gang nicht vergeblich sein soll, vielmehr würden wir etwas ganz besonders neues antreffen.
Wie wir nun insgesamt der Faulheit eben so sehr nicht ergeben, als wurde verabredet und beschlossen, eine Reise nach dem grossen Gebürge, (NB. welches auf dem Grund-Risse dieser Insul Klein-Felsenburg pag. 452 im andern Teile mit N. bezeichnet) vorzunehmen, da denn Vincentius mit seiner WünschelRute eine und andere probe zu machen versprach. Ob nun gleich einem jeden frei gestellet war, entweder mitzugehen, oder in den Hütten bei unsern Sachen zu bleiben, so war doch kein eintziger, der zurück zu bleiben Lust bezeigte, sondern sie gingen alle mit, und zwar früh Morgens mit Anbruche des Tages, da sich denn ein jeder mit Proviant und Gewehr aufs beste versorgte, und auser diesem allen führeten wir auch noch viele Picken, Hacken, Aexte, Schauffeln und Spaten mit uns.
Als wir nun das Gebürge bei Untergang der Sonnen erreicht, machten wir am fuss desselben etliche Feuer an, lagerten uns um dieselben herum, und brachten dieselbe Nacht unter allerhand guten Gesprächen ungemein vergnügt und ruhig zu, bis der Tag wieder angebrochen war, da wir denn dem Vincentio, nach verrichtetem Morgen-Gebet, weiter in und auf das Gebürge folgten.
Zeit meines Lebens habe ich keine grösseren Wunderdinge (ich verstehe nämlich solche, welche der Sage nach, bloss in der natur stecken sollen) verrichten sehen, als Vincentius mit seinen Wünschel-Ruten verrichtete: Denn er hatte auser seinem gewöhnlichen Zauber-Stabe nicht nur eine, sondern mancherlei Arten von Wünschel-Ruten bei sich, und zwar, wie er sagte, nach den mancherlei Arten der Metallen und Mineralien zugerichtet. Wie gesagt, es war bewundernswürdig, wie wir denn alle, die dabei gewesen, und es mit angesehen haben, ein solches bezeugen werden: Denn die Ruten sprungen zum öfftern ganz schnell in die Höhe, zur andern Zeit aber blieben sie auf dem Boden dergestalt feste kleben, so, dass Vincentius dieselben mit der allergrösten Gewalt wieder an sich ziehen muste. Wo nun ein vorteilhaffter Platz war, liess er alsobald durch unsere Leute ein Spannen-tieffes Loch einhauen, und zum Wahrzeichen einen behauenen Stein hinein setzen, deren jeden er selbst vermittelst bei sich habender Stein-Meissel mit Ziffern und allerhand Charactern bezeichnete. Es war mit gröster Lust anzusehen, wie sauer es sich unsere bei uns habenden Leute mit der Arbeit werden liessen, dergestalt, dass sie sich kaum Zeit zum Essen und Trincken nehmen wolten, anbei auch, wie man zu sagen pflegt, wie die Braten schwitzten, denn die unvergleichlich grossen Ertz-Stuffen, welche zum teil Gold, Silber, Kupfer und andere Metaillen in sich hielten, fielen uns allen dergestalt entzückend in die Augen, dass wir uns nicht satt daran sehen konnten, zumahlen, wenn nach ihrer Abwaschung die Strahlen der Sonne darauf fielen. Solchergestalt arbeiteten wir alle insgesamt die Wochen, oder so genannten Werckel-Tage immer mit glücklichem und vergnügtem Fortgange unsers angefangenen Wercks fort, so lange, bis der Sonntag heran nahete, da denn beschlossen wurde, alle Arbeit stehen und liegen zu lassen, GOtt zu Ehren aber den Sabbat oder Sonntag, ein jeder nach seiner Religion, heiligen und feiren wolte.
Vincentius liess sich vernehmen, wie er nicht vermeinet, dass wir so gar sehr gewissenhaffte Christen wären, unterdessen aber wäre es löblich, billig und recht, vor allen Dingen dem allerhöchsten GOtte, als dem Geber aller Güter, Lob, Danck und Preiss zu bringen, und um fernern Beistand anzuflehen.
Demnach gingen etliche der Unserigen auf die Fischerei aus, um etwas tüchtiges zu fangen, weilen vielleicht unsere Lebens-Mittel vor so viele Personen nicht hinlänglich sein möchten; brachten auch noch vor Einbruch des Sonnabends-Abends, eine gewaltige Menge der auserlesensten delicatesten Fische von allerhand Gattung, die wir auf Kohlen braten liessen, weiln kein Geschirr, auch nicht gnugsames Saltz vorhanden war, dieselben zu kochen. Jedoch Vincentius schaffte bald Rat, indem er sagte: wem es am Saltze fehlet, der nehme nur diese meine Wünschel-Rute, und folge derselben so lange nach, bis sie ihm von sich selbsten aus der Hand springet, da sich denn zeigen wird, dass auf derselben Stelle, wo sie niederfällt und liegen bleibt, das allervortrefflichste und gesundeste Saltz sich finden wird, von welchem oberhalb nur einer Hand hoch, die darüber liegende Erde, Staub oder Steine dürffen abgeräumet werden.
ungeachtet nun der Saltz-Mangel eben so gar sehr gross nicht war, indem der annoch bei uns habende Vorrat wohl noch zur Not auf 3. bis 4. Tage hinreichend gewesen: so war doch ich so gar sehr neugierig, dieses Experiment mit der Wunschel-Rute zu machen; bat also den Vincentium, mir diese WünschelRute anzuvertrauen, und anbei die Vorteile zu zeigen, wie man mit derselben umgehen müste? da er denn sagte: Mein Herr! ihr habt weiter nichts zu tun, als die Rute vor euch in der Hand zutragen, und dabei zum öfftern die Worte auszusprechen: Sal sursum folget ihr nur so lange nach, als sie sich in eurer Hand regt, mitin, so zu sagen, den Weg zeiget, wohin ihr wandeln sollet, wenn die Rute aber springt und liegen bleibt, so scharret das oberste auf, alsdann werdet ihr Saltz in Menge finden.
Demnach, zumahlen da die vorgesprochenen zwei Worte mir eben nicht verfänglich vorkamen, begab ich mich nebst 3