artiges, das ein Liebhaber seiner Schönen sagen kann. Ich muss doch sehen, ob sich mein Planet auch so vorteilhaft erklären lässt, als der Ihrige. Ich bin im April gebohren, gut, ich will mir selbst die beste Auslegung darüber machen – –. Verwünscht! Bald will ich den April wieder auskratzen, und einen andern monat dafür in den Brief setzen. Hätte ich doch nie die Begierde gehabt meinen Planeten zu lesen. Der Kerl, der den Calender schreibt, hat, wie ich glaube, mir zum Possen diese schlimme Prophezeiung erdacht, oder eine grundböse Frau gehabt, die mit mir in einem monat gebohren worden, und dieses hat ihn bewogen, die böse Gemütsart seiner Frau dem Gestirn zuzuschreiben, das in dem monat ihrer Geburt regieret hat. Suchen Sie ja meinen Planeten nicht auf, sonst lasse ich mich nicht wieder vor Ihnen sehen. Das ist entsetzlich, dass ich gerade in einem monat gebohren bin, der den Mädchens so fatal ist! Ich werde künftig meinen Geburtstag verlegen, wie mein onkel den Tanz unter der Linde. Ich hatte mir vorgesetzt, wenigstens ein Dutzend Körbe anzubringen, ehe ich mich der herrschaft eines Ehetirannen unterwerfen wollte: aber mein Stolz ist gedemütiget, ich werde nicht einen loss werden. Einen lachenden Freier, das ist nach meiner Erklärung, der nicht einmal rechten Ernst braucht, darf ich nicht abweisen, wenn ich nicht befürchten will, dass gar keiner wieder komme. Das schlimmste aus den Planeten, darüber ich mich fast ärgere, will ich mit Stillschweigen übergehen.
Nicht wahr, wir waren gestern sehr vergnügt? Ich war es insonderheit, dass Sie den Spass so wohl aufnahmen. Ha! Ha! Ich muss herzlich lachen, ein Glückwunsch in einer Pastete, das ist der lustigste Einfall, den man erdenken kann. Sie wurden über und über rot bei dem Fund, den Sie taten. Ich merkte es, sobald Sie den Deckel aufhoben, ich vermutete mir aber etwas ganz anders. Ich dachte der Major hätte den Spass gemacht. Ihnen die Wahrheit zu gestehen, habe ich ganz und gar nichts davon gewusst, selbst meine Schwester nicht. Sie hat vermutet, dass ihr Mann, um der Tafel ein besser Ansehen zu geben, die Pastete aus der Stadt hätte holen lassen. Ich bekümmere mich nicht um die Küche, und wurde nicht eher aufmerksam darauf, bis man Sie nötigte vorzulegen. Sie sah auch so ehrlich aus, dass ich ihr keine Schelmerei zutraute. Lampert hat doch manchmal einen Einfall, der wert ist, belacht zu werden. Der Mann macht gleichwohl seinen Vers, der nicht zu verachten ist. Der Baron hat ihm unter den Fuss gegeben gehabt, einen lustigen Gedanken über die Frau v.W. mit einzumischen. Er hat es getan; aber zum Glück hat er seinen satirischen Einfall so versteckt, dass er von wenigen bemerkt wurde. Ob ich mich gleich nicht für sonderlich scharfsinnig halte: so konnte ich doch leicht erraten, was die Eule, die Aten verehrt, zu bedeuten hatte. Die Auslegung, die der Baron über diesen dunkeln Ausdruck machte, die fernern Untersuchungen des Majors zu unterbrechen, war sehr weit hergeholt, und wollte an keinem Orte recht passen. Er sah wohl den wahren Verstand ein: aber es war nicht ratsam, diesen Text gar zu genau zu erklären.
Aber hören Sie doch, mein liebes fräulein, warum suchen Sie den Major immer gegen mich in Harnisch zu bringen? Sie müssen einen grossen Wohlgefallen daran haben, mich einmal mit ihm zanken zu sehen, dass Sie uns immer zusammen hetzen. Nun kann ich Sie doch auch einmal einer Leichtfertigkeit beschuldigen. Warten Sie, das lass ich Ihnen nicht so hingehen. Es kam mir, ich weiss nicht was für eine Lust an, Ihnen was ins Ohr zu fliestern, es war eine Kleinigkeit, die ich vergessen habe. Warum beschuldigen Sie mich denn, ich hätte von dem Major gesprochen, da ich doch nicht an ihn gedacht hatte? Wollten Sie ihn für seine Neugierde strafen, dass er unsere Heimlichkeit zu wissen verlangte? Das war vermutlich Ihre Absicht, aber dadurch wurde ich mehr für meine Verwegenheit gezüchtiget, dass sich mein Mund Ihrem Ohr genähert hatte, als er für seinen Vorwitz. Was wird er denken, wenn er sich einbildet, ich hätte mich in seiner Gegenwart über ihn aufgehalten? Ich glaube nicht, dass er mich gnugsam kennet, um mir eine solche Unanständigkeit nicht zuzutrauen. Was mögen Sie ihm doch für ein Mährgen aufgeschwatzt haben? Ich zweifle nicht, dass er Sie wieder darum befragt hat, weil Sie nicht geschwinde genug eine Unwahrheit erdenken konnten, die Sie ihm vorschwatzten, da er Sie in meiner Gegenwart befragte, was ich von ihm gesagt hätte. Sie werden nun Mühe haben meine Unschuld zu retten, und ihm die Gedanken zu benehmen, worinne er stehet, dass ich mich über ihn aufgehalten hätte, so unschuldig ich auch bin. Tun Sie ja Ihr bestes all ihm, diese Meinung zu benehmen, oder wenn Sie es nicht tun, so geben Sie achtung. Sie werden schon auch einmal in seiner Gegenwart mit nur heimlich reden, oder ich finde auch wohl eine andere gelegenheit, Sie so bat ihn anzugiessen, dass Sie mich verwünschen sollen. Ich will Ihnen nun die Absicht meines briefes entdecken, ich hatte mir vorgenommen, dieses in den ersten Zeilen zu tun, und er ist mir unter der Hand gewachsen, wie das Werk eines Gelehrten, ohne