nämlich in die Stein- und Ertz-Brüche, oder noch mehr Bau-Holtz zuzurichten, dessen wir doch schon eine gewaltige Menge antraffen, uns also fast halb zu tod verwunderten, wie diese Hand voll Männer, in so weniger Zeit dergleichen sauere und schwere Arbeit verrichten können. Allein, es war dieses Schuld daran, dass sie nicht gezwungener Weise, sondern bloss nach eigenem Gefallen arbeiten durfften, auch dabei sich rechtschaffen etwas zu Gute tun, und ihres Leides mit den besten speisen und Geträncken pflegen und warten konnten.
nachher schickten wir beständig, fast immer über den 3ten, oder 4ten Tag zwei, auch wohl 3. Boote mit voller Ladung, die in Gold- und Silber-haltigen ErtzStuffen, auch vielen Stücken des allersaubersten BauHoltzes, zur Rarität der Arbeit wegen, bestunde, nach der grossen Insul, worgegen uns unsere Leute jederzeit bei ihrer Zurückkunfft die besten Lebens-Mittel, und alles dasjenige, was wir sonsten notdürfftig brauchten, mitbrachten.
Mittlerweile, da Mons. Plager dem Vincentio sein Vorhaben eröfnet, wie er nämlich gesonnen wäre, auf dieser kleinen Insul ein tüchtiges Schmeltz- und Hütten-Werck anzulegen, um die Mineralien und Metallen zu Gute zu bringen: so machte sich Vincentius eine ungemeine Freude darüber, und sagte, dass, wenn er nur von Zeit zu Zeit 20. starcke Männer zu seinen Gehülfen bekäme, er dieses Werck binnen Zeit von 2. Monaten in vollkommenen Stand bringen wolte; wenn sich nicht nur unter seinen Cameraden ihrer 2. befänden, die um das Schmeltz- und Hütten-Wesen guten Bescheid wüsten, sondern er auch hörete und spürete, dass einige unter den Felsenburgern hiervon schon sehr stark unterrichtet wären. Unterdessen brachte er in Vorschlag, dass sich zu dieser ganzen Sache kein beqvemerer und besserer Ort fände, als der unter den O.-Berge befindliche so genannte Heiden-Tempel und dessen rund herum liegende Gegend. Demnach besuchten wir diesen Tempel nachmahls mit ihm, und höreten mit gröster Verwunderung dessen deutlichere Erklärung und Anweisung an. Mons. Plager ergötzte sich vor uns allen andern auf das allermeiste darüber, und sprach mit lauter Stime: Ja, Don Vincent hat in allen Stücken vollkommen Recht, wir müssen ihm gehorsamen und Folge leisten, wenn wir anders unser vorhabendes Werck zu glücklichem stand bringen wollen.
Wenn ihr den Glauben habt, mein Herr! (versetzte hierauf Vincentius) so sollet ihr nach und nach grössere Wunder-Dinge sehen. Hierauf machte er eine und andere Proben mit seinen bei sich habenden Wünschel-Ruten, ingleichen mit dem Kunst-Stabe, überliess auch einem und andern die Freiheit verschiedene Proben damit zu machen, worüber wir denn alle vor Verwunderung fast aus uns selbst gesetzt wurden; da wir nämlich sahen, dass diese Dinger so sonderbare Würckungen taten.
Wie dieses Vincentius merckte, sagte er: Meine Herrn! ihr verwundert euch zwar über diese kleinen begebenheiten, allein sie finden ihre Stelle bloss in der magia naturali, denn ihr sehet und höret, dass ich weder Characters mache, noch den Nahmen des Dreieinigen GOttes unnützlich führe, am allerwenigsten aber eine Geister Beschwerung darbei vonnöten habe; deswegen halte ich davor, dass einem jeden guten Christen, der mit seinem GOtt wohl stehet, es eine ganz wohl erlaubte Sache sei, dergleichen Proben zu machen, denn die Erde ist des HErrn und was darinnen ist etc.
Nachdem wir dergleichen nachdenckliche und christliche Reden von dem Vincentio vernommen, wurde von uns also gleich beschlossen, seinem Rat und Angeben in allen Stücken zu folgen, und keinen Tag zu verabsäumen, den Hütten-Bau anzufangen, weswegen denn nicht allein Mons. Plager die Geschicktesten und Klügsten von seinen Gehülfen auf diese kleine Insul herüber zu kommen verschrieb; sondern wir andern besonnen uns ebenfalls auf die tüchtigsten Männer, welche sich zu diesem Bauwerkke wohl etwa am besten schicken möchten, um gleichfalls mit herüber zu kommen. Da sich nun diese, und zwar in noch stärckerer Anzahl, als wir verlangt, eingefunden hatten, wurde der Bau in GOttes Nahmen angefangen, und noch, ehe 2. Monate völlig verlauffen, alles zu unserer grössten Freude und Vergnügen in vollkommenesten stand gesehen. Zu diesem neuen Wercke nun, welches in der Tat recht ergötzend war, fanden sich binnen kurtzer Zeit ungemein viele Liebhaber und Mitarbeiter ein, ja, wenn wir allen hätten den Willen lassen wollen, so wäre ihnen darbei der Feld-Wein- und Garten-Bau, wie auch ihr ganzes Haus-Wesen zum Eckel worden; Allein man muste solcher Gestalt auf andere Mittel bedacht sein, die meisten hiervon abzulencken, da wir von Gold, Silber, Kupfer und andern Metallen und Mineralien keine Speise nehmen konnten. Jedoch blieben immer von Zeit zu Zeit, abwechselend, 20. bis 30. HüttenLeute bei dem Vincentio, und brachten in weniger Zeit eine ansehnliche Ausbeute zum Vorscheine, welches unsere Aeltesten kaum glauben wolten; da aber dieses Ding so gut ging, wurden nachher auf der Insul Gross-Felsenburg auch 2. dergleichen SchmeltzHütten gebauet, u. zwar die eine in Roberts- und die andere in Jacobs-Raum, welche eine Zeit daher ebenfalls unsäglich kostbare Ausbeute gebracht.
Allein unsere Schmeltzhütten-Lust ist den allermeisten unter uns schon vergangen. Es ist zwar eine ungemein schöne Augenweide, wenn man so viele Gold-Silber-Kupfer-Zinn-Blei-Scheiben etc. nebst andern Mineralien vor sich liegen siehet, denn wir haben benebst Mons. Plagern und Mons. Litzbergen noch verschiedene