsche Hand, wie ich sagte, eine feine, glückliche Hand, junger Herr. Hi, hi, hi, sagt ichs nicht? du bist verliebt, Schätzchen, Gelt? das gute Kind! du brauchst nicht rot zu werden, du hast das rechte Alter dazu; ach! es ist eine so hübsche Sache um die Liebe. Wie? lass es einmal sehen! in ein artiges kleines Mädchen bist du verliebt, in ein wunderartiges kleines Mädchen – –
Getroffen, mein Seel! rief Pedrillo, in der Tat, wunderartig, und kleine wie eine Puppe.
Noch ein junges Mädchen, sehr jung, ein wenig flatterhaft – –
Flatterhaft, in der Tat, sagte Pedrillo, denn sie flattert über Stauden und Hecken, dass ihr der Henker nicht nachkommen kann – –
Das wird sich alles schon geben, man wird alle Tag älter, sie liebt dich doch, nicht wahr?
Das ist es eben, was wir gerne wissen möchten, denn wir haben so einen gewissen kleinen Argwohn, eine gewisse Suspection – –
Schweige, rief Don Sylvio, kannst denn du dein Maul nicht einen Augenblick halten – –
Dass sie einen andern liebt? fuhr die Zigeunerin fort; das kleine schelmische Ding! Einen andern; das ist verzweifelt! Aber so sind die jungen Mädchen; wer ihnen Tändeleien und Liebkosungen vorsagt, verderbt seine Zeit gewiss bei ihnen nicht. Ja wohl! Sie liebt einen andern! Ich wette gleich, dass es einer von diesen kleinen süssen Herrchen ist, von diesen Papilions, die um alle hübsche Blumen herum flattern, und auf keiner sitzen bleiben – –
Holla, Frau Zigeunerin, rief Pedrillo, da er sah, dass Don Sylvio bei diesen Worten so blass wie eine Leiche wurde; ihr sagt mehr als wir wissen wollen.
Ich habe genug, sagte Don Sylvio, indem er seine Hand zurück zog, lasst mich gehen, mein Unglück ist gewiss; Sie hat es so gar in meiner Hand gelesen. – –
Was hat das auf sich, unterbrach ihn Pedrillo, wenn man es nur nicht an eurer Stirne liest. Hei da, Grossmutter, wir wollen von was anderm reden; was sagt ihr zu meiner Hand? Da sind zwei Realen, ich denke, dafür sollte sich schon was hübsches sehen lassen.
Bei meiner Treu, rief die Alte, nachdem sie ihm einen Augenblick in die Hand geguckt hatte, in was für einem Zeichen sind diese jungen Leute geboren? ihr seid ja so verliebt wie die Sperlinge! Fi; da sind gleich fünf oder sechs Weiber an einem Stiel – –
Fünf oder sechs Weiber? ihr seid nicht klug, Mädchen wollt ihr sagen; was wollt ihr, dass ich mit so viel Weibern anfangen soll?
Sie werden gewiss nicht abstehen, auf mein Wort, versetzte die alte, was du nicht brauchst, ist gut für andre Leute. Du wirst dir doch nicht einbilden, dass du eine hübsche Frau für dich allein haben wollest? Meiner Treu; ich sehe hier eine, die mir die Mine hat, als ob sie dir gute Freunde machen werde.
Wie? was? Ihr seht die person, die ich jetzt im Sinn habe in meiner Hand?
Ohne Zweifel.
Das wollen wir doch sehen! Ist sie gross oder klein, alt oder jung, fett oder mager? antworte mir einmal auf das, mein gutes Mütterchen!
Sie ist weder zu gross noch zu klein; – Gut! – weder zu alt noch zu jung – Sapperment! – Und was man sagen möchte, eher fett als mager; nicht wahr, es ist so?
Pestilenz; Wie macht ihrs denn, dass ihr alles das in meiner Hand sehen könnt? Seht ihr denn auch die grossen schwarzen Augen, die sie im Kopf hat?
In der Tat, ein paar hübsche schwarze Augen, ein paar freundliche einladende Augen, das gesteh ich! Schwarze Augen, schwarzes Haar, und ein hübsches Maul voll perlenfarber Zähne lässt gut zusammen.
Beim Element! ihr kennt sie ja so gut als ich selbst. Aber weiter; einen hübschen vollen Busen, he?
O! das versteht sich, wenn anders der Schneider – –
Wie? der Schneider, sagt ihr? Wahrhaftig, da kommt ihr mir recht! Sapperment! es schneidert sich nichts; das könnt ihr mir wieder nachsagen; was das betrifft, so darf sie sich neben einer Infantin sehen lassen, sie mag sein wer sie will, das versprech ich euch! – – Und was sagt ihr zu ihren Füsschen? Sind sie nicht niedlich? Gelt? und ein paar Waden – ihr werdet sie vor dem Rock nicht recht sehen können – Aber ihr könnt mir sicher glauben, dass man sie nicht schöner drechseln könnte.
In der Tat, du hast recht, es ist ein hübsches, rundes, drolligtes Ding; aber desto schlimmer für dich, mein Sohn!
Warum desto schlimmer?
O! das ist ja keine Frage! Du wirst es erfahren, denke an mich, du wirst es erfahren, was es auf sich hat, eine hübsche Frau zu haben! Sie wird dir was aufsetzen, denke an mich! Sie wird dir was aufsetzen! mehr will ich nicht sagen.
Ei, potz Gift! rief Pedrillo, ich denke das ist genug gesagt. Sie wird mir was aufsetzen