herum stunden die 50. Barbarischen Sclaven, die er ebenfalls haben sollte. Ich hatte die Ehre, ihm beiderlei zum Geschenck zu præsentiren, worüber er stutzte, die kanonen erstlich, und hernach die Barbaren besichtigte, und sagte: Meine Brüder! ich verlange kein Geschenck von euch, aber die kanonen will ich behalten vor einen billigen Preiss an baaren Gelde, indem ich noch einige brauche, und die Sclaven, wenn ihr sie nicht selbsten braucht, will ich auch behalten, aber ich nehme dieselben nicht anders an, als vor baar Geld, und zahle euch durch die Banck Mann vor Mann, vor jeden 20. Taler, könnet ihr noch mehrere missen, so will ich euch dieselben ebenfalls abhandeln, und mit baarem Gelde bezahlen,denn ich kan nicht läugnen, dass ich mit Barbarischen Sclaven handele, und dieselben nach den West-Indischen Insuln hin verkauffe. Wir beredeten uns erstlich mit den Portugiesischen Capitains, welche sich eben so geneigt finden liessen, auch ihre Sclaven dem Gouverneur, Mann vor Mann a 20. spec. Taler zu überlassen, weilen sie ebenfalls Bedencken trugen, die Canaillen weiter mit sich zu nehmen. Demnach wurde der Handel so gleich geschlossen, alle Barbarische Sclaven herbei gebracht, welche der Gouverneur in Augenschein nahm, und dieselben unter einer starcken Escorte auf die Citadelle führen liess, uns allen aber die Versicherung gab, dass er uns das Geld vor die Sclaven gleich morgenden Tages wolte auszahlen lassen. Dieses alles aber war noch nicht genug, sondern weil es noch schön und helle Wetter war, führeten wir den Gouverneur unter die Zelter, worin die ihm bestimmten Waaren stunden, die wir ihm zum Geschencke zugedacht. Ich hatte abermals die Ehre, im Nahmen unser aller ihm dieses zu præsentiren, und zu bitten, dass er mit diesem geringen Geschencke zur Erkäntlichkeit vor die uns erzeigte Ehre, Liebe und Wohltaten ad interim dasselbe vor sich und seine hohe Familie, geneigt auf und annehmen möchte: Der Gouverneur schien ganz erstaunt zu sein über die Vielheit der schönen Sachen, sonderlich aber war das Frauenzimmer ganz ausser sich selbst, als sie die kostbaren Tücher, gold- und silberne, auch andere Sorten Türckischer und Europæischer, so wohl sammetner, seidener, baumwollener, wöllener und leinener Zeuge in die Augen bekamen.
Wie gesagt, der Gouverneur und alle die Seinigen schienen ganz bestürtzt; deswegen sagte ich nochmahls zu ihm: Ew. Excell. werden die Gnade vor uns allerseits haben, und diese Kleinigkeiten zum Præsent von uns anzunehmen geruhen.
Ei was! meine Brüder, (sagte der Gouverneur hierauf) ihr müsset mich unfehlbar vor einen Mann ansehen, dessen beste Tugend der Geitz und Wucher sei. Aber, nein! nicht also! dieses wäre als ein Præsent vor einen König oder andern grossen Fürsten zu rechnen, darum will ich euch nur so viel sagen, dass mir vieles von euren schönen Waaren und andern Sachen anstehet, darff ich also bitten, so erlaubt mir das Auslesen unter allem dem, was mir gefällig, damit ich die Sachen Morgen mit Wagens kan abholen lassen. So bald wir des Preises wegen einig worden, soll auch die baare Zahlung parat da liegen. Ich sprach, Ew. Excell. erlauben mir zu sagen, dass wir alle keine Kauffleute sind, die etwas zu verhandeln hätten, sondern es ist dieses alles als ein kleines Præsent vor genossene Ehre, Liebe und Güte zu betrachten, sollten wir aber so unglücklich sein von Ihnen und Dero hohen Familie damit verschmähet zu werden, so haben wir 4. Capitains uns einmütig verschworen, alle diese Sachen in die See werffen zu lassen, weilen wir ausser diesem dennoch gnugsamen Vorrat behalten.
Als der Gouverneur unsern harten Ernst sah, sagte er: Gebt euch zu frieden, meine Brüder! und ärgert euch nicht, ich will Morgen früh alles abholen lassen, aber unter keiner andern Condition als dieser, dass ihr mir mit Hand und mund versprecht, nur wenigstens noch 4. Monate bei mir auf meinem schloss zu bleiben, da ich euch denn nach meinem besten Vermögen will warten und pflegen lassen, auch eure Leute sollen keine Not leiden, denn meine Wälder stehen ihnen offen, da können sie so viel Wildpret schiessen, als sie verzehren können. Ich glaube nicht, dass sie das Wildpret vertilgen werden, weil dessen in gröster Menge vorhanden ist. Auch stehen ihnen alle Teiche, Flüsse und Bäche offen, worin sie fischen können, und ich glaube auch nicht, dass sie die Fische auf dieser Insul vertilgen werden, zumahlen, da im Haafen und in der See alles von Fischen wimmelt. Anbei können sie sich eine Lust machen, und am Ufer und an den Sand-Bäncken Schildkröten fangen, aus deren Eiern und ihrem Fleische ich mir eine besondere Delicatesse mache, so wohl als aus den SeeKrebsen, ingleichen See-Kälbern, die allhier um dieser Insul herum in erstaunlicher Grösse und Menge anzutreffen sind. Uber dieses alles soll euren Leuten alle 3. Tage eine proportionirliche Menge von RindSchöpss- und Schweine-Vieh zu getrieben werden, welches sie selbst schlachten mögen, an Brod, Butter, Käse, Saltz, Gewürtze und dergleichen sollen sie auch keinen Mangel leiden. Wein und Brandtewein, nebst Toback, wird sich auch zur Notdurfft vor sie finden.
Dem Gouverneur gab ich, nachdem ich mich mit den andern Capitains besprochen, dieses zur Antwort, dass Sr. Excell. nur erstlich Ordre stellen möchten, die allerlei Sachen von hier ab, und