, so hörte man auf einmal ein fürchterliches Donnern, mit Sturmwind und Blitzen begleitet, wodurch der ganze Palast, wie in einem Erdbeben erschüttert, und die ganze Gesellschaft, den einzigen verzweiflungsvollen Biribinker ausgenommen, in Furcht gesetzt wurde! denn selbst der alte Padmanaba merkte, dass dieses Ungewitter von einer Macht herkomme, die der seinigen überlegen war. Auf einmal flog die Decke des Zimmers und das ganze Dach des Palasts hinweg, und man sah, unter Donnern und Blitzen, den grossen Caramussal, auf einem Hippogryfen sitzend, herab steigen, und zwischen der Fee Caprosine und dem alten Padmanaba seinen Platz auf einer Wolke nehmen. Der Prinz Biribinker ist genug gestraft, rief Caramussal mit majestätischer stimme; Das Schicksal ist befriediget, und ich nehme ihn in meinen Schutz. Verschwinde nichtswürdiger Wechselbalg, fuhr er fort, indem er die Gnomide mit seinem Stab berührte, und sie, Prinz Biribinker, wählen sie unter diesen vier Schönen, welche sie wollen; die Salamandrin, die Sylphide, die Ondine, oder die Sterbliche; diejenige, so ihr Herz wählen wird, soll ihre Gemahlin sein, und sie von der Unbeständigkeit heilen, die bisher, wie man gestehen muss, ihr Fehler gewesen ist – Padmanaba würde, vor Verdruss über eine so unerwartete Entwicklung gerne mit den Zähnen geknirscht haben, wenn er welche gehabt hätte; Was die Schönen betrifft, so hatten sie alle ihre Augen mit Erwartung auf den Prinzen geheftet, und besonders sah man der jungen Salamandrin, die noch kein Wort gesprochen hatte, ganz deutlich an, dass sie lieber gesehen hätte, wenn der alte Padmanaba, an statt die garstige Gnomide an ihren Platz zu schieben, ihr erlaubt hätte, ihre eigene Stelle selbst zu vertreten. Aber Biribinker, der in einem Augenblick von dem äussersten Grad der Scham und der Verzweiflung auf den höchsten Grad der Glückseligkeit überging, bedachte sich keinen Augenblick, wie er wählen wollte. Ob gleich die elementarischen Damen sein Milchmädchen an Schönheit weit hinter sich zurück liessen, so konnten doch alle ihre Reizungen in Gegenwart seiner geliebten Galactine mehr nicht als einen flüchtigen blick von ihm erhalten. Er warf sich vor dieser anmutsvollen Creatur nieder, und bat mit den Ausdrücken einer so aufrichtigen Reue, einer so wahren Liebe um die Vergebung seiner Schuld, dass sie nicht so unbarmherzig sein konnte, ihm nicht wenigstens die Hoffnung, dass sie sich noch erbitten lassen werde, zu erlauben. Caramussal, dem er sich gleichfalls zu Füssen warf, hob ihn auf, nahm ihn bei der Hand, und führte ihn der prinzessin Galactine zu. Empfangen sie hier, liebenswürdige prinzessin, den Prinzen Cacamiello von meiner Hand, denn dieses ist nunmehr sein Name, da die Absichten, warum ich ihm den andern geben liess, erfüllt sind; Biribinker und Milchmädchen sind nun nicht mehr, und nachdem beide dem Eigensinn ihres Gestirns genug getan, und der Feerei ihre Gebühr bezahlt haben, so bleibt mir nichts übrig, als den Prinzen Cacamiello seinen königlichen Eltern zurück zu geben, und durch ein ewiges Band mit der prinzessin Galactine zu vereinigen. Ihr, schöne Feen, fuhr er fort, indem er sich zu Cristallinen und Mirabellen wandte, habt, wie ich hoffe, Ursache mit mir vergnügt zu sein, da ihr durch meine Veranstaltung eure Gestalt und eure Liebhaber wieder erhalten habt; weil es aber unbillig wäre, dass ich allein leer ausginge, so entlade ich hier den alten Padmanaba aller seiner Sorgen, indem ich die schöne Salamandrin, die bei ihm nichts zu tun hat, als unsichtbar zu sein und zu schlafen, zur Belohnung meiner Mühe, für mich selbst behalte.
Mit diesen Worten schlug der grosse Caramussal mit seinem Stabe dreimal in die Luft, und auf einmal befand er sich mit dem Prinzen und der prinzessin im Cabinet des Königs, der, wie man denken kann, eine grosse Freude hatte, seinen Sohn und Erben so gross und schön mit einer so schönen prinzessin und mit einem so schönen Namen wieder zu sehen. Bald darauf wurde das Beilager mit grosser Feierlichkeit und Pracht vollzogen; das neue Ehepaar liebte sich so lange als es konnte, und zeugete Söhne und Töchter; und nachdem endlich der alte König in die neunzehnte Welt abgereist war, so regierte König Cacamiello so weislich an seiner statt, dass die Untertanen keinen Unterschied spürten. Er machte seinen Freund Flox, zur Belohnung der guten Dienste, die er ihm als Kürbis geleistet hatte, zu seinem ersten Vezier, und die schöne Mirabella nebst der Fee Cristalline unterliessen niemals bei hof zu erscheinen, so oft die Königin in die Wochen kam. Sie brachten jedesmal den kleinen Grigri mit, welcher ungeachtet seiner Hässlichkeit, bei den meisten Hof-Damen einen Beifall erhielt, der ihren Liebhabern nicht gleichgültig war. Das muss man gestehen, sagten sie alle aus einem mund, dass Grigri mit aller seiner Hässlichkeit der kurzweiligste Gesellschafter von der Welt ist! – –
Und hier endet sich die eben so lehrreiche als wahrhafte geschichte des Prinzen Biribinkers, (setzte Don Gabriel hinzu) bei der ich meinen Zweck vollkommen erreicht habe, wenn sie ihnen keine lange Weile gemacht, und die schöne Hyacinte von ihrem Vorurteil gegen die Feerei zurück gebracht haben kann.
Drittes Capitel
Anmerkungen über die vorstehende geschichte
Wenn das ihre Absicht gewesen ist, Don Gabriel, sagte Hyacinte, so bedaure ich, dass sie solche so wenig erreicht haben, als nur möglich ist. Wenn ich ihnen die Wahrheit sagen soll, so halte ich es für unmöglich, das abenteurliche und ungereimte