, sondern ich danckte dem Himmel, dass ich mich auf unsern Schiffen in Freiheit und ohne besondere Furcht befand.
Endlich, da ich nicht zu bewegen war, nochmahls auf die Burg zu kommen, liess der Gouverneur melden, dass, wenn ich ja allenfalls nicht kommen wolte, er mich gleich morgenden Tages mit seiner ganzen Familie besuchen, jedoch keine Ungelegenheit, sonderlich wegen der speisen, verursachen wolte.
Ich liess zurück melden, wie mir Dero gütiger Zuspruch von herzen angenehm sein sollte, nur bäte vor mir, als einem Patienten, keinen Abscheu zu tragen, sondern gütigst mit mir vorlieb zu nehmen, was sich in der Eile finden würde, indem ich keine tödliche Kranckheit hätte, sondern vielleicht bald restituirt zu sein verhoffte. Also kam das ganze Heer gleich andern Tages benebst meinem Bruder, und machten ein ziemlich Loch in meine Victualien, so wohl, was die speisen, als das Geträncke anbetraf, denn ich konte ungeachtet der geschwinden Eile dennoch so viel zu Wege bringen, und zwar von den auserlesensten Delicatessen, dass sie wohl zu frieden sein konnten.
Der Gouverneur so wohl, als alle die Seinigen liessen es sich, dem Ansehen nach, gut schmecken, und machten sich insgesamt rechtschaffen lustig, bis der helle Tag anbrach, da aber beim Abschied-nehmen ich dennoch nicht zu gewinnen war, ihnen das Geleite auf ihre Burg zu geben, so sagte der Gouverneur zu mir: Ich sollte fast auf den gedanken geraten, mein Bruder! dass unter dieser eurer so hefftigen Weigerung etwas anders verborgen, als eine verstellte Kranckheit, jedoch, da wir so lange gute Freunde unter einander gewesen sind, so lasset uns nur zum wenigsten das Ende gut machen, denn so ist alles gut. Dieses einzige bitte ich mir noch von euch aus, dass ihr nicht etwa heimlich ohne nochmahligen Abschied von uns zu nehmen abseegelt, denn dieses würde mich grausam kräncken; da ich aber nun sehe, dass ihr vollkommen seegelfertig seid, so will ich euch wider euren Willen nicht länger bei mir zu bleiben nötigen, bitte deswegen nur noch 3. Tage mit euren Schiffen im Hafen liegen zu bleiben, ich werde diese 3. Tage bei euch zubringen, und die Stunde abwarten, wenn ihr von dannen seegelt. Mit einem Worte, tut mir den Gefallen, meine Brüder! und bleibt noch 3. Tage, denn ihr habt an mir den allerredlichsten Mann in der ganzen Welt. Wie nun mein Bruder und ich ihm dieses versprochen hatten, sagte er noch, ich werde zwar erstlich noch einmal in meine Burg fahren, nachher aber die meiste Zeit bei euch auf den Schiffen zubringen, und hiermit setzte er sich auf den Wagen, und fuhr nach seiner Burg zu.
etwa 2. Stunden über Mittag kamen aus der Burg 8. Wagen auf uns zu gefahren, und ehe es Nacht wurde, noch 8. Wagen, bei denen sich zugleich der Gouverneur befand, und zu vernehmen gab, dass er gern einmal auf dem Schiffe zu schlaffen Lust hatte. Demnach wurde so gleich ein kostbar Bette vor ihn zu rechte gemacht. Morgens früh wurden wir gewahr, dass noch mehr beladene Wagens angerücket waren, und zwar in allen 24. was darinnen befindlich war, konnten wir aber nicht eher erraten, bis der Gouverneur ausgeschlaffen hatte, und beim Caffée-trincken sagte: Meine Brüder! ich weiss, dass eure Lebens-Mittel binnen der Zeit, da ihr auf dieser Insul gewesen, ziemlicher massen werden abgenommen haben, deswegen habe von meinem Uberflusse vielleicht etwa euren Mangel ergäntzen und ersetzen wollen. Nehmet es freundlich an, meine Brüder! deñ des Volcks ist viel, so ihr mit euch führet, die Reise aber, wie ich vernehme, noch ziemlich weit, deswegen wird euch dieses, was ich euch aus gutem Gemüte und herzen gebe, unfehlbar wohl zu statten kommen, weilen auf der zehenden Insul in dieser Gegend keine tüchtige Lebens-Mittel anzutreffen sind, und wenn man dieselben auch gedoppelt und dreifach bezahlen wolte. Uns kam dieser Vortrag trefflich zu statten, indem wir allerdings noch einen guten teil Proviant brauchten, so aber fanden wir eine soche Menge von allerlei geräuchertem und eingepöckeltem Fleische, geräucherten auch eingesaltzenen Fischen, eingemachten und auch frischen Obstwerck, eingemachte Kohl- und Wurtzel-speisen, vielerlei Sorten Getreide in Körnern, ohne einer entsetzlichen Menge Zwieback, ausgenommen der vielen Wein-Fässer, die wir uns fast nicht einmal alle mit fort zu bringen getraueten, da wir ohnedem selbst noch eine grosse Menge von allerhand Weinen, Brandtewein und andern starcken Geträncken vorrätig hatten. Ich liess alle diese Sachen durch unsere schiffes-Schreiber aufschreiben, und vor erst nur oben hin durch die Banck taxiren, da denn eine ziemliche Summa von etlichen 1000. Talern heraus kam, welche ich heraus zu geben mit Freuden schlüssig wurde; Allein, da der Gouverneur vernahm, dass wir zwar den Proviant vor baare Bezahlung, keinesweges aber als eine Reuter-Zehrung mitzunehmen gesonnen, als schien er im rechten Ernste böse zu werden, dass wir seine Willfährigkeit, die ihm doch keinen Schaden brächte, verschmähen wolten, und sagte ganz verdrüsslich, wie er alles auf der Welt von guten Freunden vertragen könnte, ausgenommen den Hochmut. deswegen mussten wir uns fast gezwungner Weise gefallen lassen, allen diesen grossen Vorrat durch seine Leute in unsere Schiffe zu bringen. Des folgenden Tages kam die Gouvernantin mit ihren Töchtern und Söhnen, uns zu guter Letzt nochmahls zu besuchen, weil sie vorgab,