als bussfertige Sünder das heilige Abendmahl, so offt als sie ihr Gewissen drückte, verlangen und geniessen könnten; inmittelst aber käme es bloserdings auf den wahren seligmachenden Glauben an Christum und dessen Verdienst an, wenn man die Seligkeit erlangen wolte. Wie nun Jacob bezeugte, dass er ihr, als ein einfältiger Protestantischer Christ nicht mehr, als so viel beibringen können, so hätte sich die Fürstin doch jederzeit dergestalt eifrig und er picht darauf erwiesen, dass er sich darüber verwundern müssen. deswegen bat er mich, auf den kleinen Grund, den er in der Fürstin herzen und Gewissen geleget, ferner fort zu bauen, vor allen Dingen aber dahin bedacht zu sein, dass sie die Persianischen 2. Zauber-Weiber, als Anbeterinnen des Feuers, mit guter Art von sich schaffte, da wir denn allebeide nebst noch einer dritten person binnen kurtzer Zeit eine rechte gute Christin aus ihr machen wolten.
Demnach hatte mir Jacob bei meiner ersten Besuchung zur Zeit mehr als genug gesagt. Als ich demnach zu behöriger Stunde mich bei meiner Fürstin einstellete, und dieselbe auskleiden helffen, befahl sie mir, da die andern weggingen, noch etwas zu verweilen, indem sie noch ein und andere Haus-Geschäffte mit mir zu überlegen hätte; allein, es war weit gefehlt, denn so bald die andern fort waren, fiengen wir ein christliches Gespräch an, da sie mich denn zu allererst fragte: ob ich mit dem Jacob ihrentwegen gesprochen, und da ich solches mit Ja beantwortete, führte sie mich in ihr geheimes Zimmer, und brachte nicht allein eine Holländische Bibel, sondern auch noch mehrere Protestantische Bücher, alle sehr sauber eingebunden, herbei, und sagte: Diese Bücher verwahre ich besser, als alle meine Kleinodien und Schätze, weiln ich in Gegenwart anderer Personen darinnen zu lesen mich nicht getrauen darff, deswegen muss zum öfftern die Mitternachts-Stunden mit zu Hülffe nehmen, nur ungestöhrt und ganz alleine zu sein; nunmehr aber (sagte sie weiter) habe ich keine Furcht mehr, denn wenn ich ja darüber betroffen werden sollte, so will ich sagen, dass es eure Bücher wären, die ich nur bisweilen zum Zeitvertreibe durchblätterte. Inmittelst werde mich, da ihr nun bei mir seid, eiferiger, als jemahls, bemühen, mich im wahren Christentume zu üben, um eine vollkommene Christin zu werden, denn ich will durchaus nicht als eine Heidin sterben, nach meinem tod aber, wenn es meine Feinde erfahren haben, mögen sie mit meinem körper machen, was sie wollen.
Dieser Vorsatz und die übrige Aufführung der Fürstin strengeten mich dahin an, dass ich mein Leib und Leben gern und willig vor sie gelassen hätte; unterdessen fiössete ich ihr aber immer bei guter Laune diejenigen Lehren ein, welche mir mein lieber Amsterdamer Priester in das Hertz und in den Kopf gesetzt hatte, welche denn immerzu bei ihr Statt funden; nur aber hatte ich zu bedauern, dass mir die Persianischen Zauber-Weiber immerzu in den Weg traten, und gemeiniglich dasjenige verderbten, was ich, als eine einfältige Christin, in der Fürstin herzen gesäet und gepstantzet hatte.
Wenige Nächte darauf, nachdem die Persianischen Zauberinnen der Fürstin fast nicht von der Seigte gekommen, liess mich dieselbe ziemlich späte zu sich ruffen, da sie mir denn treuhertzig offenbarete, dass ein gewisser benachtbarter Pr. – – bei gelegenheit des Abwesens ihres Mannes dasjenige zu erhaschen suchte, warum er sich schon seit einiger Zeit viele vergebliche Mühe gegeben. deswegen sollte ich doch bei ihr bleiben, und nur mit ansehen, wie sie diesen verliebten Ehebrecher abfertigen wolte, möchte aber nur sagen, in was vor Gestalt er vor uns erscheinen sollte, ob: als ein Ochse, Löwe, Bär, Hirsch, oder anderes wildes Tier, oder als ein Vogel von dieser oder jener Art? da sie denn sich mit ihrer Kunst sogleich nach mir richten, und ihren Liebhaber, den sie aber nimmermehr lieben wolte, sogleich in der MitternachtsStunde zur Stelle schaffen wolte. ungeachtet ich nun die Fürstin hierbei ganz inständigst bat, diese Possen, zumahlen in Abwesenheit ihres Herrn Gemahls, bleiben zu lassen, so liess sie doch nicht ab, mich zu quälen, bis ich, (da sie sich hoch und teuer verschworen, dass mir nicht das geringste Leid wiederfahren sollte) endlich sagte: Ei! so lassen Sie ihn in der Gestalt eines Papagoyen kommen, damit sie doch nur etwas mit ihm sprechen können. Worauf sie mir zur Antwort gab: versteckt euch hinter die Tapeten, und wartet nur eine eintzige halbe Stunde, so soll er da sein. Ihrem Befehle gehorsamete ich, und versteckte mich hinter die Tapeten, ward auch gewahr, dass, nachdem sie ein grosses Fenster eröffnet, und selbst noch etliche Wachs-Lichter angezündet hatte, ein Papagoy zum Fenster herein gehüpft kam, und sich fein säuberlich auf der Fürstin Nacht-Tisch setzte, auch ohngenötiget allerlei Arten von Confituren in seinen krummen Schnabel nahm, und dieselben verschlunge, ja er entblödete sich nicht, nachdem ihm die Fürstin eine ziemlich grosse silberne Schaale voll Wein eingeschenckt, erstl. hertzhafft zu trincken, hernach sich darinnen zu baden. Ich vor meine person konte mich des lauten Lachens fast nicht mehr entalten, da aber der Papagoy und die Fürstin mit einander zu schwatzen anfiengen, spitzte ich die Ohren, und hörete ganz lustige Begebenhetten, hielt mich aber so still, als nur immer möglich war, bis der Papagoy in die Schaale hackte, mitlerweile auch noch viele Stücke Confect