solchem Wege abgekehret. Sonsten war die ietzt erwehnte Dame eines Englischen SchiffCapitains Frau, der von den Barbaren in einem SeeGefechte erschossen worden, sie aber hätte sich, nachdem ihr alles Geld und Gut abgenommen worden, solcher Gestalt nebst ihrem Sohne, Tochter, und Aufwärterinnen bei den Räubern in die Sclaverei begeben müssen.
Ich nahm die Dame auf die Seite, redete heimlich mit ihr, und eröffnete derselben aufrichtig, dass wir, wie sie vielleicht glaubte, nicht nach Ost-Indien, sondern nach einer gesegneten Insul zuseegelten, wo sie viele von ihren Landes-Leuten antreffen würde, und sich, wo es beliebig, so wohl als ihre Tochter und Mägde, Standesmässig daselbst verheiraten könnten. Im übrigen brauchten sie weder Geld, noch Gut, noch Kleider, weil sie auf besagter Insul alles im grössten Uberflusse anträffen. Die Dame nahm diesen Vorschlag mit Vergnügen an, und bat mich inständig, wenn es zur Teilung käme, sie mit den Ihrigen doch ja nicht unter die Portugiesen geraten zu lassen, sondern mit uns zu führen, weil sie uns vor redliche Leute ansähen, und gern bis an das Ende der Welt folgen wolten. sollten wir aber so glücklich sein, sie nach Ost-Indien, oder nach Gibraltar, oder gar nach Engelland zu bringen so wolte sie mit freudigen herzen vor sich und die 3. Ihrigen zu Erlangung ihrer völligen Freiheit 40000. Tlr. an uns zahlen. Ich sagte nur so viel, sie sollten sich nur um kein Geld bekümmern, sondern, wenn es ihnen auf der Insul nicht zu bleiben gefiele, wo wir hinseegelten, so könnten sie wohl bald wieder zurück nach Engelland gebracht werden, indem wir uns vor diessmahl nicht lange auf besagter unserer Insul aufhalten würden. Hiermit waren sie zufrieden, wir aber fiengen mit den Portugiesen zu teilen an, liessen zum Geschencke vor den Gouverneur folgende Stücke ans Land und zum teil unter die Zelter bringen:
1.) 2. der schönsten eisernen und 2. der schönsten
metallenen kanonen.
2.) 100. Centner Pulver.
3.) kanonen- und Flinten-Kugeln in der stärcksten
Menge.
4.) 100. Stück Büchsen und Flinten.
5.) 200. Paar Pistolen.
6.) 200. Stück Türckische Säbel.
7.) 20. Ballen Scharlach und andere der feinsten
und kostbarsten Tücher.
8.) 20. Ballen etwas geringere Tücher, verschiede
ner Farben.
9.) 20. Ballen von allerlei Sorten Türckischer
Zeuge, als Gold- und Silber-Mor, Atlas, Damast,
Daffent, Cattun und dergleichen.
10.) 100. Kisten Zucker, von allerlei Sorten.
11.) 100. Centner Caffee-Bohnen.
12.) 100. Centner allerlei Sorten von Tee.
13.) 12. Fässer Canari-Sect und eben so viel Fäs
ser, die mit andern guten Weinen angefüllet
waren.
Dieses waren die Haupt-Stücke, welche wir dem Gouverneur und seiner Familie zu verehren beschlossen hatten. Hierbei waren noch 6. der schönsten Türckischen Pferde und 50. Türcken-Sclaven.
Wir hielten davor, dass dieses doch ein ziemlich ansehnliches Geschencke und zeugnis unserer Redlichkeit vor die uns erwiesene Ehre und gute Bewirtung sein möchte; Von unserm erbeuteten Gelde, Gold und Silber aber viel Prahlens zu machen, hielten wir nicht vor ratsam, sondern teileten solches unter einander in der Stille.
Bis an den Abend des dritten Tages wurde also mit der Teilung und Losung über die Güter zugebracht, und ein jedes an seinen gehörigen Ort in die Schiffe gebracht. Nachdem wir um die 2. gesunden Schiffe auch geloset, wovon das eine von den Portugiesen, das andere aber von meinem und meines Bruders Volcke besetzt wurde, liessen wir das blessirte Schiff dem Gouverneur zum Geschencke da liegen, denn es war uns doch eben nichts nütze, er aber konte es sich mit leichten Kosten ausbessern lassen.
Mein Bruder und ich bekamen 218. gefangene Barbaren auf unsere Schiffe, allein wir waren nicht gesonnen, diese Unfläter zu behalten, sondern nicht weiter als bis aufs Cap. mit zu führen, hernach selbige an den nächsten den liebsten, es seien Holländer oder
Denen bisshero gefangen gewesenen Christen-Sclaven wurde so wohl von uns, als den Portugiesen ihre völlige Freiheit angekündiget, deswegen meldeten sich zu erst die 4. Frauenzimmer bei uns, hernach noch erstlich ein feiner Mensch, welcher unter den Dänen als schiffes-Lieutenant gedienet hatte. Mein Bruder fragte mich um Rat, ob ich es vor genehm hielte, diesen Menschen, welcher von guten Ansehen wäre, und sehr wohl raisonirte, an die Stelle seines erschossenen Schiff-Lieutenants zu setzen, da ich nun nichts darwieder einzuwenden hatte, trug er dem Dänen, welches aber ein gebohrner Sachse war, die Lieutenants Charge an, welcher dieselbe mit dem allergrösten Vergnügen annahm, und sich so gleich in Eid und Pflicht nehmen liess. Als auch dieses geschehen, wurde die von den Barbaren eroberte Beute nach Proportion unter unser Volck geteilet, dergestalt, dass ein jeder wohl damit zufrieden war, und wir niemanden murren höreten.
Folgenden Tages wurde Anstallt gemacht, den Gouverneur und dessen Familie nebst seinem Comitat am Strande unter unsern grössten Gezelten zu bewirten, auch dieserwegen eine grosse Küche von Bretern, deren wir schon eine grosse Menge zu Ausbesserung unserer Schiffe liegen hatten, in gröster Geschwindigkeit aufgeschlagen.
Demnach muste mein Lieutenant nach der Citadelle zu reuten, und den Gouverneur nebst seiner ganzen Familie zu uns