dieser und jener Sache zu offenbaren, und folglich das gemeine Beste zu befördern. Eine glückliche Aemulation wird alle Innwohner dieser Gegend antreiben, wenn sie einige aus ihrem Mittel durch besondere Ehrenzeichen belohnet sehen, die sie durch neue Entdeckungen in allerlei nützlichen Künsten und Wissenschaften sich erworben haben, gleichfalls etwas neues und besonderes zu erfinden, damit sie gleicher Ehre teilhaftig werden. Die Innwohner dieser glücklichen Gegend werden also in einer Zeit von wenig Jahren klüger sein als an irgend einem Orte, dadurch werden andere Provinzen aufmerksam gemacht, und in weniger als einem halben Jahrhunderte wird kein Canton, kein Amt, sein Rittergut, auch wohl sein Dorf anzutreffen sein, wo nicht eine Akademie der Wissenschaften gefunden wird. Hierdurch wird eine doppelte Absicht erreicht, die unsern zeiten Ehre macht. Die Wissenschaften gewinnen, wenn durch eine unendliche Menge voll neuen Erfahrungen, besonders in der Naturlehre und Haushaltungskunst, welche diese gelehrte Gesellschaften auf dem land am ersten anzustellen geschickt sind, die Lehrsätze derselben genauer und richtiger bestimmt werden; der grössere Haufen der Menschen wird dadurch gewinnen, wenn durch eine Menge von gelehrten Gesellschaften die Gelehrsamkeit selbst bekannter und beliebter wird, wenn mehrere dadurch gereizet werden die Wissenschaften kennen zu lernen, und sich also das Glück unsrer zeiten zu Nutze zu machen. Doch ich lasse diese angenehmen Vorstellungen noch eine Zeitlang ruhen, mit mehrerer Begierde sehe ich den Urteilen der Tirannen in der gelehrten Welt, der gelehrten Zeitungsverfasser, die sie von unsrer Akademie fällen werden, entgegen. Diese Leute, die nebst dem Ansehen der Censoren die Macht der Tribunen besitzen, und das gelehrte Rom in ihrer Gewalt haben, die zugleich allen Neuerungen höchst feind sind, und nach dem Beispiele der Schöppenstühle auf Akademien ihre Urteile nach den Aussprüchen ihrer Väter abfassen, werden grosse Augen machen, kann sie die Nachrichten, die ich von unsrer Societät jährlich in Druck zu geben gedenke, zu gesicht bekommen werden. Doch in fine videbitur cujus toni, fangen sie nach ihrer löblichen Gewohnheit an zu bellen, und ihre Beurteilungen wider uns abzufassen, so sollen sie durch die Tat widerleget werden, wenn sie diese Akademie in ihrem Flor erblicken werden: ist ihr Urteil aber für uns, so verdienen sie die Mitglieder von uns zu sein, und diese Ehre soll ihnen auch wiederfahren. Wenden Sie alles an, vortreflicher Mäcen, dass ein so wichtiges Project ab dieses ist, bald und glücklich zu stand kommt. Sie haben den Sachen der ersten Schwung gegeben, bringen sie auch solche nun zur Vollkommenheit. Mein unmasgeblicher Rat dabei wäre dieser, dass noch zur Zeit ein geheimnis daraus gemacht würde, damit ein so ehrwürdiges und ansehnliches Gestifte, besonders für den Spöttereien des Fräuleins v.S. und dem Gifte der Frau v.W. gesichert bliebe, und überhaupt weder ein tadelsüchtiger Momus noch ein verläumderischer Zoilus sein Mütgen daran kühlen könnte. Die Ausführung dieses Anschlags gleicht jetzt einer zarten Pflanze, die der geringste rauhe Wind ersticken kann, die aber wenn sie einmal beklieben ist, auch die härtesten Stürme verachtet. Eu. Gnaden übersende ich hierdurch den vorläufigen Plan der zu errichtenden Societät, nebst dem Verzeichniss der hierzu erwählten Mitglieder, welche beiden Stücke ich meinem gönner vorzulegen die Ehre haben werde, so bald sie von denenselben sind gut geheissen worden. Gedrungen durch eine Menge von Geschäften, die durch dieses neue Departement der Akademie bei nur vermehret werden, muss ich hier meinem Schreiben ein Ziel setzen, wenn ich vorher mir die erlaubnis genommen Eu. Gnaden zu versichern, dass ich nie aufhören werde zu sein
Dero
untertäniger Diener
M.L.W.
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feld zu errichtenden kleinen Sorbonne, oder einer
gelehrten Gesellschaft, welche den Namen der Ju
lianen-Akademie führen wird.
Obwohl das Geschlecht der Gelehrten sich heutiges Tages so vermehret hat, dass diese Republick, wenn sie nicht durch innerliche Krankheiten und Spaltungen wie das persische Reich immer getrennet und geschwächt würde, allen Potentaten höchst fruchtbar sein würde, und daher aus Staatsabsichten die grenzen des gelehrten Reichs mehr eingeschränkt als ausgebreitet werden sollten: so wird man doch gewahr, dass es vielmehr noch täglich zunimmt und zahlreicher wird, indem sich immer mehr und mehr Beförderer der Gelehrsamkeit in unserm gelehrten Jahrhunderte finden, die wie die Herren Commissarien von Pensylvanien unter fremden und den Musen bisher unbekannten Himmelsstrichen neue Colonien von Gelehrten errichten, und den Altären der Pallas mehrere Verehrer verschaffen. Unter diesen Freunden der Gelehrten gehöret billig ein vorzüglicher Platz für Se. Gnaden den Herrn v.N. Erb-Lehn- und Gerichtsherrn auf Kargfeld und Dürrenstein etc. Welcher nach reiflicher und genauer überlegung der Sache, und nach eingeholtem Gutachten vieler verständigen Leute entschlossen ist, erstbenennten seinen Rittersitz den Musen als ein Eigentum zu widmen, und eine Akademie der Wissenschaften im Kleinen daselbst anzulegen. Da Hochderselbe nun im Begriff ist, solche eröffnen zu lassen: so hat man nicht ermangeln wollen, solches hierdurch öffentlich bekannt zu machen, damit auswärtige Gelehrte, die Lust haben zu Mitgliedern davon aufgenommen zu werden, solche kennen lernen, und sich in zeiten durch eine gelehrte Abhandlung, die sie an innenbenannten beständigen Secretair derselben einschicken, und dadurch zur Ehre eines Mitglieds sich melden, worauf sie nach genauer und unparteiischer Prüfung ihrer Arbeit sich der Aufnahme gewärtigen können. Die Einrichtung dieser gelehrten Societät ist folgende.
1.) Es werden darinne keine andre als Mannspersonen zu Mitgliedern aufgenommen. Denn ob man wohl anfänglich entschlossen war, auch das schöne Geschlecht an diesem Instituto Anteil nehmen zu lassen; besonders da das Frauenzimmer zu allen Künsten