Höfen versteht man keine Kunst besser, als ungefähre Zufälle zu machen, wenn die Absicht ist, die Leidenschaften des Herrn auf eine feine Art zu befördern. H. 11 Der Herausgeber überlässt dem Herrn Pfarrer, von welchem diese Distinktion herrühren soll, die Rechtfertigung derselben. Seiner Meinung nach, welche nichts Neues ist, lässt sich auch in diesem Leben weder öffentliche noch Privat-Glückseligkeit ohne Tugend denken; und nach den grundsätzen der Offenbarung gehört noch etwas mehr als nur Tugend zur Erlangung der ewigen Glückseligkeit. 12 Und diejenigen, welche dieses sagten, hatten an sich selbst eben nicht so gar unrecht. H. 13 (Heureusement!) 14 Aber werden nicht eben durch dieses warnende Beispiel ihre Fehler selbst wohltätig? Warum findet sie nichts Tröstendes in dieser Betrachtung? – Weil auch die edelmütigsten Seelen nicht auf Unkosten ihrer Eigenliebe wohltätig sind. H. 15 Welche Zumutung, Mylord Derby? Konnten Sie ihre Zeit nicht besser nehmen. H. 16 In der Tat löset diese Antwort das Rätsel gar nicht auf. Mylord Derby ersparte ihr ja diese eigene Bemühung. – Warum wurde sie dennoch so ungehalten? Warum sagte sie, er zerreisse ihr Herz, da er doch nur ihr Deshabillé zerriss? – Vermutlich, weil sie ihn nicht liebte, nicht zu einer solchen Szene durch die gehörige Gradation vorbereitet und überhaupt in einer Gemütsverfassung war, welche einen zu starken Absatz von der seinigen machte, um sich zur gefälligkeit für einen Einfall, in welchem mehr Mutwillen als Zärtlichkeit zu sein schien, herabzulassen. H. 17 Der ziemlich ins Preziöse fallende und von der gewöhnlichen schönen Simplizität unsrer Sternheim so stark abstechende Stil dieses Dialogen scheint zu beweisen, dass sie bei dieser Unterredung mit Frau von C–, nicht recht à son aise war. [A. d. H.] 18 Diese Frage ist eben nicht schwer zu beantworten: das edeldenkende, tugendhafte Mädchen darf dies nicht, weil man keine eigene Moral für sie machen kann. [A. d. H.]