der Tonkunst oder der Beurteilung derselben hervor tun, soll aus einem besonders dazu gewidmeten Gesellschaftsbecher der Ehrenwein gereichet werden, u.s.w.
8.) Damit es endlich dieser Akademie auch nicht an einem Namen fehle, so soll sie aus besonderen und wichtigen Ursachen die Julianen Akademie benennet, auch sollen jährlich, wenn bei jetzigen schweren Zeitläuften ein Verleger zu finden ist, die Schriften und Progressen derselben durch den Druck bekannt gemacht werden. Verfertiget auf dem hochadlichen Rittersitze Kargfeld, den 29 Nov. 17 – –
L. Wilibald,
* * *
Verzeichniss der grossmütigen gönner, Musageten und Gelehrten, welche bei Eröffnung der Julianen Akademie zu Mitgliedern derselben sind aufgenommen worden. Herr Ehrhard Rudolph v.N. Erb- Lehn- und Gerichtsherr auf Kargfeld und Dürrenstein etc. Stifter und zukünftiger Protector der Akademie. Herr Hanns George v.W. ist wegen seiner beiwohnenden Gelehrsamkeit und hohen Meriten zum Präsidenten und Obervorsteher derselben ernennet worden. Herr L. Wilibald wird die Stelle eines Oberältesten und Erzschreinhalters oder beständigen Secretärs versehen.
vornehme Mitglieder.
Herr Carl Grandison Baronet, Lord L. Lord G. Herr Richard Beauchamp Baronet, Herr Reeves Esq. D. Bartlett, Herr Dobson, Pfarrer in Grandisonhall, allesammt in England. Herr Baron v.F. Herr Rittmeister v.H. nebst dessen zwei Herren Brüder, alleStrassburg.
Ordentliche Mitglieder.
Die klasse der höhern Philosophie vacat. Die klasse der Naturlehre und Haushaltungskunst. Herr Peter Bornseil, ehemaliger hochadlicher Verwalter. Michael Obentraut, jetziger Verwalter in Wilmershaussen. Herr Martin Schiesslink, hochadlicher Förster, Herr Nicolaus Brunnhold, hochadlicher Bader, Hanns Sachs, wohlmeritirter Schulteiss zu Kargfeld. Nota. Herr Pastor Wendelin hat die Ehre eines ordentlichen Mitgliedes verbeten, und die ganze Confraternität aufrührisch gemacht. Vermutlich ist ein kleiner Rangstreit die Ursache hiervon: es scheinet, dass sie dem Oberältesten nicht gern nachstehen wollen, doch dieses wird sich mit der Zeit schon geben. Die klasse der schönen Wissenschaften. Herr Wendelin, hochadlicher Gerichtsactuarius, Herr Lorenz Lobesan, Ludimagister und Schulobrister zu Kargfeld, Herr Fittich, Cantor zu Schöntal, nebst dem Cantor zu Wilmershaussen und dem Schulmeister zu Dürrenstein.
XIII. Brief.
An Herrn Lampert Wilibald von dem Herrn v.F.
den 30 Nov.
Sie haben meine Erwartung nicht getäuschet. Ihr Entwurf einer Akademie ist vortreflich, ich habe ihn nicht so bald gesehen, als ich ihn auch sogleich gebilliget habe. Vergönnen Sie, werter Freund, dass ich bei allem Hasse gegen die Vorurteile ein einziges für Sie beibehalte. Ich bin von Ihnen ganz eingenommen, doch bin ich es nicht allein, jedermann hat für Sie in unsrer ganzen Gegend ein günstiges Vorurteil, und daher kommt es, wie ich glaube, dass alles was Sie unternehmen Beifall findet. Sie erzeigen mir viel Ehre, dass Sie Ihren Entwurf der zu errichtenden gelehrten Gesellschaft, nebst einen Verzeichnis der Mitglieder meiner Censur überlassen. Wenn Sie dabei die Absicht gehabt haben, mich zum ersten Bewunderer Ihrer Unternehmungen zu machen, so habe ich Ursache Ihnen verbunden zu sein: Wenn Sie aber von mir Verbesserungen Ihrer Einrichtung erwartet haben, so haben Sie es nicht getroffen. Ich muss Ihnen das geständnis nochmals wiederholen, dass alles was Sie unternehmen, meinen Beifall hat. Ich würde überdieses meine Sphäre übersteigen, wenn ich Ihren Entwurf als die Arbeit eines vortreflichen Meisters der sieben freien Künste verbessern wollte, ich, der ich nicht in einer freien Kunst Meister bin. Jedoch wenn Sie durchaus mein Urteil verlangen, so kann ich versichern, dass ich nie etwas schöneres weder aus den alten noch neuern zeiten zu gesicht bekommen habe. Die Einrichtung Ihrer Akademie ist vortreflich, und ich verspreche mir davon nicht nur so viel gutes als Sie Sich ahnden lassen: meine Einbildungskraft scheinet noch lebhafter zu sein als die Ihrige. In meinen Gedanken ist es so gut als ausgemacht, dass Sie in kurzer Zeit als ein zweiter Melanchton communis doctor germaniae sein werden. Ja ich sehe in meiner angenehmen Vorstellung Kargfeld schon in ein Aten verwandelt. Ich gehe Stundenlang in meinem Zimmer mit einer lächelnden Mine auf und nieder, wenn ich in diesen Entusiasmus gerate, und alsdenn wirkt meine Einbildungskraft so lebhaft, dass ich weder höre, sehe, schmecke, fühle, noch rieche, und wenn mir wie den Ritter Marino eine glühende Kohle auf dem Fuss fiele, so würde ich es eben so wenig als dieser empfinden. Ich verwandele das Schloss des Herrn v.N. in ein prächtiges Atenäum, die Versammlung der Gemeinde unter der Linde wird ein ehrwürdiger Areopagus, der Kirchturm eine Sternwarte, das Wirtshaus eine Realschule, und es fehlet mir nichts als der Zauberstab der Circe, um allen diesen schönen Vorstellungen die Wirklichkeit zu geben. Sie haben meinen Ehrgeiz nicht wenig geschmeichelt, dass Sie mir unter dieser gelehrten Gesellschaft auch einen Platz angewiesen haben. Ob ich gleich unter so vielen grossen berühmten und gelehrten Männern keine bessere Figur spielen werde als der leidige Vetter Eberhard unter den Grandisonen: so werde ich mich doch aufs äusserste bestreben, weil ich der Akademie nicht durch einen berühmten und gelehrten Namen ein Ansehen machen kann, auf eine andere Art etwas zu ihrer Verherrlichung beizutragen. Sie können es glauben, dass es mir ziemlich schwer angekommen ist, bei gesunden Tagen mein Testament zu machen. Dieses stillschweigende Gesetz, das Sie den Mitgliedern der neuen Akademie auferleget haben, hat mir viele Ueberwindung gekostet, ehe ich mich stark genug fühlte es zu erfüllen. Ich will Ihnen nur meine Schwachheit gestehen, ich