Weite entgegen, und fiengen dergestalt auf dasselbe zu canoniren an, dass man bald gewahr wurde, wie dieses kein Schertz, sondern des Don Juans Schiff sich in der grössten Not befände, zu sincken, und dieses hefftige Canoniren währete bis die Nacht einzubrechen begunte, als wir aber bei aufgehender Sonne, nämlich des nächst darauf folgenden Tages uns abermals nach den Portugiesischen Schiffen umsahen, so waren dieselben insgesamt in der ausserordentlich stockfinstern Nacht verschwunden, so dass man auch nicht einmal einen Span-Holtzes mehr auf der See herum treiben sah. Wir wusten, wie gesagt, uns anfänglich keine Vorstellung in unsern gedanken zu machen, was dieses zu bedeuten hätte, ob es ein bloses Gauckel-Spiel, oder Spiegelfechten wäre? oder, ob etwa die Portugiesen von einer Barbarischen, oder andern Nation im Ernste angegriffen, und zum Welchen gezwungen worden? Allein, kurz: hier halff kein Kopffzerbrechens, und ihnen etwa ein leichtes Jagd-Schiff nachzusenden, um zu erfahren, wo sie hin gekommen wären, schiene eben kein Rat zu sein, ungeachtet sich, sonderlich von unseren tapfferen mannbaren Junggesellen verschiedene Wage-Hälse angaben, die nur Wunderswegen wissen möchten, wo sie geblieben wären, und ob sie sich etwa noch in den nähesten Gewässern aufhielten; so wolten wir es ihnen dennoch nicht zugeben, indem wir alle eine recht hertzliche Freude darüber hatten, dass unsere Feinde entwischet waren, wie die Katzen von den Tauben-Schlägen. einmal vor allemahl, da sie fort und hinweg waren, wünschten wir ihnen zwar Glück auf die Reise, ihre Personen aber sobald nicht wider zu sehen; Jedoch, was den Don Juan anbelanget, so hatte seine wohlgeartete Aufführung ihm, ungeachtet er uns anfänglich zu verderben schien, dennoch bei den Felsenburgern ein ziemlich gutes Lob zurücke gelassen; Ja, ich kan sagen, dass der ziemlich starcke Vorrat an Lebens-Mitteln und andern Bedürffnissen, welche wir den Portugiesen zukommen lassen, und zwar ohne die geringste Bezahlung, dennoch ihnen, als fast zu sagen ihren Feinden nicht einmal missgegönnet wurde, sondern etliche unserer Leute pflegten zu sagen: Lasset diese Hunger-Därme alle Jahr zweimahl kommen, und gebet ihnen so viel, dass sie die Rachen füllen können, nur aber sollen sie kein vergebliches Lerm machen, kein unschuldiges Blut vergiessen keine frommen und redlichen Leute tod machen, und uns nebst unsern Kindern in die Sclaverei zu bringen drohen. Wo nicht? so wollen wir bald die Oerter suchen, wo der Gifft begraben liegt, und ihnen an Statt der Lebens-Mittel Gifft geben etc. Diese und dergleichen Redens-Arten flossen aus vielen missvergnügten herzen, sonderlich der Weiber und schon ziemlich verständigen Kinder, welche wir aber mit lachendem Mute auf bessere gedanken zu bringen suchten, indem wir ihnen vorstelleten, dass unsere Feinde so bald wohl nicht wiederkommen möchten, weilen sie es vieleicht sich selbst vor eine Grobheit auslegen dürfften, wenn sie einem gutwilligen Wirte gar zu offt Ungelegenheit machten.
nunmehr aber, da aller Krieg und krieges-Geschrei vorbei war, machte sich ein jeder nach vollbrachtem Gottesdienste wieder an seine ordentliche Arbeit, hauptsächlich aber die annoch in Stroh und Hülsen befindlichen Feld-Früchte, als Reiss und andere Sorten von Geträyde, zu gute zu bringen, um nicht allein den Abgang in unsern eigenen Wirtschafften, sondern vornemlich auch den Mangel in denen ziemlich ausgeleerten Magazinen wieder zu ersetzen, und anbei zu bringen, was verlohren gegangen war; da denn Alt und Jung, Gross und Klein alle Kräffte daran streckten, so dass wir binnen weniger Zeit fast ganz und gar im geringsten nicht spüreten, was massen wir so viele hungerige Gäste gehabt, die ein weit mehrers mit sich fort geschleppt, als sie bei uns verzehret hätten. Demnach gab sich das Volck vollends auf einmal zufrieden.
Eines Abends aber, da ich mit andern bei mir befindlichen guten Freunden die Höhen und Wacht-Posten von Alberts- und Davids-Raum, auch noch weiter hin nach West- und West-Süden zu, visitirte, wurden wir auf der Insul Klein-Felsenburg ein sehr grosses, ziemlich stark und helle brennendes Feuer gewahr, dessen Flammen und Rauch einmal über das andere bei damahligen stillem Wetter bis zu den Wolcken gegen Himmel in die Höhe stiegen, und sich durch einander herschlugen, so, dass es zum öfftern ganz fürchterlich anzusehen war. Wie ich nun dieses abermals vor etwas besonders neues erkannte, so sagten einige Schild-Wächter, dass dieses ganz und gar nichts neues wäre, indem sie dieses Feuer, seit dem Abzuge der Portugiesen, bei dunckeln Nächten schon zu mehrern mahlen gesehen, weilen sie aber davor gehalten, als ob sich etwa Schwefel- oder Salpeter-Löcher aufgetan, und von selbst entzündet hätten, so wäre es von ihnen nicht gewürdiget worden, selbiges anzuzeigen, um damit nicht etwa unsern Einwohnern ein vergebliches Schrecken zu verursachen, als welche ohne dem bishero Schrecken und Verdruss genug gehabt. Ein eintziger aber unter den SchildWächtern sagte dennoch, wie ihm die Sache einiger massen verdächtig vorkäme, indem er von natur unter andern 100. ja 1000. Menschen ein solches scharffes Gesicht hätte, dass er sonderlich bei der allerdunckelsten Nacht, ohne Fern-Glas, oder Perspectiv, so helle sehen könnte, wie man zu sagen pflegte, als ein Luchs; und deswegen wäre ihm nicht einmal, sondern etliche mahl vor seine Augen gekommen, wie einige Personen um das Feuer herum wandelten, als ob sie mit einander redeten, es möchten nun Geister oder