habet euch aufgeführet gegen uns als SeeRäuber und Bettler, wider alle Billigkeit und Verträglichkeit, die zwischen der Republic Holland und den Barbarischen Republiquen, ist. Wir begehren keinen Stillstand, sondern weil das Spiel doch einmal angefangen ist, so wollen wir uns wehren bis auf den letzten Mann. Welleicht läst GOtt noch einen oder wohl mehr übrig und lebendig von uns nach Holland kommen, so soll die Untreue der räuberischen Nationen schon urgirt und gerochen werden, es treffe auch, wen es treffe. Ich habe nur einen toten und 2. Blessirte auf meinem Schiffe, welches mir sehr schmertzlich fällt, rechnet aber nach, wie viel ihr habt, und zwar binnen so wenig Stunden, rechnet auch nach, wie viel Pulver ihr vergeblich verschossen habt, und glaubt sicherlich, dass wir vielleicht noch einen guten teil mehr Pulver und Kugeln im Vorrat haben, als ihr, und euch zur Not vor baar Geld noch etwas zu Kauffen geben könnten. An eures Commandeurs Pass wollen wir alle, bis auf den geringsten Mann, den Podex wischen, und uns gegen Diebe und Räuber mit göttlicher Hülffe doch wohl durchfechten. Wir wollen abseegeln, wenn es uns beliebt, und so ihr ferner einen Schuss auf uns tut, sollen 10. dargegen folgen. Das ist euer Bescheid.
Meine Leute waren über diesen Bescheid dermassen erfreuet, dass sie um mich herum sprungen, wie die Tantz-Meisters, da aber einige unter denselben gewahr wurden, dass mein Hembde voller Blut war (indem ich etwa einen Fingers-langen Hieb, kurz unter dem Gelencke des obersten lincken Achselbeins, empfangen hatte, den ich doch eben nicht æstimirte) lieffen sie gleich dahin, rufften den schiffes-Barbier, welcher mich verbinden sollte, brachten auch einen Sessel, worauf sie mich mit aller Gewalt zum Niedersetzen zwungen. Ja! einige waren so lose, dass sie die Trompeter und den Paucker herzu holeten, um mir währender Zeit des Verbindens die Schmertzen zu vertreiben. Ja, sie wolten mit aller Gewalt haben, es sollten die kanonen dabei gelöset werden, allein, ich verbot es bei Straffe. Mittlerweile kam mein Bruder, der auch eine Kugel in die lincke Hüffte, und einen Hieb über das Cranium bekommen hatte, jedoch bereits verbunden war, ohn geruffen, um zu sehen, was ich und meine Leute machten, und mir zu rapportiren, wie es ihm und den Seinigen ergangen. Er rapportirte also: dass er 38. tote Barbaren auf seinem Schiffe liegen hätte und 14. stark blessirte, denn die Barbaren ungeachtet vermittelst der Sturm-Leitern heftig auf ihn gestürmet, zählete er doch nicht mehr, als 3. tote und 5. Blessirte auf seiner Seite.
Demnach war ich auf meinem Schiffe dennoch in etwas glücklicher, indem ich nicht mehr, als 1. toten und 2. Blessirte und 42. Barbaren teils ganz tot, teils tödtlich blessirt, liegen hatte; denn meine Leute hatten sich unvergleichlich wohl gehalten, da ein jeder eine Flinte, 1. Paar Pistolen und einen Säbel an der Seite führte. Wie viel aber der Feinde von ihren Sturm-Leitern herunter geschossen worden, so bald sie ihre Köpffe nur blicken lassen, und ihr Glück in der See zwischen den Schiffen gemacht, kan ich eben so wenig richtig melden, als mein Bruder, welcher ebenfalls observirt, dass deren eine ziemliche Anzahl rückwärts herunter gepurtzelt wären.
Mein Bruder hielt sich nach genommener Abrede, wie wir uns gegen den Tag aufführen wolten, nicht gar zu lange bei mir auf, sondern kehrete zurück auf sein Schiff. Weilen er aber diesen Abend ganz besonders aufgeräumt war, so liess er etliche 100. Raqueten steigen, doch nicht gegen die Feinde, sondern nach beiden Seiten ihrer Schiffe zu, auch warf er WasserKegel und dergleichen in die See, und liess Trompeten und Paucken herrlich erschallen, worin ihm von den meinigen tapffer geantwortet wurde. Diss war ein Lust-Spiel den Feinden zum Schure, als welche sich so stille hielten, wie die Mäuse, weswegen wir gedachten, alle Fähde hätte nun ein Ende, allein, da wir mit anbrechendem Tage unsers Weges fortseegeln wolten, und zwar en faveur eines dicken Nebels, wurden dieses unsere Feinde dennoch gewahr, und fiengen von neuen hefftig an, auf uns zu canoniren, da wir ihnen denn auch nichts schuldig blieben, bald hernach bekamen sie, ungeachtet des dicken Nebels, dennoch aufs neue Lust, ihre Sturm-Leitern an unsere Schiffe zu werffen, taten auch solches mit besonderen Grimm, allein, es waren ihrer, ehe die Sonne aufging, auf meinen Schiffe schon 18. und auf meines Bruders Schiffe 13. teils niedergehauen, teils niedergeschossen worden.
Endlich beredeten mein Bruder und ich, uns mit gesammter Macht und zusammen gesetzten Kräfften auf das mittelste feindliche Schiff zu zielen, und zu versuchen, ob wir solches in Grund schiessen könnten. Unsere Mühe schien nach Verfluss einer Stunde nicht ganz vergeblich zu sein, sondern wir hatten gute Hoffnung, unsern Zweck zu erreichen.
Binnen der Zeit kam von hinten zu eine fremde Chalouppe an mein Schiff, welches mit einiger Mannschafft besetzt war, von welchen einer der ansehnlichsten mit mir zu sprechen verlangte. Ich liess ihn zu mir auf mein Schiff bitten, und er hatte sich nicht lange nötigen lassen, da denn sein erstes war, dass er fragte: was wir vor Lands-Leute wären, was wir vor hätten, auch was unsere Feinde vor Leute wären? ich antwortete ihm in seiner