, wenn ich ihn verlassen hätte, da ich mich einmal ehrlich, redlich und christlich mit ihm verlobt gehabt; es haben böse Leute zwischen uns gesteckt, nunmehr aber, da ich erfahren, dass er sein Blut aus Liebe vergossen, und sich mit dem CammerDiener Horn meinetwegen auf Leib und Leben geschlagen hat, habe ich ihn noch tausend mahl lieber, als sonsten. etc. etc.
So viel waren ungefähr der Worte, welche mir mein guter Freund aus dem mund meiner vermeintlichen Liebste erzählete. Ich gab ihm zur Antwort: Ganz wohl, das geile Weib mag sich mit ihrem liederlichen Bambo divertiren, wie sie will, aber die 200. Tlr. will ich par tout haben. Die will ich euch (versetzte mein Freund,) morgen schaffen, wenn ihr versprechen wollet, an dieser Frau weiter nichts zu fordern. Ich ging den Handel ein, und bekam gleich Tages darauf bemeldte 200. Tlr. worgegen ich schrifftlich quittirte, und mich obligirte, an dieser Frauen person und Gütern fernerhin nichts zu fordern. Um aber meine Verachtung gegen dieselbe zu bezeigen, schenckte ich die 200. Tlr. ins Hospital, zu desto besserer Verpflegung der alten Weiber, welches ihr, wie ich vernommen, am meisten verdrossen hatte.
Unterdessen ward es Stadt-kündig, dass ich bei hof in Ungnade gefallen wäre, worüber sich wohl niemand mehr als Bambo freuete, in allen Compagnien aufs schändlichste von mir redete, mich aus seiner Frauen mund nur einen verschnippelten StrohMann nennete, sich damit breit machte, dass er mich bei der Frauen ausgestochen, und dennoch den Platz behalten, zwar gestehen müste, dass ich ihme einmal eine Blessur angebracht, doch wünschte: dass er mich nur noch ein eintzig mahl vor der Klinge haben möchte, um seinen Hohn nachdrücklich zu rächen. Diese und dergleichen Reden führte er so lange, biss ich endlich einmal ungefähr dazu kam, und ihm ein paar tüchtige Maulschellen gab, weswegen er mich, weil er den Degen daselbst nicht ziehen durffte, und mit der Faust wenig Ehre einzulegen glaubte, zum andern mahle auf den vorigen Tummel-Platz forderte, es sollte gleich, wie vorher, auf den 3ten Tag geschehen, allein, ich liess ihm sagen: Ein solcher Bärenheuter, wie er, müste wohl biss den 9ten Tag auf Satisfaction warten. Mittlerweile waren meine 4. Straf-Wochen biss auf wenig Tage verflossen; weswegen mich der Ober-Hofmeister zu sich ruffen liess, und mir unter den Fuss gab, bei dem Herrn, in einem untertänigsten Memorial, um gäntzliche Vergebung meines begangenen Fehlers anzuhalten. ungeachtet ich nun dieses baldigst zu tun versprach, so wolte doch vorher den Bambo erstlich noch einmal abfertigen; da mir aber das Hertze im voraus sagte: dass dieses Duell nicht so mager als das vorige abgehen würde, schaffte ich, ausser den meisten und besten Sachen, so ich nicht bei mir führen konte, das übrige an sichern Ort, verliess mein Logis guten Teils ledig, tat, als ob ich mit meinem Jungen Spatziren reuten wolte, kam aber am 9ten Tage früh Morgens mit dem Bambo auf dem erwähnten Gräntz-platz zusammen, fand ihn nebst seinem Secundanten in guter Verfassung, weil aber ich keinen Secundanten bei mir hatte, muste jener angeloben, auf 20. Schritte von uns zu bleiben, oder gewärtig zu sein, dass ihn mein so genandter Junge, der schon ein Pursche von 21. Jahren war, mit den parat haltenden Pistolen auf den Kopff schösse. Jedoch der Secundant war ein ehrlicher Kerl, und hielt sein Wort, hergegen ging mir Bambo, der eine gar zu starcke Dosin von Courage-wasser oder Fusel zu sich genommen haben mochte, ganz desperat zu leib, ich parirte nur, und liess ihn recht müde werden, er verlangte Ruhe, ich gönnete sie ihm, mit der Warnung, nicht so desperat zu tun, widrigenfals ich nicht darvor könnte, wenn er bei seinen öfftern Blossgeben an statt des Arms einen Stoss in die Brust bekäme. Allein, er sagte mit einer hönischen Mine: Es hat mich Zeit-Lebens noch kein Hunds – – mit der Klinge auf die Brust gestossen. Das war genug gesagt, bei solchen Umständen meine Galle überlauffend zu machen, weswegen ich ihm keine fernere Ruhe gönnete, sondern gleich im ersten Gange einen Stoss unter der Wartze der Brust beibrachte, mit den Worten: Jetzt tut es ein ehrlicher Kerl zum ersten mahle. Das ist wahr, (sagte er) ich habe genug, und muss daran sterben. Er reichte mir hierauf die Hand, und bat ihm, zu vergeben, dass er mich ohnnötiger Weise forcirt hätte, dem Secundanten trug er den Abschieds-Gruss an seine Liebste auf, mit der Expression, dass sie Schuld an seinem tod wäre, befahl seine Seele GOTT, und verschied; ich aber setzte mich zu Pferde, und ritt mit meinem Purschen immer weiter nach abgelegenen Ländern zu, war auch nicht eher ruhig, biss ich über die Holländische Gräntze kam. Jedoch, was will ich von Ruhe sagen, bei mir wolte sich ganz und gar keine Ruhe einfinden, denn es war immer, als wenn der Schatten oder Geist, des von mir erstochenen Bambo, um mich schwebte, und mich so wohl Tages als Nachts in meiner Ruhe stöhrete, ungeachtet er selbst mehr ursache an seinem tod war, als ich. Hätte ich, sprach ich bei mir selbst, mich nach keinem weib umgesehen, so könnte