ich auch ohne dem, daraus abmerkken konte, da mich so wohl der Fürst, als die Fürstin von Zeit zu Zeit mit den kostbarsten Geschencken fast überhäufften.
Niemand stunde mir mehr im Wege, als 2. verfluchte Persianische Weiber, welche Anbeterinnen des Feuers waren, und der Fürstin die Schwartzkünstlerei lernen sollten, worzu sie ein ganz besonderes Belieben trug, es auch binnen weniger Zeit sehr weit darinnen brachte, so, dass sie manchen lustigen Possen anstifften konte. Unter andern kam dem Fürsten einsmahls an, bei dem allerschönsten Sommer-Wetter spazieren zu fahren, da aber die Fürstin nicht mitfahren wolte, sondern sich damit entschuldigte: dass es binnen wenig Stunden gewaltig zu regnen anfangen würde; wolte sich der Fürst von dieser Spazier-Fahrt dennoch nicht abhalten lassen, sondern nahm ein gewisses fräulein, auf welches er vor vielen andern ganz besonders viel hielte, zu sich auf den offenen Wagen, weswegen die Fürstin, vielleicht aus Eifersucht, sprach: "Fahret nur hin, aber nicht gar zu weit, denn ich will euch bald dergestalt baden, dass ihr bald zurück kommen, und euch trocknen sollet."
Der Fürst war also kaum eine halbe Stunde Weges fortgefahren, als die Fürstin allen ihren Bedienten, so viel deren nur zugegen waren befahl, dass ein jedes ein mit wasser angefülletes Geschirr herbei bringen sollte, und zwar je grosser, je besser. Wir gehorsameten demnach alle ihrem Befehle, und brachten eine gewaltige Anzahl grosser und kleiner mit wasser angefülleter Geschirre, setzten dieselben auf den Platz, so wie sie nach einander folgten, hin, da denn die Fürstin sprach "wir sollten es alle so machen, so wie sie es machte." Hierauf trat sie vor das allergröste WasserFass, sprengete mit beiden Händen das wasser heraus, und gegen Himmel zu; Wir taten alle dergleichen, und nachdem die Gefässe 3. mahl wieder voll gefüllet worden, und alles wasser heraus gesprenget war, sagte sie: "Nun höret auf, meine Kinder! denn sonsten möchten wir die beiden Verliebten wohl gar ersäuffen, ein jeder gehe nun nur hin, und tue sich in Küche und Keller nach seinem Appetite etwas zu gute, denn auf Heute ist euch von mir alles vergönnet und erlaubt."
Es befand sich keiner unter allen Hof-Bedienten, so wohl männlichen als weiblichen Geschlechts, der sich diesen letzteren Befehl der Fürstin deutlicher erklären zu lassen gesonnen gewesen, sondern es ging ein jeder hin, und tat sich emmahl was rechts zu gute, der liebe Fürst aber nebst seiner fräulein kamen erstlich nach Verlauffe zweier Stunden zurück, und sahen beide aus, wie die gebadeten Katzen, worüber die Fürstin ein hefftiges Hohn-Gelächter aufschlug, allein, da der Fürst vielleicht bemercken mochte, dass er sich in etwas gegen seine Gemahlin vergangen hätte, machte er vor dieses mahl aus der ganzen Sache einen höflichen Spas oder Schertz, und liess sich auf das kalte Bad in eine warme Bad-stube bringen, auch darinnen gut pflegen, käm aber dennoch so wohl als seine fräulein in dreien Tagen nicht ordentlicher Weise zur Taffel, vielweniger in der Fürstin, als seiner Gemahlin, Zimmer.
Als dieser Streich kaum vergessen war, begab sich bald eine andere geschichte: Denn da der Fürst eine grosse Jagd angestellet, liess derselbe bei seiner Gemahlin anfragen ob es ihr beliebte, mit ihm in einem offenen Wagen zu fahren, um diese Jagd-Lust mit anzusehen? Hierauf liess die Furstin zur Antwort melden, wie sie bereit und willig dazu sei, indessen sähe sie lieber, wenn ihr Herr Gemahl die fräulein N. zu sich auf seinen Jagd-Wagen nähme, da sie denn mit ihrem Frauenzimmer seinem Jagd-Wagen nachfolgen wolte, und zwar in einem zugemachten Wagen. Es wurde demnach die fräulein N. genötiget, mit dem Fürsten auf seinem Jagd-Wagen zu fahren, es liess aber diese zurück melden, wie sie es vor eine besondere Gnade erkennen würde, wenn sie die erlaubnis erhielte, dass sie vor diesesmahl der Jagd zu Pferde reutend beiwohnen dürffte. Demnach wurde ihr der Wille gelassen, sie erschien also zu Pferde, der Fürst aber mir dem Jagd-Wagen, auf welchem er einen Cavalier an seine Seite genommen, die Fürstin hingegen in einem zugemachten Wagen, in welchem ich und noch 2. Frauenzimmer, als ihre Vertrauten bei ihr fassen. Wie nun die fräulein M. im vollen Gallop auf uns zugeritten kam, so wurde sie von der Fürstin angeruffen und gefragt: Warum sie sich nicht besserer Bequemlichkeit gebraucht, und sich zu dem Fürsten in den Jagd-Wagen gesetzt, dem Cavalier hergegen das Pferd zum Reuten überlassen hätte? Hierauf gab das fräulein ganz höhnisch zur Antwort: Ich fürchte mich vor diesem Jagd-Wagen, weilen besorge, dass ich etwa noch einmal möchte gebadet werden; will also lieber reuten, denn so schiesset das wasser desto geschwinder vom körper ab. "Warte! warte! (sagte die Fürstin zu uns, die wir bei ihr in dem Wagen sassen) ich will dich reuten lernen, gebt nur achtung, meine Lieben! was vor eine artige Reuterei vorgehen soll." Hierauf nahm die Jagd ihren Anfang, und es wurde viel Wildpret erlegt, jedoch die fräulein N. welche sich ganz besonders angelegen sein liess, ihre Künste sehen zu lassen, und deswegen ihr Pferd auf das hefftigste strapazirte, stürtzte unvermutet mit demselben, so, dass sie auf der Erden liegen blieb, ehe ihr nun die herzu eilenden