Vergnügen zu Schiffe; jedoch war der letzte Abschied des kapitän Horns Jun. den er nicht allein bei seinem Bruder, sondern auch dem Regenten, Aeltesten und Vorstehern der Gemeinden, kurz, von allen Insulanern nahm, dergestalt zärtlich und beweglich anzusehen, dass sich weder Alte noch Junge der Tränen entalten konnten, deren denn auf beiden Teilen viele 1000. vergossen wurden.
Er fuhr mit Aufgang der Sonne ab, deswegen ist unser Wunsch und Gebet zu GOtt, dass ihm derselbe die Glücks-Sonne in seinem ganzen Leben nicht wolle untergehen lassen. Auf unsern Höhen liessen sich Paucken, Trompeten und allerhand andere musicalische Instrumente hören, wobei denn aus denen kanonen imer eine scharffe Ladung nach der andern gegeben, auch etliche Bomben in die See gespielet wurden; worauf er wie wir wohl vernehmen konnten, bis zur Mitternachts-Stunde beständig antwortete, endlich aber war von dem Schiffe bei anbrechendem Tage nichts weiter zu sehen, weswegen wir alle, ihm und seinen bei sich habenden Leuten, nochmahls unter Abfeurung der kanonen Glück auf die Reise wünscheten, und ein jeder von uns sich nach seiner wohnung verfügte.
So viel ist es, meine wertesten Freunde und Leser, als ich, Gisander, aus des Herrn Eberhard Julii Manuscript zusammen stoppeln können, welches nicht allein sehr zergliedert, sondern über diess dessen schreibe-Art ziemlich verweset ist; ob das See-wasser, oder Lufft daran Schuld, kan ich nicht sagen; unterdessen haben wir doch noch das Meiste und Beste von dem Verfolge der Felsenburgischen GeschichtsBeschreibung überkommen. Ich vor meine person habe das Glück und die Ehre gehabt, den Herrn kapitän Horn Jun. nicht allein in Hamburg, bei Herrn H.W.W. sondern nachher auch in Amsterdam bei dem Herrn G.v.B. als unsern allervertrautesten Correspondenten anzutreffen, und von ihm noch viele Betrachtens-würdige begebenheiten erfahren, welche ihm aber nach zu erzehlen, meine Schrifft vielleicht allzu weitläufftig machen würde.
Wiewohlen ich nun denselben mit guten Winde von Amsterdam aus abseegeln gesehen, so kan ich doch nicht vor gewiss sagen, ob er seinen Cours zu seiner Braut auf die Insul St. Jago, oder in sein Vaterland, oder wohl gar wieder zurück auf die Insul GrossFelsenburg genommen, weilen ich aus seinen Reden niemals recht klug werden können, da er in vielen Stücken sehr heimlich war. Unterdessen da er mir doch viele wichtige Sachen, und sonderlich verschiedene Scripturen hinterlassen, mit der Vollmacht, dass ich Ordre-mässig, mich damit verhalten, die Schrifften aber immerhin, so viel deren auch wären, oder noch eingehen sollten, erbrechen und eröffnen möchte; so will ich meinen geehrtesten Lesern und Gönnern aus einem von gelehrter Hand erhaltenen, an die Herrn Felsenburger addressirten Briefe, als eine Zugabe dieses 4ten Teils der See-Fahrer, so viel seiten meiner verantwortlich ist, und man auf beiden Seiten nicht verstösset, mitteilen, in Hoffnung, dass die allermeisten Leser sonderlich an Erklärung, der unbekannten Characteren, welche im 3ten Teile pag. 297. anzutreffen sind, ein besonderes Vergnügen finden werden. Den übrigen Rest des Briefes zu publiciren, trägt man des besonderen Inhalts wegen Bedencken, bis auf des Regenten und derer Aeltesten fernerweitige Ordre. Demnach lautet die Aufschrifft des Briefes an die Felsenburger also: Dem Ehrwürdigen Alt-Vater, Hrn. Alberto Julio II. Regenten auf der Insul zu Gross-Felsenburg; ingleichen den Teuersten und Vorstehern der Pflantzstädte; Nicht weniger auch denen übrigen Senatoribus und Räten des Felsenburgischen Regierungs-Collegii; Wie auch der sämmtlichen auserwehlten Heerde JEsu CHristi mit ihren würdigen und sorgfältigen Seelen-Hirten:
Meinen allerseits Hochgeehrtesten und Geehrtesten
Herrn Gönnern, unbekannten guten Freunden
und in CHristo hertzlich geliebten Brüdern
Gross-Felsenburg.
NB. Die Erklärung der Characteren aber, zeiget sich von Wort zu Wort folgender maassen: – – – – – Vorjetzo habe ich euch, aus eiferigen Triebe, denen gottseligen Felsenburgern mit meinen wenigen Wissenschafften zu dienen, eine besondere, den.
Es wird euch annoch erinnerlich sein, dass bei der merckwürdigen Entdeckung derer Heidnischen Antiquitäten auf Klein Felsenburg, auch zugleich unterschiedliche Urnen gefunden worden, deren Deckel mit Characteribus bezeichnet gewesen, und den Inhalt dererselben in Europa zu erfahren gesucht. Die übrigen Characteres sind mir nicht zu gesicht kommen, unterstehe mich auch nicht, solche zu erklären, weilen mit stechonagraphischen Figuren mich zu bemühen, niemals meine Sache gewesen. Weilen aber dieses chymische Figuren sind, und solche mit der alten Heidnischen Götter-Historie überein kommen, deren Scribenten mehrenteils hermerische Philosophi gewesen; Ich aber mich auch rühmen kan, in Chymicis und Alchymicis viele Geheimnisse der natur durch GOttes Gnade und meinen unermüdeten Fleiss entdekket zu haben, die etwa denen lieben Felsenburgern zu besserer Etabilirung ihrer Wirtschafft dereinst mitteilen könnte: Als habe auch dieser Characteren wegen einen Versuch getan.
Zuförderst erwegte mit allem Fleiss, was der liebe Herr Mag. Schmeltzer für gedanken darüber gehabt, und befand, dass er allerdings die Sache wohl erraten: Denn die Characteres stellen weiter nicht anders vor, als ihre sämtlichen Götter. Sonne und Mond waren bereits von Herrn Mag. Schmeltzern entdecket, was aber die andern Figuren für Götter vorstellen sollten, konte ich noch zur Zeit nicht wissen.
Endlich zehlete ich die Characteres, so waren derselben dreizehen. Dadurch hatte ich nun den völligen Schlüssel erlanget. Es fiel mir sogleich ein, dass dieses die im Tempel gefundenen Götter sein müsten. Und es traf richtig ein.
Um nun eigentlich aus denen Figuren dieser Götter ihre besonderen