grossen Freuden-Bezeugungen empfing. Nachdem nun das schiffes-Volck wohl befriediget war, liess ich alles von mir, mit der Erklärung, dass, wer von ihnen Lust hätte, noch eine Reise mit mir zu tun, nach Ostern 1735. in Amsterdam bei Herrn G.v.B. oder wenn ich gegenwärtig, sich bei mir selbst melden könnte; mitin behielt nur die 9. Freigelassenen zur Bedienung bei mir. Mein erstes war, dass ich mich nach meinem Bruder erkundigte und erfuhr, dass derselbe bereits auf der Retour aus West-Indien begriffen wäre, weswegen ich ihm zu Gefallen noch so lange in Amsterdam zu bleiben beschloss, biss er sich einstellete, jedoch meine Zeit nicht müssig daselbst zubrachte, sondern immer nach gerade Anstalten machte, dasjenige anzuschaffen und wohl auszurichten, was mir committiret war. Endlich zu Ausgange des Augusti kam mein Bruder, und wuste vor Freuden nicht, was er sagen sollte, dass er mich allhier frisch und gesund antraff, denn bei meiner letzteren Anwesenheit in Europa war er nicht gegenwärtig, sondern ebenfalls in West-Indien gewesen. Er führte mich aufs erste in sein Logis, und entdeckte mir offenhertzig, wie glücklich er bisshero auf verschiedenen Reisen gewesen, so, dass er nunmehr ein Capital von etliche 20000. Tlr. beisammen, vor wenig Jahren aber seiner Frauen, das ihr entwendete Geld cum Interesse, einen jeden seiner Geschwister aber 1000. Tlr. durch Wechsel übermacht hätte. nunmehr wäre er gesonnen, in Holland auf einem guten Orte sich zur Ruhe zu setzen, und von seinen Interessen zu leben, denn zu seinem alten weib, welches ihn so schändlich tractiret hätte, könnte er sich unmöglich wieder begeben; im übrigen meinete er, ich sollte ihm nur offenhertzig sagen, womit er mir helffen und dienen könnte, indem er bereit sei, auch die Helffte seines Vermögens mit mir zu teilen. Diese seine Redlichkeit und brüderliche Liebe gefiel mir ungemein von ihm, weswegen ich ihm liebreich umarmete, und zur Antwort gab: Mein liebster Bruder! ich bin von herzen erfreuet, dass euch der Himmel gesegnet und mit zeitlichen Gütern vergnüget hat, aus allen Umständen, und sonderlich dem brüderlichen Anerbieten, vermercke, dass ihr dem Geitze nicht ergeben seid, vor meine person aber dancke ich vor euren guten Willen, denn der Himmel hat mich seit der Zeit auch gesegnet, und ich will euch, ohne meinen geringsten Schaden, noch 2. mahl 20000. Tlr. zu den Eurigen geben, damit ihr euch, wenn ihr ja nicht wieder in unser Vaterland zu kehren gesonnen, ein feines Land-Gut erkauffen, und euer Leben darauf ruhig zubringen könnet; allein, dargegen wolte mir dieses ausbitten, dass ihr nur noch eine eintzige Reise zur See mit mir tun, und mich auch erstlich zur Ruhe bringen möchtet. Mein Bruder hörete bei Vernehmung solcher Reden hoch auf, versprach aber endlich, mir alles zu Gefallen zu tun, was ich nur von ihm verlangen und ihm möglich zu verrichten sein würde. Es ist wohl gut, mein Bruder, sprach ich, allein, ungeachtet ihr mein leiblicher Bruder seid, so ist mir doch, eines geleisteten teuren Eides wegen, nicht erlaubt, euch einige sonderbare begebenheiten zu eröffnen, es wäre denn Sache, dass ihr mir ebenfalls, gewisser Puncte wegen, auf einige Zeit den Eid der Treue und Verschwiegenheit zu præstiren, euch entschliessen köntet. Wie er sich nun dessen gegen mich, als seinen leiblichen und ältern Bruder, gar nicht weigerte, so führte ich ihn hierauf in mein Logis, wo er nicht allein das geheimnis, so viel als ihm nämlich davon zu wissen nötig war, von mir erfuhr, sondern auch meine Schätze zu sehen bekam, worüber er nicht wenig erstaunete. Ich gab ihm demnach im voraus so viel, als ich ihm versprochen hatte, schickte, 15000. Tlr. par Wechsel nach Franckfurt am Mayn, welche meine 3. übrigen Geschwister daselbst heben und sich darein teilen sollten, überliess diesem meinem jüngsten Bruder nebst dem Herrn G.v.B. in Amsterdam einen grossen teil von Besorgung meiner Affairen, und reisete, nachdem ich auch alle mit bekommene Briefe und Paquete wohl bestellet hatte, nach D. zu dem Handels-mann, welcher des Herrn Franz Martin Julii seiner seeligen Ehe-Frauen Bruders-Sohn war, brachte demselben von seinen Felsenburgischen Befreundten nicht allein verschiedene kostbare Geschencke, sondern auch Briefe und Siegel mit, dass ihm das Julische haus, Gewölbe in Summa alles mit einander, was er ihrentwegen zu verwalten hätte, auf erb- und eigentümlich geschenckt sein sollte. Man kan leicht erachten, dass ich, bei so gestalten Sachen, diesem jungen mann kein unangenehmer Gast gewesen sein müsse, und gewiss, er hat sich meiner Affairen wegen viel Mühe mit Reisen und dergleichen gegeben, auch mir die Bekandtschafft vieler Grund-Gelehrten Leute zuwege gebracht, dem ungeachtet konte ich weder hier, noch da, noch dort jemand finden, der sich die auf den Taffeln befindliche Heiden-Schrifft zu lesen und zu erklären unterstund, deswegen sah ich mich genötiget, selbige gegen einen Revers, in den Händen eines sehr reichen und Grund-gelehrten grossen Mannes zu überlassen, welcher mir, vor die zwei Pfund Goldes, so ich ihm zur Discretion gab, versprach, dieselben an die vornehmsten Societäten der Künste und Wissenschafften in Europa zu übersenden, und von Zeit zu Zeit seinen Rapport an den Kauffmann in D. ingleichen an Herrn