sich zu schleichen, um zu hören, was gesprochen wird, widrigenfalls hat er zu erwarten, dass man ihn durch ein paar handfeste Drescher wird greifen, und ohne Barmherzigkeit zu dienlicher Abkühlung seiner verliebten Hitze, mit Haut und Haar in die öffentliche Schwämme hinein werfen lassen.
5. Weil er schon ehemals soll gedrohet haben, gegen denjenigen, welcher ausser ihm Jungfer Hannchen lieben würde, eine so beissende Satyre abzufassen, dass der unglückliche Liebhaber sich darüber zu tod ärgern müsste, und nun unter der Hand verlauten will, dass er dieses gefährliche Werk wirklich unter der Feder habe, welches seinen Rival, so bald er es zu gesicht bekäme, gleich einem schädlichen Basilisken ums Leben bringen könne: so wird ihm wohlmeinend angeraten, von dieser bösen Arbeit abzustehen, auch sogleich nach Verlesung dieses, dasjenige, was er bereits daran ausgearbeitet hat, zu zerreissen und ins Feuer zu werfen, oder man wird ihn zu zwingen wissen, diese Schrift öffentlich zu widerrufen, sich ins Angesicht zu schlagen, und solche zu verschlingen.
6. Wird ihm auferlegt, das Pfarrhaus nicht nur gänzlich zu vermeiden, sondern auch keine Briefe, weder an den Herrn Pfarr Wendelin, noch dessen Tochter abgehen zu lassen. Im Uebertretungsfall sollen ihm zweimal zwei und funfzig Streiche nach türkischer Manier auf die Fusssohlen, durch meinen Zahlmeister richtig zugezählet werden. Wornach er sich zu achten und für Schaden und Nachteil zu hüten hat.
XXV. Brief.
Der Herr v.N. an den Herrn v.F.
den 18 Dec.
Werter Freund,
Sie machen mir die Zeit ziemlich lang, ehe Sie mir einmal wieder Lection geben, wie ich in meiner Liebe gute Progressen machen soll. Ich habe Ihnen, denke ich, Zeit genug gelassen Mittel und Wege ausfündig zu machen, wie ich am füglichsten zu meinem Zwecke gelangen kann, wenn Sie noch nichts erfunden haben so rühmen Sie sich nicht, dass Sie sinnreich sind. Ich glaubte nicht, dass ich das alte Jahr als ein Junggeselle beschlüssen würde, und war meiner Sache so gewiss, dass ich nicht mehr daran zweifelte. Sie wissen, dass ich meine Unternehmungen gern bald zu stand bringe, bald dazu und späte davon das ist mein Wahlspruch. Sie haben eine grosse Gabe zu zaudern, es gehet mit ihren Ratschlägen und Unternehmungen so langsam als auf dem Reichstage zu. Es wäre kein Wunder, wenn ich alt und grau über meiner Freierer würde. Machen Sie, dass die Sache zu stand kommt, oder ich tue zweierlei, Sie verliehren an mir einen gelegenheit seines Lebens anvertrauet, und ich wende mich an den Baronet und nehme Ihn zum Führer an. Er soll mir eine Vorschrift schicken, wie ich meinen Angriff auf das Mädchen das ich liebe, veranstalten soll. Ich traue ihm zwar bei unsern vaterländischen Schönen nicht viel Erfahrung oder Glücke zu: ich weiss aber doch gewiss, dass ich bei seinem Rache besser fahren werde als bei dem Ihrigen. Nach dem Sprichwort heisst es zwar, Arzt hilf dir selber, es wäre wohl am besten, dass ich bei mir selbst Rat nähme, denn zu den Magister Lampert habe ich, seitdem ihn die Tochter meines Pfarrers hat durch den Korb fallen lassen, nicht das geringste Vertrauen mehr: allein ich fürchte, dass ich auch nicht die rechte Metode treffen möchte, mich bei dem Mädchen einzuschmeicheln. Wenn Sie mir versprechen wollen, künftig eifriger Hand an das Werk zu legen, so will ich Ihr Kundmann bleiben und Ihrem Rat so genau befolgen, als wenn ich ihn von den sieben Weisen aus Griechenland bekommen hätte.
Ist es denn wahr, was mir neulich fräulein Amalia sagte, dass der Major fräulein Julgen eine prächtige Kutsche geschenket hat? Eine Windkutsche wird es wohl sein, oder wenn etwas daran ist, so wird es wohl nicht viel mehr als eine alte Karrete sein, die er einen Marquetender abgekauft hat: Die Officiers sind sonst nicht gewohnt so gar viel zu verschenken, demantne Ohrengehänge und ein Staatswagen sind schon Geschenke die etwas sagen wollen, ich weiss nicht was ich davon glauben soll. fräulein Amalia, das lose Mädchen, schlug mir vor, ich sollte Julgen ein paar Pferde vor die Kutsche verehren, diese würden solche hinziehen wohin ich sie haben wollte, ein feiner Rat! Jetzt sind die zeiten darnach, dass man ein Gespanne Pferde verschenken kann, das ist kein Fürst zu tun im stand. Sie mag sehen, wo sie Pferde bekommt, von mir hat sie keine zu hoffen. Wir haben hier einen sehr künstlichen Korbmacher, der sagte mir vor einigen Tagen, er wollte so natürlich eine Portechaise flechten, wie man sich in der Stadt zu haben pflegt, was meinen Sie, wenn ich eine machen liess, ich wollte sie hübsch mahlen und vergulden auch sein ausschlagen, und sie dem Mädchen nebst ein paar Dreschern, die eher zu haben sind als ein paar Pferde, auf Weinachten bescheren lassen. Sonntags, da diese Kerls ohnedem das Brodt nicht verdienen, das sie verzehren, sollen sie allezeit nach Wilmershaussen gehen und fräulein Julgen in die Kirche und auch spatzieren tragen, alsdenn gehen sie Montags wieder bei mir in die Arbeit. Wenn dieser Vorschlag Ihren Beifall findet, so soll er bald ausgeführet werden.
Sagen Sie mir doch was ich mit meinem Pfarrer anfange, er ist ein grundböser Mann. Wenn er mich in den Bann tun könnte, so machte er sich kein Gewissen daraus. Lampert hat ihn bei mir immer die Stange gehalten und mich besänftiget, wenn