, um zu zeigen, dass ihnen es am Pulver auch nicht fehlete, und wir haben in der Tat auch einen ziemlich starcken Vorrat von Pulver in unsern Magazinen, deren eins auf der Alberts-Burg, das andere in Christophsund das dritte in Simons-Raum befindlich.
So bald wir durch den Felsen-gang auf der Insul angelanget, fanden wir daselbst einen mit 4. Pferden bespanneten schönen neuen Jagd-Wagen, worein sich der kapitän Horn, Mons. von Blac, Mons. Litzberg und ich setzten, indem wir nun eingestiegen waren, und fortfahren wolten, tat eine ausgestellete SchildWacht einen Flinten-Schuss, worauf so gleich fast in einem Nu! alle kanonen auf der ganzen Insul abgefeuert wurden, welches die auswendigen auf den Schiffen beantworteten. Da wir auf der Burg ausstiegen, wurden abermals alle kanonen gelöset, und von den auswärtigen darauf Antwort mit ihren ganzen Lagen erteilet.
Wir kamen eben noch zur rechten Stunde zur Mittags-Mahlzeit, weswegen der kapitän Horn nur vorerst eine kurtze Visite beim Regenten ablegte, demselben die Hand zu küssen, hernach sich zur Taffel führen liess; als an welcher sich die grauen Häupter, die Herrn Geistlichen und andere Honoratiores eingefunden hatten. Bei der Taffel wurde wenig geredet, zumahlen da eine douçe Taffel-Music gemacht wurde, welcher wir alle mit Vergnügen zuhöreten; nachdem die Taffel aber abgehoben, das Danck-Gebet gesprochen, und ein jeder an seinen behörigen Platz, der Regent solchen aber oben an der Taffel genommen, setzte sich der kapitän Horn vor der Taffel dem Regenten gegen über, und fing diese Rede zu halten an:
Meine Herren!
Auch allerseits werteste Freunde und geneigte
gönner!
Wenn ich sage, dass das Glück mit uns Menschen wie mit Bällen spielet, so wird mich hoffentlich niemand Lügen straffen können. Ich vor meine person, habe dieses leider! von meiner Jugend an mehr als allzu empfindlich erfahren, und es werden sich auf dieser Insul unter unsern werten Freunden nicht wenige finden, welche dieserwegen mit mir einstimmig sind. Ich will aber diesen Satz, um die Zeit nicht zu verderben, vorjetzo eben nicht weitläufftig ausführen, sondern nur in aller möglichsten Kürtze, bis auf eine andere Zeit rapportiren, wie das Glück mit mir gespielet hat, seit dem ich die letztere Reise von hier nach Europa angetreten habe. Uber die Fatalitæten auf der Hinreise will ich mich eben nicht beklagen, denn dieselben vor einen unerschrockenen und unverzagten Mann, vor dem ich mich ohne eiteln Ruhm mit Recht ausgeben kan, viel zu geringschätzig, zumahlen da keine besondere Todes-Gefahren vor Augen geschwebt, sondern mit Wind und Wetter ziemlicher Maassen favorisirt hat. Ich muss demnach sagen, dass ich zu gesetzter Zeit glücklich in Amsterdam angelanget, auch die mir, von hier aus aufgetragene Commissiones vermittelst göttlicher Hülffe und unermüdeten Fleiss, meines selbst eigenen so wohl, als meiner getreuen Beihülffe, glücklich ausgerichtet, wie ich mich denn dessfalls bald zu legitimiren verhoffe.
Ich will aber doch erweisslich machen, dass nichts wandelbarer sei, als das Glück: denn da ich am-- von Amsterdam wieder abgelauffen war, und zwei der besten Peloten mit mir genommen, auf die ich mich vollkommen verliess, blieb ich im Texel plötzlich und unverhofft mit meinem Schiffe auf einer gefährlichen Sand-Banck sitzen, und meinem Bruder wäre es bei einer Haare eben also gegangen, allein ihm wurde noch in der Geschwindigkeit geholffen, dass er Flott ward, ich aber muste 3. ganzer Tage und Nächte pausiren, ehe mir geholffen, und ich wieder Flott gemacht werden konte.
Dieses schien mir schon im voraus ein böses Omen zu sein, allein, da Wind und Wetter noch gut, seegelten wir mit ziemlich getrosten herzen nach den Portugiesischen Küsten zu, konnten aber dieselben nicht erreichen, ehe uns ein hefftiger Sturm sehr gewaltig zusetzte, deswegen mussten wir GOtt im Himmel dancken, dass wir mit Kummer, Not und gröster Gefahr in den Hafen zu Lissabon einlauffen konnten, denn es ist bekannter Maassen der Lissabonische Hafen ein sehr gefährlicher Hafen, wir traffen in selbigem 2. Holländische Ost-Indien-Fahrer an, die wohl montirt waren, so wohl mit Geschütze als Volcke. Erstlich sahen wir, nachdem wir gute Freundschafft mit den Holländern gemacht hatten, uns genötiget, den Sturm abzuwarten, worüber wir 14. Tage müssig zubringen mussten, am 15. Tage aber lieffen wir aus, die Ost-Indien-Fahrer gingen voraus, und zwar dergestalt schnell, dass wir ihnen fast nicht folgen konnten. Am 4. Tage nach unserer Abfahrt bekamen wir sie erstlich wieder in die Augen, und zwar in der Gegend der grünen Insulen, ersahen aber auch zugleich 3. Corsaren, die auf uns zu eileten, weswegen wir Not-Schüsse taten, um die Holländer zurück zu ruffen, diese aber hatten taube Ohren, und zaueten sich über Halss und Kopff, dass sie uns nur aus dem gesicht kommen möchten, weswegen ich nicht ohne ursache glaube, ja fast in meinem herzen überzeugt bin, dass damahls eine kleine Verräterei darhinter stack.
Wir bemerckten, dass die Corsaren ungemein starcke Schiffe hätten, auch mit Volck und Geschütz wohl besorgt wären, deswegen begunte uns bange zu werden, allein wir beschlossen doch, bis auf den letzten Mann Stand zu halten, und uns unserer Haut zu wehren.
Die Corsaren schickten uns 2. von ihren Officiers in einem Boote entgegen, welche durch einen bei sich habenden Trompeter das Signal geben liessen, dass sie