rief Pedrillo, der indessen aus dem Schlamm wieder hervor gekrochen war; Sapperment! ich denke, es ist gewaschen genug, und mehr als mir lieb ist; ich fiel der Länge nach hinein, und kriegte gleich ein Maul voll, das gewiss nicht nach Muscaten schmeckte, das versichre ich euch.
Genug hievon, sagte Don Sylvio, auf einer Reise wie die unsrige ist, muss man sich alles gefallen lassen. Wenn ich dir aber die Wahrheit sagen soll, so fang ich bald selbst an Zweifel zu bekommen. Ob ich gleich noch immer darauf schwören wollte, dass ich einen Salamander gesehen habe, so ist es doch nicht unmöglich, dass unsere Feinde, weil sie keine offenbare Gewalt gegen uns gebrauchen dürfen, eine List versucht haben, uns von der Fortsetzung unserer Unternehmung abzuschrecken.
Wenn ich reden dürfte, sprach Pedrillo, so weiss ich wohl was ich sagen möchte.
Und was wolltest du denn sagen?
Dass unsre Feinde vielleicht nicht so gar unrecht haben.
Wie so, wenn ich bitten darf, Herr Pedrillo?
Weil es mich deucht, dass wir nicht recht klug sind, bei Nacht und Nebel so durch dick und dünn herum zu ziehen, und die Köpfe an den Bäumen zu zerstossen, und in Sümpfe und Froschgräben hinein zu fallen, um vor einem kleinen Sack, mit hundert tausend dukaten davon zu laufen, den wir heuraten könnten, ohne dass es uns einen heller mehr kostete als ein armes Ja.
Der Froschgraben hat, wie ich sehe, eine merkliche Veränderung in deiner denkart hervor gebracht, erwiderte Don Sylvio; aber ehe wir uns tiefer in diese Materie einlassen, möchtest du nicht so gut sein, und mir ein paar Strümpfe aus dem Zwerch-Sack suchen, denn die meinigen sind so nass und übel zugericht, dass es nicht ärger sein könnte.
Eu. Gnaden, antwortete Pedrillo, kann doch immer noch besser mit dem Salamander zufrieden sein als ich; denn ich bin vom Kopf bis zu den Füssen so besasset, dass ich einen ganzen langen Tag brauchen werde, bis ich nur wieder trocken bin.
Mich deucht ich sehe hier eine kleine Anhöhe, wo wir uns ein wenig setzen und umkleiden können. Seht ihr nun, fuhr er fort, indem er seinen Zwerchsack aufschnürte, ob meine Vorsorge vergeblich gewesen ist? Wir sässen jetzt schön, wenn wir warten müssten, bis uns die Fee Radiante andre Wäsche brächte. – Aber wieder auf unser a propos zu kommen, ich denke wir haben uns nun genug abgekühlt, dass wir mit kaltem Blut von der Sache reden können. Wie wär es, Herr Don Sylvio, wenn wir hier warteten, bis es Tag wird, und dann allgemach wieder zurück kehrten, wo wir hergekommen sind? Mich deucht, wir haben etwas angefangen, seht ihr, wovon wir kein Ende sehen werden.
Meiner Six, ich wollte lieber eine Stecknadel in einem Heustock suchen als einen Schmetterling in der weiten Welt; und dann noch alle das Ungemach, dem man sich dabei aussetzt, die Dorn ritzen, die Beulen am Kopf, die verstossnen Schienbeine, die Riesen, die Salamander, die Froschgräben – und alles das um der schönen Augen eines Schmetterlings willen! beim Velten, das ist ja alles, was man leiden könnte, wenn es um die schöne Hecuba aus Griechenland zu tun wäre! Freilich ist der Schmetterling eine geborne prinzessin; aber seht ihr, Herr, wenn ich sagen soll, wie mir es um Herz ist, denn ich bin immer ein guter offenherziger Narr gewesen, es ist hier ein Aber, das uns das ganze Spiel verderbt. Ein Schmetterling, der eine prinzessin ist, ist freilich ein vornehmer Schmetterling; aber, zum Henker, eine prinzessin, die nur ein Schmetterling ist, ist noch weniger als eine prinzessin in einem Puppenspiel, denn wenn die prinzessin Tacamahaca oder Rossabarba mit dem spitzen Kinn, mit ihrer Krone von Flittergold, und mit ihrer langen Schleppe von falschem Silber-Mohr abgetrippelt ist, so findet ihr doch Lolottchen hinter der Scene, die, wenn es drum und dran kommt, wohl so gut ist als manche prinzessin, und nicht so viel Umstände macht; das werdet ihr mir nicht leugnen können? und seht ihr, Herr, was ich sagen wollte – –
Sa, sa, Pedrillo, das geht ja unvergleichlich, rief Don Sylvio, du sprichst ja wie ein Cicero; fahre nur fort, denn ich möchte doch gerne sehen, was endlich heraus kommen wird, wenn du fertig bist.
Das werdet ihr bald sehen, gnädiger Herr, antwortete Pedrillo, ich merke wohl, dass ihr meiner spotten wollt, aber es hat doch wohl eher ein Esel einem Propheten einen guten Rat gegeben. Kinder und Narren sagen die Wahrheit, und das Lange und Kurze von der Sache ist, dass der hab ich, immer besser gewesen ist, als der hätt ich; vom Wünschen sagt man im Sprüchwort, ist noch keiner reich worden. Die Frau Rademante hat euch freilich viel versprochen; aber versprechen ist eins und halten ist ein anders, sagte Hans zu Peretten, und wenn mans zuletzt beim Licht besieht, so deucht mich, es komme gerade so heraus, als wenn mir jemand einen Schatz schenkte, den ich aber erst noch erheben soll, ohne dass ich weiss wo? Wie wär es, wenn wir uns an das hielten, was wir schon haben? Donna Schmergelina ist ein junges Frauenzimmer, das mit alle dem auch nicht